bet-at-home Open 2013 – Semi Finals

Claus Retschitzegger: „Feld der bet-at-home Open war grenzwertig“

Claus Retschitzegger von Titelsponsor bet-at-home im Gespräch über die Zukunft des Hamburger Rothenbaumturniers.

Herr Retschitzegger, Sie haben auf der Abschluss-PK Ihren Unmut über ein zu schwaches Feld geäußert. Wie wollen Sie es aufwerten?

Ich habe keinen Unmut geäußert sondern nur versucht, das Turnier rational zu analysieren. Es war eine tolle Woche mit fast täglich ausverkauftem Haus. Das Turnier funktioniert mittlerweile sehr gut. Was ich zum Ausdruck bringen wollte war, dass man sich aus Sicht der Veranstalter mittelfristig Gedanken darüber machen sollte, ob und wie man das Teilnehmerfeld aufwerten könnte. Wenn man etwa das 250er-Turnier in Kitzbühel  betrachtet, ist die Besetzung durchaus vergleichbar, jedoch mit dem Unterschied, dass dort nur 500.000 Euro Preisgeld ausgeschüttet werden.

Claus Retschitzegger über die bet-at-home Open in Hamburg

Claus Retschitzegger über die bet-at-home Open in Hamburg.

Michael Stich sagte, es war Pech, dass mit Ferrer und Simon zwei Spitzenspieler kurzfristig absagten. Dafür kam Nadal.

Es ist eine Frage der Perspektive. Ich als Veranstalter würde mir überlegen, ob 1,4 Millionen Euro Preisgeld für ein solches Feld, ziehen wir Nadal einmal ab, angemessen sind. Ich finde es grenzwertig für ein 500er-Turnier. Es haben Spieler wie etwa Monfils oder Tsonga gefehlt, die attraktiv für Zuschauer und Medien sind. Klar, die braucht man nicht unbedingt, wenn Nadal spielt. Hätte er es aber nicht, wäre es wohl das am schlechtesten besetzte Feld in Hamburg gewesen.

Sie haben das Thema Hartplatz ins Spiel gebracht. Ist das eine Option für Sie?

Auch wenn sich die bet-at-home Open mit 70.000 Zuschauern absolut etabliert haben und es keinen zwingenden Handlungsbedarf gibt, halte ich es für wichtig, alle Möglichkeiten zu prüfen, die das Turnier weiter bereichern könnten. Eine Umstellung auf Hartplatz wäre eine Variante. Die Sandplatzturniere nach Wimbledon werden es durch die Aufwertung der Rasensaison künftig noch schwerer haben. Ich würde auch kritisch hinterfragen, ob es unbedingt einer 500er Lizenz bedarf. Halle hat jahrelang vorgemacht, dass man auch mit einem 250er-Turnier Topspieler wie Federer binden kann. Auch wenn die TV-Einnahmen bei einem 500er-Turnier höher sind, beträgt der Preisgeldunterschied immerhin 1 Million Euro. Damit könnte man schon den ein oder anderen Topspieler verpflichten. Eine zusätzliche Bereicherung könnte auch die Kombination mit einem Damenturnier sein.

Der Vertrag mit Ihnen und dem Turnier ist  ausgelaufen. Wie geht es weiter?

Wir werden zeitnah Gespräche führen. Der Veranstalter wird das Turnier evaluieren, die Medienwerte erheben lassen. Wenn alles vorliegt, werden wir uns zusammensetzen um auszuloten, unter welchen Bedingungen ein Fortsetzung der Kooperation für beide Seiten denkbar ist.

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  1. Axel Graumann

    Natürlich kann es immer passieren, dass Spieler verletzungsbedingt absagen. Das ist eben Pech. Dennoch ist es zu einfach, das Teilnehmerfeld auf die reinen Weltranglistenpositionen zu reduzieren. Wenn alle gemeldeten Spieler angetreten wären, hätte das Turnier die absolute Sandplatz-Elite präsentiert. Nicht ohne Grund bleiben die guten Sandpltzspezialisten zu dieser Zeit in Europa. Zum Thema „Kombination mit einem Damenturnier“ sollte Herr Retschitzegger sich mal über die Bedingungen von ATP und WTA in einem solchen Fall informieren. An ein solches sogenanntes „Combined Event“ knüpfen die Verbände umfangreiche Auflagen. Das bedeutet zusätzliche Investitionen für Um- oder Erweiterungsbauten etc. Außerdem würde es mindestens 4 Jahre Vorlaufzeit benötigen, um einen gemeinsamen Termin zu finden. Wenn man die jeweiligen Laufzeiten der aktuellen Turnierkalender berücksichtig, sogar noch länger.
    Axel Graumann, Hamburg


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