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Interview mit Angelique Kerber: „Zu den Besten gehöre ich auch“

„Angelique Kerber, was war der Schlüssel zum Sieg gegen ihre Angstgegnerin Victoria Azarenka im Viertelfinale der Australian Open?“


Kerber: „Sie hat das Match nicht verloren, ich habe es gewonnen. Ich bin auch beim Rückstand von 2:5 und 0:40 im zweiten Satz aggressiv geblieben und habe meinen Spielplan bis zum Ende durchgezogen. Ich bin einfach total happy.“

„Sie haben auch immer wieder die Faust gezeigt. War das Teil der Strategie gegen die extrovertierte Azarenka?“

Kerber: „Das kommt zum einen aus mir heraus, denn für solche Matches trainiert man hart. Ich wollte deutlich machen, dass ich keine Angst vor denen habe, die die Besten sind. Ich gehöre auch dazu und bin selbstbewusst. Ich bin ein emotionaler Mensch und versuche, mehr Positives zu zeigen. Ich wollte ihr zeigen, dass ich das Spiel gewinnen möchte und an mich glaube.“

„Sie könnten nach den Halbfinals bei den US Open 2011 und Wimbledon 2012 im dritten Anlauf zum ersten Mal in ein Grand-Slam-Endspiel einziehen. Wie groß ist die Vorfreude?“

Kerber: „Daran will ich gar nicht erst denken. Ich möchte im Halbfinale einfach so spielen, wie im Training. Ich habe nach dem Viertelfinale einige Nachrichten auf meinem Smartphone gehabt, zum Beispiel von meiner Schwester. Aber ich bin noch nicht dazu gekommen, sie alle zu lesen. Ich will das alles auch gar nicht so an mich heranlassen: Ich bin weiter im Turnier-Modus.“

„Im Halbfinale wartet in der Weltranglisten-47. Johanna Konta aus Großbritannien nun eine vermeintlich leichte Gegnerin. Sehen Sie das genauso?“

Kerber: „Sie hat nichts zu verlieren und ist gefährlich. Johanna steht nicht umsonst im Halbfinale, sie hat hier fünf Matches gewonnen. Ich habe noch nie gegen sie gespielt.“

„Sie haben im vergangenen Jahr nach einer Durststrecke mit Steffi Graf in Las Vegas trainiert. Welche Rolle spielt sie in ihrer Karriere?“

Kerber: „Steffi ist und war mein Idol. Ich schaue mir immer mal wieder bei Youtube Matches von ihr an. Sie hat mir damals gesagt, dass ich auf dem richtigen Weg sei und immer an mich glauben müsse.“

„Ihnen wurde in der Vergangenheit oft mentale Schwäche vorgeworfen. Haben Sie sich Hilfe geholt?“

Kerber: „Ich weiß ja alles, was ich machen muss. Man selbst muss es ja auf dem Court in den wichtigen Momenten umsetzen.“

Aufgezeichnet in Melbourne von Ulrike Weinrich (SID)

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