Geneva Open Players Party

Coach Ivanisevic: „Marin kann seinen Titel verteidigen“

Wir sprachen mit dem ehemaligen Weltklassespieler und jetzigen Coach Goran Ivanisevic über seinen Schützling Marin Cilic und die US Open.



Herr Ivanisevic, Ihr Schützling Marin Cilic ist Titelverteidiger bei den US Open. Was erwarten Sie in diesem Jahr?

Puuh! (atmet tief durch). Er muss in New York 2.000 Weltranglistenpunkte verteidigen. Es wird also nicht leicht. Zur Vorbereitung spielte er die Hartplatz-Events in Washington, Montreal und Cincinnati. Die Verletzung an der Schulter hatte ihn ziemlich zurückgeworfen, aber seine Form wird immer besser. Er hatte gute Resultate in Wimbledon mit heraus­ragenden Matches (Cilic schied im Viertelfinale gegen Novak Djokovic aus, Anm. d.Red.).

In welcher Verfassung ist Marin momentan?

Er ist in einem guten körperlichen Zustand. Bevor wir zur US-Tour aufgebrochen sind, haben wir Ende Juli vier Tage in Zagreb trainiert. Er beginnt, langsam wieder sein altes Level zu erreichen und er kann auf jeden Fall seinen Titel in Flushing Meadows verteidigen! Je besser er bei den drei Hartplatz-Turnieren in den USA spielt, desto einfacher wird es für ihn in New York. Ich glaube, Hardcourt ist der beste Belag für sein Spiel.

Cilic Ivanisevic

Titelverteidiger: Marin Cilic startet als amtierender Champion in die US Open.

Wie steht es um Ihre eigene Form?

In den letzten beiden Monaten habe ich neun Kilo abgenommen. Ich habe eine Menge trainiert, vor allem bei den Einheiten mit Marin. Außerdem bin ich jeden Tag zwei Stunden ins Fitnessstudio gegangen. Ich fühle mich gut.

Wenn Sie Cilics US Open-Sieg 2014 mit Ihrem Wimbledon-Titel 2001 vergleichen: Welcher war für Sie überraschender?

Ich denke, mein Erfolg kam damals etwas überraschender. Marin stand in New York vor seinem Sieg schon zweimal im Viertel­finale, spielte über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau. Was fehlte, war der Glaube an seine Stärke. Den habe ich ihm vielleicht vermitteln können. Vorher war er nicht überzeugt genug von sich. Bei den US Open hat er sich selbst bewiesen, wie gut er ist. Er kann durchaus noch weitere Grand Slams gewinnen, weil er ein großer Spieler ist. Mir bereitet die Arbeit mit ihm viel Spaß.

Kann er es in den nächsten Jahren mit den Top Four Novak Djokovic, Roger Federer, Andy Murray und Stan Wawrinka aufnehmen?

Er kann sich mit jedem in der Weltspitze messen. Auch andere Spieler können das. Es ist gut für den Tennissport, dass Stan Wawrinka die French Open gewonnen hat und einige junge Spieler nach oben streben. Jungs wie Kei Nishikori oder Milos Raonic werden definitiv einmal ein Grand Slam-Turnier gewinnen, auch Grigor Dimitrov zähle ich dazu. Es wird immer interessanter und der Wettkampf an der Spitze wird ausgeglichener. Nur Novak Djokovic hebt sich als momentan bester Spieler der Welt spürbar ab. Aber auch er ist schlagbar, wie wir in Paris gesehen haben.

Stichwort Nervosität: Ist es für Sie schlimmer, als Coach in der Box zu sitzen oder selbst auf dem Court zu stehen?

Auf jedem Fall bin ich jetzt als Trainer nervöser. Man kann dort nichts ausrichten, sitzt einfach da, klatscht zwischendurch in die Hände und hofft, dass alles gut geht.

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