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Grigor Dimitrov: Star auf und neben dem Court

Zwei Titel, 16:2-Siege. Vor dem Start von Indian Wells ist Grigor Dimitrov einer der heißesten Spieler der Saison. Warum der Typ auf dem Platz richtig Spaß macht. Und warum der Tennis-Beau auch fürs Boulevard hochintesessant ist.



Angriff auf die Big Four?

Die nächsten zwei Wochen werden ziemlich aufregend. Da läuft nämlich das Turnier in Indian Wells, in der Szene als fünfter Slam bekannt. Aufregend, weil Tommy Haas sein Debüt als Turnierdirektor gibt. Er wollte sogar als Spieler bei seinem eigenen Turnier teilnehmen – aber das scheiterte an den ATP-Statuten. Aufregend, weil alles, was Rang und Namen hat, in der kalifornischen Wüste am Start ist. Also die Big Four mit Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray. Ich freue mich aber besonders auf Grigor Dimitrov, Bulgare, 25 Jahre alt, die Nummer 13 der Weltrangliste. 2014 war er schon einmal die Nummer acht. Ich denke, der Mann, der schon bei den Australian Open mit seinem bulgarischen Ballett begeistert hat, wird diesen Wert in der laufenden Saison locker knacken.

Zwei Turniersiege und die Halbfinalteilnahme in Melbourne gelangen ihm bislang. In Brisbane schlug er Kei Nishikori. Bei den Sofia Open in seinem Heimatland bezwang er David Goffin. In Melbourne katapultierte er sich mit seinem Highspeed-Tennis unter die letzten Vier und begeisterte im Fünfsatz-Thriller gegen Nadal alle. Wie schwingt dieser Mann bei der Rückhand aus? Wahnsinn. Bulgarisches Ballett eben. Was seiner Entwicklung in jedem Fall gut tat: Daniel Vallverdu. Die Arbeit des Coaches trägt nach einem guten halben Jahr Früchte. Der Venezolaner hat schon Murray in die Erfolgsspur geführt. Er weiß, wie man hart arbeitet.

Vorbild Pistol Pete

Interessant auch Dimitrovs Verwobenheit mit den vielleicht besten Spielern überhaupt: Sein Vorbild in der Jugend hieß Pete Sampras und nicht Roger Federer. Mit Federer wird Dimitrov immer wieder verglichen. Den Namen „Baby Fed“ wegen der Ähnlichkeit mit dem Spiel des Schweizers kann er übrigens nicht mehr hören, wie er im Interview mit tennis MAGAZIN verriet (Unbedingt lesen in Heft 4, ab nächste Woche am Kiosk). Sampras (14 Major-Titel schwer) ist ziemlich genau zehn Jahre älter als Federer. Und „Mister 18 Grand Slam“ ist zehn Jahre älter als Dimitrov.

Grigor Dimitrov

Pete Sampras bei seinem letzten Grand Slam-Erfolg. 2002 gewann der US-Amerikaner die US Open.

Daraus jetzt zu schließen, Dimitrov werde ähnlich gut werden, ist allerdings falsch. Der 25-Jährige hat noch keinen Majortitel gewonnen und – ja genau – er ist 25. Kritiker des Bulgaren sagen, er habe seine Karriere bisweilen verschwendet – mit zu vielen Frauen. Zu seinen Eroberungen gehören Maria Sharapova, angeblich auch deren große Rivalin Serena Williams und aktuell Nicole Scherzinger. Dimitrov formuliert seine Vorliebe für Frauen und Tennis so: „Es gab eine Zeit, da wusste ich nicht, wie ich beides unter einen Hut bringen sollte. Aber man lernt und man wird älter.“ Die vielen Damen sind jedenfalls der Unterschied zu den  braven Ehemännern Sampras und Federer. Bei Sampras heißt die ewige Herzdame Bridgette Wilson, Schauspielerin, bekannt aus dem Streifen „Wedding Planner“, bei Federer heißt sie – ach Sie wissen schon.

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    • Tim Böseler

      Gemessen an den Zuschauerzahlen hat Indian Wells den Konkurrenten in Miami längst überholt. 2016 hatte IW etwa 440.000 Fans, Miami „nur“ 300.000; 2006 lagen beide noch gleichauf bei knapp 270.000 Zuschauern. Das Großevent in Kalifornien ist damit sogar besser besucht als die French Open, die seit 2010 auf einen Zuschauerschnitt von 428.000 Fans kommen. Hinzukommt, dass Indian Wells voll auf Expansionskurs ist, während Miami durch einen Gerichtsentscheid seit Jahren daran gehindert wird, sich zu vergrößern. Insofern ist die Bezeichnung „the fifth slam“ für Indian Wells absolut zutreffend.


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