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Sabine Lisicki: „Ich habe immer noch meine Träume“

Sabine Lisicki wird schon an diesem Dienstag oder Mittwoch nach London fliegen. „Sehr früh. So wie immer“, sagt sie lächelnd. Sie freut sich auf ihr Lieblingsturnier Wimbledon, in dem sie 2013 im Finale gestanden hat. Dieses Sabine-Lisicki-Strahlen hat der WTA-Tour gefehlt. Acht Monate war die 27-Jährige wegen einer Schulterverletzung verschwunden und zog sich auch aus der Öffentlichkeit zurück. Bei den Mallorca Open feierte sie in der vergangenen Woche ein gelungenes Comeback. Auf die Tennisbühne zurückzukehren, auf der sie zu leuchten beginnt, tat ihr sichtlich gut.  tennismagazin.de traf sie in Santa Ponsa zu ihrem ersten Interview seit der Rückkehr. Sie erklärt zum Beispiel, weshalb ihr Vater Richard Lisicki jetzt wieder ihr Trainer ist.



Frau Lisicki, Sie haben bei den Mallorca Open zwei Matches gewonnen und dann erst in einem sehenswerten Viertelfinale gegen die spätere Finalistin Julia Görges mit 2:6, 4:6 verloren. Sind Sie zufrieden mit Ihrem ersten Turnier nach acht Monaten Pause?

Na klar. Hätte mir das jemand vor dem Turnier gesagt, hätte ich gefragt, wo ich unterschreiben soll! Ich wusste ja überhaupt nicht, wo ich stehe. Ich freue mich echt, dass es so gut gelaufen ist. Ich habe drei gute Matches gespielt. Und jetzt geht es zum nächsten nicht ganz unbedeutenden Turnier: Wimbledon!

Auf Mallorca erinnerte noch ein blaues Kinesio-Tape an Ihre Verletzung. Wie geht es Ihrer Schulter jetzt nach den drei Matches?

Gut! Ich kann mich nicht beschweren.

Sabine Lisicki: Bei ihrem Comeback bei den Mallorca Open sprach tennismagazin.de mit der 27-Jährigen über ihre Leidenszeit und ihre Ziele.

Gelungene Rückkehr: Durch ihren Viertelfinaleinzug bei ihrem Comeback auf Mallorca verbesserte sich Lisicki von Rang 144 auf Position 127.

Zuletzt hatten Sie das kleine WTA-Turnier auf Hawaii im November bestritten, als Sie im Viertelfinale gegen die Amerikanerin Jacqueline Cako wegen ihrer Schulterverletzung beim Stand von 3:6, 7:5, 2:0 aufgeben mussten. Beschreiben Sie mal, wie es dann bei Ihnen weiterging.

Wie immer dachte ich: Ach, jetzt ist Off-Season, jetzt hast du eine Pause, und alles wird gut. Aber meine Schulter tat mehr und mehr weh, je intensiver ich trainierte. Ich habe schon zu oft den Fehler gemacht, zu früh zurückzukommen. Auch im letzten Jahr, als ich unbedingt an den Olympischen Spiele in Rio teilnehmen wollte – und danach die Saison im Eimer war. Deswegen habe ich entschieden, mir Zeit zu nehmen und mich zurückzuziehen, um wieder vollständig fit zu werden.

Was für eine Verletzung hatten Sie genau?

Ich hatte eine Entzündung der Bizepssehne. Ich hatte das früher schon mal, ich kannte das schon ein bisschen. Wenn man es nicht richtig auskuriert, dann zieht sich das und man kann nicht wirklich gut spielen. Und ich brauche natürlich meinen Aufschlag. Ich mag es, gut aufzuschlagen, der Aufschlag ist ein großer Teil meines Spiels. Wir wollten es diesmal voll auskurieren. Ich dachte, ich könnte früher zurückkommen, aber als ich etwas mehr trainiert habe, kam die Entzündung wieder zurück. Also habe ich abgewartet, und nun bin ich zurück – auf meinem Lieblingsbelag! Es ist kein Geheimnis, dass ich es liebe, auf Rasen zu spielen, und es tut gut, auf Rasen wieder einzusteigen, weil man dann sofort ein sehr gutes Gefühl bekommt.

War die Entscheidung hart, so lange abzuwarten?

Sehr hart! Es war eine der schwersten Entscheidungen, die ich jemals treffen musste, weil ich Tennis einfach liebe, für mich gibt es nicht Besseres, als mich auf dem Platz zu messen, im eins gegen eins. Ich habe das alles vermisst: die Unterstützung der Fans zu spüren, den Adrenalinstoß zu haben. Die Turniere im Fernsehen zu sehen war total schmerzhaft! Ich habe sogar euch Journalisten und diese Fragen vermisst. Es ist einfach schön, zurück zu sein. Und ich will keine Ärzte mehr sehen!

Haben Sie wegen der Schulterprobleme überlegt, Ihre Aufschlag-Technik umzustellen?

Nein, ich wusste einfach, dass ich geduldig sein muss und dass ich diese doofen kleinen Übungen Tag für Tag machen muss. Ich habe so viel Zeit in der Reha verbracht, dass es nervig wurde. Aber es war Arbeit, die gemacht werden musste. Ich bin niemand, der sich Sorgen macht. Als sie mir vor sechs Jahren gesagt haben, dass ich sechs Wochen auf Krücken gehen muss, war meine erste Frage: „Okay, wann kann ich wieder Matches spielen?“ Und nicht: „Kann ich überhaupt jemals wieder Matches spielen?“ Ich bin ein positiver Mensch, und das ist wahrscheinlich eine Eigenschaft von mir, die mich erfolgreich macht.

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