Athletisch und schlagkräftig: Julia Görges.
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Setzen Sie sich selbst unter Druck?
Wenn ich in anderen Ländern spiele, dann ist es für mich einfach. Da
kennt mich niemand. Aber in Deutschland erwarten die Leute etwas von
dir, weil sie schon einmal von dir gehört haben. Hier bekomme ich mehr
Aufmerksamkeit. Auch die Medien interessieren sich mehr für mich. Daran
muss ich mich erst gewöhnen.
Stört Sie das öffentliche Interesse?
Nein. Ich bin relativ gesprächig und überhaupt nicht auf den Mund gefallen. Daher macht mir das nichts aus.
Lesen Sie, was in der Zeitung über Sie geschrieben wird?
Nur wenn ich zu Hause bin. Meine Eltern lesen alles. Sie haben ein
Buch, in dem alle Berichte gesammelt werden. Das ist eine schöne
Erinnerung, wenn ich später Kinder habe.
Seit einigen Monaten trainieren Sie mit Björn Jacob. Wie läuft das ab?
Björn ist für den Westfälischen Tennis-Verband tätig und arbeitet mit
mir in Kamen, wo ich seit April trainiere. Auf die Tour kommt er nur
mit, wenn er Zeit hat und Urlaub bekommt. Dieses Jahr kann er mich
nicht mehr begleiten. Deswegen bin ich dann allein unterwegs.
Als 19-jähriges Mädchen reisen Sie allein durch die Weltgeschichte?
Naja, meine Mutter ist immer dabei und passt auf mich auf. Und zum Training findet man bei allen Turnieren immer jemanden.
Was haben Sie sich für die nächste Saison vorgenommen?
Ich möchte mich nach oben spielen. Aber Ziele wie Top 100 oder Top 50
setze ich mir nicht. Ich glaube, wenn ich gut spiele, dann kommt das
von selbst. Bei einigen geht es schnell, bei anderen dauert es länger.
Bei mir ging es in diesem Jahr ziemlich rasant. Ich hätte es lieber,
wenn es etwas ruhiger und sicherer nach oben geht.
Gespräch: Nina Hoffmann