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Davis Cup: Michael Kohlmann ist die richtige Wahl!

Prominente Kandidaten gab es viele für das Amt des neues Davis Cup-Teamchefs. Am Ende entschied sich das DTB-Präsidium für den bisherigen Co-Trainer Michael Kohlmann – und damit für eine eher unspektakuläre aber sinnvolle Lösung.



Eines gleich zu Beginn: Michael Kohlmann als Nachfolger von Carsten Arriens zum Davis Cup-Teamchef zu ernennen, war eine richtige und logische Entscheidung. Viele Namen geisterten nach der Demission von Arriens in den vergangenen Tagen durch die Presse – den von Kohlmann vernahm man auch, aber er schien keine besonders hohe Priorität zu genießen. Da war vor allem von Boris Becker die Rede, der als einer der Wunschkandidaten von Dirk Hordorff galt, dem Vizepräsidenten des DTB, der für den Leistungssport zuständig ist und sich damit federführend um die Suche eines neuen Kapitäns kümmerte. Der Coach des Serben Novak Djokovic sagte allerdings bereits am Montag auf Anfrage von tennismagazin.de ab. Alexander Waske wurde ebenso lange Zeit als aussichtsreicher Kandidat gehandelt. Jedoch fürchtete man beim DTB offenbar einen neuen Interessenskonflikt, der durch Waskes Tätigkeit in seiner Akademie in Offenbach hätte entstehen können. Auch Barbara Rittner soll auf der Liste möglicher Arriens-Nachfolger, die laut Hordorff „überschaubar“ war, recht weit oben gestanden haben. Allerdings: Rittner ist mit der Aufgabe als Fed Cup-Teamchefin voll und ganz ausgelastet, kümmert sich zudem um den Damennachwuchs. Ein weiterer Job auf der Bank im Davis Cup: letztlich eine utopische Idee. „Sie wäre für diese Position sicherlich geeignet gewesen“, sagte Hordorff auf Anfrage von tennismagazin.de und ergänzte: „Sie hat uns als Ratgeberin bei der Zusammenstellung des Teams in den letzten Tagen unterstützt.“

Kohlmann erfüllt alle Kriterien

Das Team – es besteht nun aus Michael Kohlmann (Teamchef), Dirk Dier (Co-Trainer, der diese Aufgabe auch im Fed Cup-Team ausübt), Niki Pilic (Berater), Carlo Thränhardt (Fitness- und Mentalcoach) und Klaus Eder, der sich bereits jahrelang als Physiotherapeut um die Spieler kümmerte, von Arriens allerdings zu Beginn seiner Amtszeit aussortiert wurde. Klar ist: Kohlmann als Teamchef ist nicht die spektakuläre und öffentlichkeitswirksame Lösung, die man mit Becker oder auch Rittner bekommen hätte. Aber es war die naheliegende Entscheidung – und keine schlechte. Fachlich bringt er alle Voraussetzungen mit. Er kennt die Arbeit im Davis Cup-Team, gehörte schon am Ende der Amtszeit von Patrik Kühnen und später unter Arriens als Co-Trainer zur Mannschaft. Zudem kümmert er sich seit mehr als zwei Jahren um den Herrennachwuchs, ist seit diesem Jahr fest angestellter Coach im Verband und leitet die Arbeit mit dem B-Kader. Mit Spielern wie Alexander Zverev oder Maximilian Marterer steht er regelmäßig in Kontakt. Das Konzept von Arriens – der zumindest fachlich auch von seinen Kritikern geschätzt wurde und am Ende über kommunikative Fehler und nicht über mangelnde Qualitäten als Trainer stolperte – könnte Kohlmann mit seinem Team nun fortsetzen und die jungen Spieler schrittweise integrieren. Kohlmann gilt als besonnener Typ, er kommuniziert gut, hat einen engen Draht zur Presse. Und das Wichtigste: Die Spieler schätzen ihn. „Er erfüllt viele Kriterien, die ein guter Teamchef braucht“, sagt Hordorff, der sich am Donnerstagvormittag bereits mit Kohlmann in Frankfurt traf. Zukunftsplanung ist das Stichwort.

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