2016 US Open – Day 11

Angelique Kerber – ein Tennismärchen

Angelique Kerber – Die Nummer 1!



Sie ist die 22. Weltranglistenerste in der Historie – ein Tennismärchen…

Der 8. September 2016 ist ein Datum, das man in Tennis-Deutschland nicht so schnell vergessen wird: Nummer eins, Angelique Kerber, unglaublich! Das alles ist sehr staatstragend. Weil es ein Schritt in eine neue Dimension ist. Direkt nach der Niederlage von Serena Williams und der damit verbundenen Nachricht, dass sie den Thron für Kerber räumen muss, war das Echo gigantisch: Internet, Twitter, Facebook, Instagram, TV, Radio – überall rotieren sie.

Die frohe Botschaft, garniert mit Glückwünschen der Szene, verbreitete sich rasend schnell. Und klar wird schnell: Die Nummer eins ist mehr wert als ein Grand Slam-Titel, mehr wert als die Trophäe von Melbourne. Wobei auch die fantastisch war. Nur: Wenn die Weltrangliste am Montag ihre Zahlen ausspuckt, ist für alle Zeiten dokumentiert: Angelique Kerber ist die Beste der Welt.   In Stein gemeißelt, bis in alle Ewigkeit. Bislang gab es 21 Frauen, die das seit der Einführung der Damen-Weltrangliste 1975 von sich behaupten können.

Das Sportliche ist die eine Komponente. Kerber zählt spätestens jetzt zu den Großen. Nicht nur, weil sie auf dem Papier die Branchenbeste ist, sondern weil ihr etwas gelungen ist, was außer Steffi Graf und Serena Williams niemand schaffte: Drei Grand Slam-Finals in einer Saison – Melbourne, Wimbledon und New York –sowie das Finale in Rio, Silber bei den Olympischen Spielen. Was für ein Jahr!

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  1. Stefan Höfel

    Glückwunsch an Angelique Kerber! Aber Herr Ancic sollte schon objektiver schreiben. Kerber hat innerhalb der letzten 52 Wochen zwei Turniere gewonnen, nämlich die Australian Open und Stuttgart im April 2016. Selbst wenn Kerber das Finale verlieren sollte, wird sie die Nr.1 sein. Aber ist eine Spielerin, die nur zwei Titel in den 52 Wochen, die der Weltrangliste zugrunde liegen, die Beste? Serena Williams wäre nach dem Durchschnittssystem die Nr.1, denn sie hat mit ungefähr der Hälfte der gewerteten Turniere nur unwesentlich weniger Punkte als Kerber gemacht. Und vor allem hat Kerber noch viele Punkte aus dem Herbst 2015 in der Wertung. Williams hat damals nicht gespielt. Kerber hat 370 Punkte für das WTA-Masters erhalten, 230 pro Sieg und 70 pro Niederlage. Williams war qualifiziert, sagte aber ab. Selbst wenn Williams drei Spiele verloren hätte, wäre die dafür mit 210 Punkten belohnt worden. Dieses Beispiel zeigt, wie „krank“ die Weltranglistenberechnung ist. Und ein Grand-Slam-Titel ist mehr wert als die Nr.1. Herr Ancic sollte mal Lendl fragen, oder Rios. Sicherlich waren Wozniacki, Safina und Jankovic „merkwürdige“ Ranglistenerste, aber: 1982 gewann Connors Wimbledon und US Open, aber die Nr.1 war damals John McEnroe. 1975 und 1977 schloß Connors als Nr.1 ab, obwohl er jeweils ohne GS-Titel blieb, während Vilas 1977 die French und US Open und 14! weitere Turniere gewann. Aber damals galt das Durchschnittssystem! Nach dem Additionssystem wäre Vilas die 1 gewesen. Dazu ein Beispiel: Brad Gilbert war Ende 1989 die Nr.6. Dann wurden die Punktesysteme verändert, aus Durchschnittssystem wurde ein System, das die besten 14 Ergebnisse addierte. Ohne dass Gilbert etwas gemacht hatte, war er plötzlich die Nr.4, sein Karrierehöchstwert. Kann ein Spieler, der nie in einem Grand-Slam-Finale, ja noch nicht einmal die Runden letzten 4 bei einem der großen 4 Turniere, zu den „besten“ 4 Tennisspielern der Welt gehören? Nr.1 werden ist „einfach“, Nr.1 bleiben „schwierig“. Mal sehen, was Angie Kerber daraus macht! Viel Erfolg weiterhin!


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