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Ist Ana Ivanovic eine 100-Millionen-Dollar-Frau?

Ana Ivanovic bricht zurzeit Rekorde. Der Haken ist allerdings: Es sind Negativ-Bestmarken, mit denen die Serbin in den letzten Monaten auffiel. In Wimbledon verlor sie als Weltranglisten-Erste gegen Jie Zheng, die 133. im Ranking. Es war die früheste Pleite einer Topgesetzten in Wimbledon seit dem Ausscheiden von Martina Hingis im Jahr 2001. Wenige Woche später gab es ein neues Highlight: Ivanovic verlor bei den US Open, wieder an eins gesetzt, in der zweiten Runde gegen Julie Coin, Nummer 188 der Weltrangliste. Zuletzt scheiterte mit Billie Jean King eine topgesetzte Spielerin im Jahr 1966 so früh in New York.



Was für eine Pleitenserie für die Herzdame der Tour, der nach ihrem ersten Grand Slam-Titel in Paris 2008 Sympathien aus aller Welt nur so zuflogen. In dieser Woche scheiterte Ivanovic, mittlerweile nur noch die Nummer drei der Welt, beim Turnier in Tokio wieder früh: In ihrem ersten Match unterlag sie Nadia Petrova in drei Sätzen.

Topaktuelle Website mit 900.000 Besuchern im Monat

Die Formkrise könnte teuer werden für die Serbin. Oder anders formuliert: Die vielen Niederlagen könnten Ivanovic um den größten Werbedeal in der Geschichte des gesamten Damensports bringen. Denn seit ihrem Erfolg in Paris stieg der Werbewert der 20-Jährigen ins Unermessliche. Durch geschickt platzierte Bikini-Fotos in Männermagazinen und einer topaktuellen Website, die jeden Monat mehr als 900.000 Besucher anlockt, ist Ivanovic längst nicht mehr nur in der Tenniswelt ein Star.Ende 2009 läuft nun der aktuelle Bekleidungsvertrag von Ivanovic mit der Firma adidas aus. Nach dem French Open-Sieg begann das Wettbieten der möglichen Nachfolger. Der US-Sender CNBC hat aus gut unterrichteten Kreisen erfahren, dass Ivanovics Manager Dan Holzmann nur einen Langzeitvertrag über zehn Jahre abschließen will, in dem Ivanovic durch feste Beträge und zusätzliche Bonussummen pro Jahr mindestens zehn Millionen Dollar verdienen kann. Angeblich hat die US-Firma Nike Interesse an Ivanovic signalisiert. Bevor sich die Serbin von adidas ausstaffieren ließ, war sie auf dem Court in Nike-Klamotten zu sehen.

Sharapova bald bei der Marke Cole Haan

CNBC hat auch erfahren, was adidas angeblich für einen Folgevertrag zu zahlen bereit ist: Nicht mehr als 5,5 Millionen Dollar pro Jahr will die Firma mit den drei Streifen für Ivanovic auf den Tisch legen. Allerdings könnte dieser Wert noch höher ausfallen, wenn Manager Holzmann den noch bestehenden Vertrag frühzeitig verlängert.

Vorstellbar ist jedoch, dass Nike mehr bietet und Ivanovic zu sich zurückholt. Denn: Nike ist im Damentennis bald nicht mehr optimal aufgestellt. Maria Sharapova, die sechs Millionen Dollar pro Jahr von Nike bekommt, wird an dem Herbst 2009 nicht mehr mit Swoosh-Logo zu sehen sein. Sie wechselt zur hundertprozentigen Nike-Tochter Cole Haan. Das Modelabel wird im kommenden April eine neue Sportlinie auf den Markt bringen, wie letzte Woche in New York bekannt wurde. Sharapova wird als Testimonial der Kampagne in den neuen Outfits auch ihre Matches bestreiten.Die andere große Tennisdame von Nike, Serena Williams, bekam  Anfang 2004 einen Fünf-Jahres-Vertrag, der ihr angeblich 56 Millionen Dollar einbringen sollte. Doch aufgrund schwankender Leistungen und zu wenig gespielter Turniere wird vermutet, dass Williams deutlich weniger Geld erhielt. 2009 läuft der Vertrag mit Nike aus. Trotz ihres US Open-Titels und der Rückkehr an die Spitze der Weltrangliste ist es laut CNBC ungewiss, ob sie von Nike ein neues, lukratives Angebot bekommt.

Im Rennen sind auch asiatische Marken

Es wird vermutet, dass Nike auf Ivanovic setzt, die sieben Jahre jünger ist als Williams. Allerdings: Es soll auch asiatische Firmen geben, die an einem Vertrag mit der Serbin interessiert sind. Ivanovic in Outfits von in Europa eher unbekannten Marken wie Li-Ning, Peak oder Anta? Wenn das entsprechende Geld fließt, ist das für ihr Management wohl ein vorstellbares Szenario. Denn: Eine neue Umfrage ergab, dass in China Personen zwischen 15 und 25 Jahren Tennis als zweitliebste Sportart (hinter Basketball) angeben. Im Jahr 2010 rechnet man damit, dass in China sechs Millionen Menschen mindestens zweimal pro Woche Tennis spielen werden ein Riesenmarkt.

Ist Ana Ivanovic für diesen Markt 100 Millionen Dollar wert? Im Moment lautet die Antwort: nein.

Tim BöselerRoger Federer ist der am besten bezahlte Tennisspieler der Welt. Anfang des Jahres schloss der mit seinem Bekleidungsausstatter Nike einen Zehn-Jahres-Vertrag ab, der im jährlich 13 Millionen Dollar einbringen soll. Die Zahlen veröffentliche das Sports Business Journal. Nike oder Federer haben diese Summen bisher weder dementiert noch bestätigt. Feststeht allerdings, dass Konkurrent Nadal, ebenfalls bei Nike unter Vertrag, weniger bekommt. Was er von Nike bekommt, ist ungewiss. Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat kürzlich jedoch eine Liste veröffentlicht mit den Gesamtverdiensten von Topsportlern pro Jahr: Federer verdiente demnach 35 Millionen Dollar, Nadal „nur“ 18. Übrigens: Vor seinem „Superdeal“ mit Nike schloss Federer mit dem gleichen Ausrüster im Februar 2002 einen sechsjärhigen Kontrakt ab, der dem Schweizer jährlich die vergleichsweise geringe Summe von einer Million Dollar einbrachte. In der Tennisszene wird dieser alte Vertrag als der schlechteste Deal aller Zeiten eingestuft. Das Problem: Damals vermarkete sich Federer noch selbst. Mittlerweile hat Top-Manager Tony Goddsick dafür gesorgt, dass Federer so viel Geld durch Werbung verdient.

timbö

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