Alexander Zverev hat seine Olympia-Teilnahme abgesagt

Davis Cup – Ärger um den Bodenbelag

Alle freuen sich auf das Match gegen die Polen in Berlin. Nur nicht die Spieler.

Am Montag fand die Pressekonferenz im LTTC Rot-Weiß Berlin zur anstehenden Davis Cup-Partie statt. Gespielt wird vom 16. bis 18. September. Der Gegner im Relegationsmatch: Polen. Es war vor allem eine Reise in die Vergangenheit. Und die Hauptstadtpresse stimmte mit ein in die Nostalgiewelle: „Ganz so wie früher im Steffi-Graf-Stadion“, schlagzeilte der Tagesspiegel. „Davis Cup kehrt nach Berlin zurück“, schrieb die Berliner Morgenpost. „Comeback nach 15 Jahren“, irrte Bild. Es sind nämlich 25 Jahre, seitdem der Mannschaftswettbewerb zuletzt an der Spree ausgetragen wurde. 1991 besiegte das Team unter Leitung von Niki Pilic Argentinien mit 5:0. Allerdings wurde nicht im noblen Rot-Weiß-Club gespielt, sondern in der inzwischen abgerissenen Deutschlandhalle.

In Berlin jedenfalls war man begeistert und sieht den Davis Cup als eine Art „Testballon“, um möglicherweise an alte, heroische Zeiten anzuknüpfen. Bis 2008 wurden an der Hundekehle die German Open, eines der größten Damenturniere gespielt.

„Ich freue mich sehr über die Entscheidung, Spitzentennis nach Berlin zu bringen. Tennis gehört zu den Sportarten in Berlin, die wieder steigende Mitgliederzahlen aufweisen können. Ein solch hochklassiger Wettkampf wird die Tennisbegeisterung sicher noch etwas weiter befördern“, kommentierte Sportsenator Frank Henkel die Entscheidung des DTB für die Hauptstadt. DTB-Präsident Ulrich Klaus sagte: „Berlin war mein Favorit und 25 Jahre nach dem letzten deutschen Cup-Spiel in der Metropole war es auch höchste Zeit.“ Und Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann fasste sein Herz für Berlin so in Worte: „Es ist ein besonderer Anreiz für uns, erstmals mit unserem Team in der Hauptstadt zu spielen.“

Ein Gerücht sorgt für Wirbel

Alles Sonnenschein also? Eher nicht. Zeitgleich zur Euphorie tauchte nämlich ein Gerücht auf. In Gang gesetzt von polnischen Journalisten. Unter denen hieß es: Die beiden deutschen Topspieler, Philipp Kohlschreiber und Alexander Zverev, wollen nach den US Open nicht auf Sand spielen und der DTB suche jetzt nach einem Kompromiss. Man werde  eventuell einen Hartplatz verlegen. Die Hoffnung der Polen ging sogar soweit, dass möglicherweise in einer Halle gespielt wird.

Hoffnung deshalb, weil Polens Topmann, Jerzy Janowicz, auf schnellen Belägen am gefährlichsten ist. Allerdings: Es ist noch gar nicht klar, ob er spielt. Den Großteil der Saison war der auf Rang 174 zurückgefallene Zwei-Meter-Mann verletzt. In Rio soll er erstmals wieder bei einem größeren Turnier starten.

Knapp 100.000 Euro für Hartplätze

Beim DTB kreiste bei den Gedankenspielen um den Austragungsort auch der Name Janowicz. Seine Aufschläge galt es zu entschärfen, was wohl am ehesten auf Sand gelingt. Die Idee, in Stuttgart auf Rasen zu spielen, war jedenfalls schnell vom Tisch. Zum einen, weil es im September leicht rutschig sein könnte auf dem Geläuf. Zum anderen – Janowicz.

Klar war allerdings von Anfang – neben Berlin gab es drei andere Bewerber – , dass man im Freien spielen wollte. Womit auch schnell der Belag feststand: Asche. Die Alternative Hartplatz scheiterte vor allem an den Kosten. Rund 30.000 Euro kostet die Verlegung eines Hardcourts. Die ITF schreibt für den Davis Cup drei gleichbeschaffene Plätze vor – macht einen knapp sechsstelligen Betrag. Das sei zu viel Geld für ein Relegationsmatch entschied der DTB.

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