Day Six: The Championships – Wimbledon 2016

Del Potro im Interview: „Nächstes Jahr greife ich die Spitze an!“

Welche sportlichen Ziele haben Sie?


Meine größte Hoffnung ist, diese Saison gesund zu beenden. Dann werde ich im November und Dezember hart arbeiten, um das Maximum aus meinem Körper herauszuholen. Gelingt mir das, werde ich 2017 in der Lage sein, gegen jeden Gegner auf jedem Belag zu bestehen. Das wäre großartig. Ich werde gefährlich genug sein, um mich im Ranking deutlich zu verbessern. Wobei die Rangliste für mich momentan zweitrangig ist.

Müssen Sie noch spezielle Übungen für Ihr linkes Handgelenk absolvieren?

Oh ja, wenn Sie wüssten…(lacht). Ich investiere jeden Tag zwei bis drei Stunden nur für das Handgelenk! Das beginnt beim Warm-up und endet mit punktuellen Massagen. Natürlich gehören auch Kräftigungsübungen dazu. Der Zeitaufwand ist enorm, die Stunden fehlen mir am Ende für das Schlagtraining.

Was hätten Sie gemacht, wenn es mit einem Comeback nichts mehr geworden wäre?

Ich hatte überlegt, Architektur zu studieren. Dafür interessiere ich mich schon lange. Aber um ehrlich zu sein: Ich wollte immer zurückkehren und ich hatte immer eine Resthoffnung, dass die Ärzte mein Handgelenk wieder hinbekommen. Tennis ist mein Leben, meine Berufung, meine Leidenschaft. Für einen Sportler ist es schwierig, sich mit einem Plan B anzufreunden.

JUAN MARTIN DEL POTRO (ARG) Tennis - US Open 2016 - Grand Slam ITF / ATP / WTA - USTA Billie Jean King National Tennis Center - New York - New York - USA - 31 August 2016.

GRÖSSER ALS DEL POTRO! Das geht auch für 1,91-Meter-Reporter Felix Grewe (re.) nur, wenn der riesige Argentinier auf einem Hocker sitzt.

Haben Sie etwas gelernt aus der harten Zeit?

Niemals aufzugeben – egal, um was es geht! Das klingt banal, aber wenn man es beherzigt, ist es effektiv. Und ich habe gelernt zu vertrauen, weil ich auf die gute Arbeit meiner Ärzte und Physios angewiesen war. Wenn man Dinge nicht selbst beeinflussen kann, muss man sie loslassen und daran glauben, dass alles gut wird. Ich bin überzeugt, dass ich von meinen Erfahrungen noch profitieren werde.

Stimmt es, dass Sie vor ein paar Jahren nur mit zwei Rackets unterwegs waren?

(lacht) Ja, das ist richtig. Eine verrückte Story, oder? Mein Schlägermodell wurde nicht mehr produziert und ich wollte während der Saison nicht wechseln. Inzwischen habe ich zum Glück wieder genug Rackets, um auch mal welche an Fans zu verschenken. Ich muss aber eines richtigstellen…

Bitte!

Es wurde geschrieben, ich hätte mir damals Schläger von Roger geliehen. Das stimmt nicht, er spielte immer ein anderes Modell als ich.

Es gibt noch eine kuriose Geschichte. Angeblich gehen Sie nur zuhause in Tandil zum Friseur. Stimmt die Story auch?

Ja, ich habe den Frisuer meines Vertrauens gefunden (grinst). Ich lasse mir die Haare tatsächlich nur von ihm schneiden. Wenn ich mal längere Zeit nicht zuhause bin, dann wachsen sie eben etwas.

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