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Konditionstrainer Mike Diehl: „Die Mädels sind fit“

Seit 2008 ist Mike Diehl (48) der Fitness-Trainer des Fed Cup-Teams. In tennismagazin.de spricht er über die unmittelbaren Vorbereitungen vor dem großen Finale.



Wie gut sind Kerber & Co. körperlich in Schuss?

Man merkt schon die lange Saison. Die Körper sind müde, das ist normal. Aber: Für die Aufgabe in Prag sind wir präpariert. Wenn ich eine Spielerin herausheben müsste, dann Angi. Nach dem Masters in Singapur wollte ich eigentlich noch einen Fitness-Block mit ihr machen, aber wir haben uns dann dagegen entschieden. Angi ist körperlich so gut drauf, hat auch in Singapur Konditionseinheiten absolviert. Letzte Woche hat sie komplett regeneriert. Sie war vier Tage bei ihrer Familie in Polen.

Wie ist der Fitness-Zustand von Andrea Petkovic?

Andi ist auch gut dabei. Sie hat mit Sicherheit in den letzten Wochen Kraft gelassen, auch bei ihrem Turniersieg in Sofia, aber sie wird Prag meistern. Sie ist hart im Kopf. Ich sage immer „Mindset is everything“.

Wie wird konkret in der Fed Cup-Woche trainiert?

Wir sind Sonntag von Frankfurt angereist. Am Montag ging es los. In den ersten Tagen wird hart trainiert, gegen Ende der Woche fahren wir etwas runter. Ich mache morgens einen Fitness-Block von etwa 35 Minuten für alle. Gegenüber von unserem Hotel kann man 200 Stufen Treppen hochlaufen. Dann sind die Mädels gut in Wallung. Wir laufen ein Stück. Dann gibt es sogenannte Workout-Points, an denen man tennisspezifische Übungen wie etwa „High Knees“ macht. Ansonsten gibt es individuelle Schnelligkeitseinheiten und relativ viel Krafttraining mit eigenem Körpergewicht. Es geht darum Körperspannung aufzubauen und zu halten.

Und auf dem Platz?

Zweimal 1,5 Stunden Schlagtraining. Morgens intensiv, da geht es hochkonzentriert zur Sache, nachmittags ein bisschen entspannter. Da probiert man auch mal Doppeltaktiken.

Wie sind die Bedingungen vor Ort?

Perfekt. Man merkt, dass die Tschechen Erfahrung haben, große Events zu organisieren. Uns wird praktisch alles abgenommen. Wir haben eine eigene Team-Betreuerin rund um die Uhr. Fahrzeuge stehen bereit, das Essen ist gut. Wenn wir etwa Eiweißriegel brauchen, werden die sofort besorgt. Am ersten Tag haben wir uns eine Kaffeemaschine in der Umkleide gewünscht – eine Stunde später war sie da. Viel bessere Bedingungen kann man nicht haben.

Wie ist die Rolle von Sabine Lisicki, die ja in diesem Jahr noch nicht gespielt hat?

Für sie ist es ein bisschen ungewohnt, das Team ist ja während ihrer Abwesenheit gewachsen. Aber sie spielt ihren Part sehr gut, sie akzeptiert die Führungrolle von Angi und Petko. Sie nimmt sich zurück, was Jule ja auch macht.

Wie groß ist die Anspannung vor dem Finale?

Die merkt man schon. Es kommen wie immer lockere Sprüche, aber damit überspielt man ja auch oft einiges. Kerber und Petkovic sind sehr konzentriert. Sie sind schon im Tunnel. Und: Alle wissen, sie haben die einmalige Chance, nach 22 Jahren das Ding zu gewinnen. Die wollen Geschichte schreiben, die wollen Weltmeister werden!

 

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