2014 Shanghai Rolex Masters 1000 – Day 3

Bad Boy Fognini und warum die Tour böse Jungs braucht

In Shanghai hat Fabio Fognini den Effenberg gemacht. Für die jüngeren Leser: Bei der Fußball-WM 1994 in den USA  zeigte der begnadete Kicker Stefan Effenberg den Zuschauern im Stadion den Stinkefinger. So was macht man nicht. Aber: Es kann passieren. Und, seien wir mal ehrlich: Wenn alle Sportler Engel wie Federer wären, wäre es auch ziemlich langweilig. Fognini übrigens soll außerhalb des Platzes eine Seele von Mensch sein. Total lieb sei er, der Fabio, hat mir mal ein italienischer Kollege gesteckt. Kaum zu glauben. Andererseits: Das Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Syndrom ist ja weit verbreitet. Denken Sie nur mal an die Leute in Ihrem eigenen Club…



Zurück aus den Niederungen in die Belle Etage des Tennis. Zurück zu Fognini, der eifrig an seinem Bad Boy-Image bastelt. Menschlich völlig daneben war sein Auftritt in Shanghai. Überhaupt: Der Italiener ist Provokation pur. Schon wie er sich zum Ball stellt. Als hätte er im Grunde keine Lust – nicht auf Tennis und schon gar nicht auf den Gegner. Andererseits: Profis wie ihn braucht die Tour. Sie sind das berühmte Salz in der Suppe. Fognini ist ein echter Typ in der Liga der Gleichgeschalteten.

Die ATP verbietet alles

Die ATP verbietet ja praktisch alles. Die Schiris bekommen einen Katalog von Schimpfwörtern in allen gängigen Sprachen – Fluchen ist da nicht. Okay: Die Strafen sind nicht besonders hoch. Ein Ticket von 2.000 Dollar kann ein Mann, der ein Fünf-Millionen-Dollar-Preisgeldkonto hat und einen schönen Batzen mit Werbung (u.a. Armani) verdient, locker verkraften. Spaß wird ihm das Bezahlen trotzdem nicht machen.

Cleverer als Fognini stellt sich Ernests Gulbis an. Der „nette Lette“, der gar nicht nett ist, äußert seine Boshaftigkeiten außerhalb des Platzes. Etwa: „Frauen sollen Kinder kriegen und nicht Tennis spielen.“ Über seine Kollegen lästerte er: „Federer, Djokovic & Co. sind langweilig.“ Die Meinung muss man nicht teilen. Aber eins steht fest: Gulbis ist nicht langweilig. Und Fognini auch nicht.

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