Germany v Belgium: Davis Cup World Group First Round Day 2

Mail aus Frankfurt: Zverev-Story ohne Happy End – vorerst

Es gab nicht wenige Stimmen, die über eine 3:0-Führung des DTB-Teams nach den ersten drei Matches sinnierten. Die Realität sieht anders aus. Anstatt einer frühzeitigen Entscheidung nach dem Doppel kämpfen Zverev & Co. am Sonntag darum, noch in der Partie zu bleiben.

Am Freitag sagte Alexander Zverev noch beiläufig und eher im Scherz, dass er sich vielleicht noch einmal mit Marcelo Melo kurzschließen müsse. Um sich Tipps abzuholen. Nachfragen, wie man gegen dieses belgische Doppel zu spielen habe. Oder eher wie man nicht gegen Ruben Bemelmans und Joris de Loore agiert. Das Duo hatte nämlich in den Playoffs vergangenen September das brasilianische Weltklasse-Doppel Melo/Soares ziemlich überraschend geschlagen.

Nun kann man unken: Hätte er es besser getan. Bemelmans, aktuell Nr. 329 der Doppel-Weltrangliste, und der 23-Jährige Nobody Joris de Loore, gar nur die 528, besiegten auch die Gebrüder Zverev – mit 6:3, 7:6, 4:6, 4:6, 6:3. Das Ranking spielte auf dem Platz keine Rolle mehr. Die Aussage von Alexander Zverev in der Pressekonferenz danach sagte im Grunde alles über das Problem im Doppel aus: „Sie haben öfter zusammengespielt. Ich denke, man hat schon sehen können, dass wir die besseren Spieler sind.“ Aber sie waren eben nicht das bessere Team.

Wie die Bryan-Brüder: Bemelmans und De Loore feiern ihren Sieg über Zverev/Zverev.

Wie die Bryan-Brüder: Bemelmans und De Loore feiern ihren Sieg über Zverev/Zverev.

So schön die Geschichte um das erste Bruder-Doppel auch ist, die „Problemdisziplin Doppel“ konnten auch sie auf Anhieb nicht ad acta legen (Kohlmann: „Dem Doppel mangelt es an Stellenwert“). Die Belgier hingegen harmonierten besser, die Abstimmung funktionierte selbstverständlicher, reibungsloser. Speziell Bemelmans lieferte eine starke Partie ab. Das sah auch Alexander Zverev so: „Er hat von beiden Seiten extrem gut returniert.“

„Wir sind ja nicht zum Spazierengehen hier“

Das deutsche Duo setzte Kampfgeist entgegen, besonders Alexander, der versuchte trotz Schwächen am Netz das Spiel an sich zu reißen. Vor allem emotional. Er versteckte sich nicht. Nahm mehr Risiko in seinen Schlägen und wurde zwischenzeitlich belohnt. „Ich werde immer emotional bleiben. Wenn ich das irgendwann nicht mehr bin, höre ich auf, weil es mir dann egal wäre“, erklärte er dieser Tage. Will sagen: Er braucht diese Ausbrüche, um sich zu pushen. Ein bisschen wie Boris Becker, der das Match aus der deutschen Box verfolgte.

Die rund 4.000 deutschen Fans in der Halle jedenfalls ließen sich davon anstecken und die Fraport Arena erlebte die bislang beste Stimmung an den zwei Tagen. Das Heim-Duo kämpfte sich in den fünften Satz – nach 0:2-Rückstand. Angespannt seien sie anfangs schon gewesen, ließ Mischa wissen. Das sei aber ganz normal, „schließlich sind wir ja nicht hier zum Spazierengehen hier.“ Belohnt wurde die Aufholjagd nicht.

Sonntag: Alexander erneut in der Pflicht – Mischa auch?

Und nun? Ist erstmal Alexander wieder in der Pflicht. Morgen muss er sein Team gegen Steve Darcis (den mit dem fiesen Slice) im Spiel halten. Es gibt leichtere und angenehmere Aufgaben für einen 1,98m-Schlacks. Dann hängt im besten Fall alles an Philipp Kohlschreiber. Oder stellt Teamchef Michael Kohlmann doch Mischa Zverev auf, weil Kohlschreiber noch die fünf Sätze vom Freitag in den Knochen stecken (Kohlmann:“Er hatte Ansätze von Krämpfen“)? Dann wäre es die zweite Chance für Zverev/Zverev doch noch für ein Happy End zu sorgen. Nicht miteinander, dafür nacheinander. Es dürfte Ihnen auch recht sein.

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