BNP Paribas Open – Day 7

Die große Federer-Show

Nach seinem Melbourne-Sieg scheinen die Maßstäbe von vor zehn Jahren wieder in Kraft zu treten. Roger Federer schwebt quasi über den anderen Stars und kann sich vorstellen, bis 40 zu spielen.

Übelkeit nach Kurztrip

Allein schon, wie er nach einem Jahr Pause in die Wüste zurückkehrte. Das hatte etwas von einem König mit seinem Tross. Tennis eine Einzelsportart? Von wegen! Vier Autos waren nötig, um Roger Federer, seine Familie und sein Team vom kleinen Flughafen in Indian Wells abzuholen, wie er seinem Biographen, dem Redakteur des Schweizer Tagesanzeigers René Stauffer, verriet. 14 Leute gehören zur Entourage: die Zwillingspärchen Myla Rose und Charlene Riva (7) sowie Leo und Lennart (2) samt Nannys, die Eltern, Coach Ivan Ljubicic, Manager Tony Godsick, Physiotherapeut Dani Troxler und und und … (hier geht es zum kompletten Interview, das auch in der Süddeutschen Zeitung erschien!)

Allerdings ist auch ein König vor Schlechtwetterfronten nicht gefeit. Und so kam es, dass Federer „einfach zum Erbrechen übel“ war, wie er es formulierte. Von Dubai flog er Linie nach Los Angeles. Von dort ging es über die Berge ins keine 200 Kilometer Luftlinie entfernte Indian Wells. Als er aus dem Flieger ausstieg, war der 18-fache Grand Slam-Sieger ziemlich blass um die Nase. Aber es ging ihm schnell besser. Einen Tag später jedenfalls sah er mit leicht gebräunter Haut aus, als käme er gerade aus dem Urlaub.

Federer-Show

Seit seinem Australian Open-Triumph macht Roger Federer einen extrem lässigen Eindruck.

Nadal momentan die einzige Alternative

Das Bild mit dem Urlaub ist ganz stimmig. Während die anderen Profis schuften, scheint Federer zu schweben. Cool, relaxed, tiefenentspannt wirkt der 35-Jährige. Sein Sensationssieg in Melbourne hat dem Schweizer sichtlich Auftrieb gegeben, es hat ihn von der Wahrnehmung her quasi zehn Jahre in die Vergangenheit katapultiert. Es gibt aktuell – und das ist keine Federer-Verklärung – keinen größeren Star auf der Tour. Der Weltranglistenerste Andy Murray? In Indian Wells schon ausgeschieden. Der Vorjahressieger Novak Djokovic? Sieht erschreckend dünn aus und ist irgendwie unter dem Radar. Einzig Rafael Nadal, der kongeniale Partner im Zurück-in-die-Zukunft-Endspiel von Melbourne, sorgt für ähnliche Begeisterungsstürme im Tennis Garden. Und um noch einmal klar zu machen, dass Namen entscheidender als Zahlen sind: Nadal ist die Nummer sechs der Weltrangliste, Federer nur die zehn.

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