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Kolumne Sandplatzgötter: Unsere Angie

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Wie ging es mit Angelique Kerber nach ihrem Triumph in Melbourne weiter? Die Sandplatzgötter blicken auf ihre letzten Wochen zurück.

Der 30. Januar 2016 hat alles verändert! Nachdem Angelique Kerber an jenem Samstag um 21:52 Uhr Ortszeit an der Grundlinie der Rod Laver-Arena von Melbourne zu Boden sank, ist nichts mehr so wie es vorher war. So schreibt man es doch normalerweise nach epochalen (sport-)geschichtlichen Ereignissen, oder?

Zumindest hat der Tag das Koordinatensystem „deutsches Damentennis“ für die nicht ganz so sportaffine deutsche Presse und den Boulevard gehörig durcheinander gewirbelt. Gab es vorher nur Lisicki (Stichworte: Ex-Wimbledon-Siegerin, äh doch nur -Finalistin, sorry, und Pocher-Freundin) sowie Petkovic (Stichworte: erhöhte Denk- und Lesefähigkeiten, Petko-Dance) und weit dahinter – trotz sportlichem Erfolg – Kerber, steht die Kielerin plötzlich im Mittelpunkt.

Oder die Bremerin? Oder gar die Polin? Letzteres behaupteten polnische Zeitungen, und wir geben ganz klar zu: Ja, ein Teil des Triumphes von Australien gehört auch Polen, so wie die Grand-Slam-Siege von Stan Wawrinka (der Vater!) und Ivan Lendl (die Schäferhund-Zucht!) natürlich unbestreitbar auch zu Deutschland gehören. Irgendwie.

Die deutschen Medien dagegen spulten vor allem ihr bei neuen Sport-Heldinnen bewährtes Programm ab: der Jugendtrainer, der es schon damals immer gewusst hat; die Eltern, die doch tatsächlich auch drei Tage nach dem Sieg noch nicht vollkommen den Verstand verloren haben; die Geschwister und besten Freunde, die gebetsmühlenartig wiederholen, wie „bodenständig“ oder wahlweise „geerdet“ die berühmte Schwester/Freundin sei.Sandplatzgötter: Es hätte unsere Angie wesentlich schlimmer treffen können

Je gelber sich der mediale Boulevard färbte, umso mehr ging es um das Liebesleben „unseres Tennisengels“ (Bild) bzw. unserer „neuen Steffi“ (Gala). Zunächst wurde Kerber noch eher blumig-romantisch zitiert: „Ich warte auf meinen Traumprinzen“. Erst mal gar nicht schlecht, bei den Datingbörsen „Parship“ und „Elitepartner“ wurde bestimmt schon der Werbe-Etat entsprechend umgeschichtet. Kurz darauf musste sie allerdings eine sehr viel konkretere Vermutung beharrlich dementieren: „Nein, ich bin nicht lesbisch!“ Voll normal, solche Rechtfertigungen. Der Rest der 16 Millionen deutschen Singles muss sich schließlich auch praktisch jeden Morgen an der Bushaltestelle öffentlich in dieser Richtung erklären.

„Es hätte wesentlich schlimmer kommen können für unsere Angie“

Etwas Glück mit der Yellow-Press hatte unsere Angie allerdings trotzdem. Das uns bis dato unbekannte People-Magazin „Star+Style“ legte durch eine geschickt-ungeschickte Fotomontage (noch ohne photogeshoptes Baby im Arm, aber das kommt sicher noch später!) und der Titel-Schlagzeile „Ihr Liebesgeheimnis“ eine intime Beziehung zum zeitgleich in Australien gekürten Dschungel-König von RTL nahe.

Die Kerber-Kuppler meinten es bestimmt nur gut: Schließlich stellten sie ihr den eher liebenswerten Castingshow-Dauerscheiterer mit Namen „Menderes“ zur Seite. Es hätte wesentlich schlimmer kommen können für unsere Angie, aber Gunter Gabriel und Rolf Zacher hatten das Dschungelcamp schon frühzeitig verlassen – Gott sei Dank.

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