Tennis in Indian Wells

US-Medien: Dean Goldfine neuer Haas-Coach

Der US-Tageszeitung South Florida Sun-Sentinel war es sogar eine fast deutsche Schlagzeile wert: Goldfine and Haas: wunderbar. Anscheinend ist tatsächlich alles toll zwischen Dean Goldfine, dem früheren Trainer von Andy Roddick, und Deutschlands derzeitiger Nummer zwei, Tommy Haas. Es deutet alles daraufhin, dass die beiden künftig zusammenarbeiten werden.



Seit den US Open 2007 hatte Haas keinen Trainer mehr an seiner Seite. Damals trennte er sich von dem Schweden Thomas Högstedt. Nun bestätigte er in einer Pressekonferenz nach seinem Erfolg über Andy Roddick in der zweiten Runde von Indian Wells, dass er es mit Dean mal probieren werde. Haas: Er hat viel Erfahrung. Ich habe Resepekt vor ihm und vor dem, was er bisher geleistet hat. Er ist ein guter Typ.

Nur die großen Turniere

Man wolle sich vor allem auf die großen Turniere konzentrieren, so Haas. Ob Goldfine als Vollzeit-Trainer mit um die Welt reist, ist noch unklar. Er hat eine Familie mit zwei Kindern, sagte Haas.

Verrückt ist, dass Haas gleich beim ersten gemeinsamen Turnier mit Goldfine auf dessen ehemaligen Schützling Andy Roddick traf und ihn im zehnten Duell zum siebten Mal bezwang. Ich denke, seine Art Tennis zu spielen, liegt mir einfach, kommentierte Haas nüchtern. Dass er von Goldfine wichtige Insider-Tipps bekam, um Roddick zu besiegen, ist also eher unwahrscheinlich.

Der Sieg gegen Roddick kam überraschend. Denn Haas hatte nach der dritten Schulteroperation im November 2007 scheinbar den Kontakt zu Weltspitze verloren. Bei seinen ersten Turnieren nach seinem Comeback scheitere er an bezwingbaren Gegnern wie Benjamin Becker, John Isner oder Diego Hartfield. Gegen David Ferrer in Dubai wurde er regelrecht abgeschossen: 3:6, 0:6.

Danach klang der 29-Jährige wenig optimistisch: Wäre ich ein Pferd, wäre ich schon dreimal erschossen worden. Seine Schulter hätte längst nicht den Zug und die Kraft, um mit den Besten der Branche mitzuhalten.

Kühnen: „Haas noch nicht abgeschrieben“

Umso unvorhersehbarer war der Erfolg gegen Roddick, der 2008 schon in San Jose und Dubai die Titel holte. Haas brach nach seinem Coup aber nicht in blinde Euphorie aus. Ich will nur, dass meine Schulter hält und freue mich über jedes weitere Match, so der Wahl-Amerikaner.

Nächster Gegner bei der 3,5 Millionen-Dollar-Veranstaltung in der südkalifornischen Wüste ist Fernando Verdasco wieder ein möglicher Test für das kommende Davis Cup-Viertelfinale gegen Spanien. Denn: Ich habe Tommy noch nicht abgeschrieben, ließ Teamchef Patrik Kühnen bei der Präsentation des neuen Davis Cup-Plakats in Bremen ausrichten.

Und auch Haas klingt wieder zuversichtlich: Es fühlt sich so an, als würde mein Tennis zurückkommen.

Tim Böseler 

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