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New Yorker Rechenspiele

Showdown in New York. Nach den Olympischen Spielen in Peking steigt das wohl lauteste und schrillste Turnier des Jahres. Rund 700000 Fans aus aller Welt werden auch in diesem Jahr wieder nach Flushing Meadows kommen, um eine große Party zu feiern.



Bei den Herren wird zum ersten Mal Rafael Nadal die Setzliste anführen. Für den Spanier haben sich die Vorzeichen geändert. Der 22-Jährige, zuvor seit mehr als drei Jahren ununterbrochen auf Platz zwei der Weltrangliste, löste am vergangenen Montag Roger Federer als Nummer 1 ab. Nadal wird damit vom Verfolger zum Gejagten und zum Topfavoriten auf den Titel in Flushing Meadows.

Rafal Nadal: Acht Titel 2008

Bereits bei seinen Triumphen in Paris und Wimbledon zeigte er im Laufe der Turniere und in den Endspielen gegen Roger Federer, dass er zurzeit der beste Spieler der Welt ist. Bei den Olympischen Spielen erfüllte er sich einen weiteren Traum und holte die Goldmedaille für sein Land. Es war sein achter Titel in diesem Jahr. Keine Frage, Nadal ist der Spieler der Saison und zu Recht an der Spitze der Weltrangliste. Daran wird sich auch nach den US Open nichts ändern. Der 22-Jährige schied 2007 bereits im Achtelfinale aus und hat somit nicht so viele Punkte zu verteidigen. Selbst eine Erstrundenniederlage würde seine Spitzenposition nicht gefährden.

Ganz anders die Situation von Roger Federer: Der Titelverteidiger kann mit Blick auf die Weltrangliste nur verlieren sogar Platz zwei. Der Abstand zum Dritten Novak Djokovic ist so gering, dass der Serbe Federer verdrängen könnte. Erreicht Djokovic das Endspiel und scheidet Federer spätestens im Achtelfinale aus, wird Djokovic auf Platz zwei vorrücken. Zum direkten Duell der beiden könnte es im Halbfinale kommen. Sollte Djokovic dort gewinnen und anschließend den Titel holen, wäre er ebenfalls die neue Nummer zwei.

Juan Martin del Potro: Reif für Überraschungen


Und wer kommt nach den großen drei? Mit zuletzt vier Turniersiegen in Folge (Stuttgart, Kitzbühel, Los Angeles, Washington) machte der junge Argentinier Juan Martin del Potro auf sich aufmerksam. Der 19-Jährige ist seit 19 Matches ungeschlagen und könnte bei den US Open für weitere Überraschungen sorgen.

Viel vorgenommen hat sich der Weltranglistenachte Andy Roddick. Der Amerikaner sagte die Olympischen Spiele ab, um sich voll und ganz auf seinen Heim-Grand Slam vorzubereiten. Der Sieger von 2003 zählt neben Landsmann James Blake, dem Schotten Andy Murray und dem lettischen Newcomer Ernests Gulbis zu den Geheimfavoriten.

Fragezeichen stehen im Moment hinter Nikolay Davydenko und David Ferrer. Der Weltranglistenvierte Davydenko ist weit weg von seiner Topform. Der Russe, bekannt für seine Kämpferqualitäten, kann sich zurzeit nicht motivieren und zeigte bei den amerikanischen Hartplatzturnieren und in Peking ungewohnt schlechte Leistungen. Für David Ferrer läuft die Hartplatzsaison ebenfalls alles andere als gut. Bei den Mastersturnieren in Toronto und Cincinnati schied er früh aus, und auch bei den Olympischen Spielen war die erste Runde Endstation für den Weltranglistenfünften aus Spanien.

Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen besonders auf Nicolas Kiefer. Der Finalist von Toronto ist wieder unter den Top 20 der Welt. Er trifft in der ersten Runde auf den Tschechen Ivo Minar. Philipp Kohlschreiber, an Position 25 gesetzt, bekommt es zum Auftakt mit Luis Horna aus Peru zu tun. Rainer Schüttler (gegen Florent Serra), Tommy Haas (gegen Richard Gasquet), Denis Gremelmayr (gegen Steve Darcis), Mischa Zverev (gegen Tommy Robredo) und Michael Berrer (gegen Jose Acasuso) sind ebenfalls direkt für das Hauptfeld qualifiziert.

Offene Damenkonkurrenz

Nach dem Rücktritt von Titelverteidigerin Justine Henin und dem ständigen Wechselspiel in der Weltrangliste gibt es bei den Damen keine große Favoritin. Ana Ivanovic, zurzeit mit knappem Vorsprung die Nummer 1 der Welt, hofft nach ihrem ersten Grand Slam-Erfolg bei den diesjährigen French Open auf ihren zweiten großen Titel. Die Serbin musste die Olympischen Spiele wegen einer Daumenverletzung absagen und war untröstlich zumindest fast. Nur der Titel bei den US Open könne die Enttäuschung von Peking wieder ausgleichen, sagte die Serbin. Landsfrau Jelena Jankovic, zwischenzeitlich für eine Woche an der Spitze der Weltrangliste, möchte bei der Titelvergabe aber ebenso ein Wörtchen mitreden wie die Williams-Schwestern. Serena und Venus, olympische Goldmedaillengewinnerinnen im Doppel, sind in guter Form und werden vor heimischem Publikum wie immer für viel Show sorgen. Eine der wichtigsten Fragen bei den Fans: Wie sehen die Outfits der Williams-Schwestern aus? Eine Frage, die für gewöhnlich auch bei Maria Sharapova von großer Bedeutung ist. Die Russin, US Open-Siegerin 2006, musste aber verletzungsbedingt absagen. Für einen russischen Sieg bei den Damen stehen die Chancen aber dennoch gut. Svetlana Kuznetsova (Siegerin 2004), Olympiasiegerin Elena Dementiewa und Dinara Safina werden um den Titel mitspielen und haben wie Ivanovic, Jankovic und Serena Williams die Chance, nach dem Turnier auf Platz 1 der Weltrangliste zu stehen. Nur wenige Punkte trennen die sechs Spielerinnen und machen damit die Damenkonkurrenz zum Titelkampf und Rechenspiel gleichermaßen.

Die einzigen deutschen Starterinnen, die direkt für das Hauptfeld qualifiziert sind, sind Sabine Lisicki und Julia Görges. Lisicki trifft in der ersten Runde auf die Spanierin Maria Jose Martinez Sanchez, Görges spielt gegen Severine Bremond aus Frankreich. Erfreulich: Anna-Lena Grönefeld hat sich ueber die Qualifikation ins Hauptfeld gespielt und trifft dort auf Daniela Hantuchova.

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