2016 Australian Open – Day 1

Mail aus Melbourne: Brands brennt

Wer in diesen Tagen im Melbourne Park spaziert, könnte ein Deja Vu erleben. Nämlich dann, wenn er den 1,96-Meter-Mann Daniel Brands sieht. Inzwischen trägt Brands Bart, aber ansonsten ist es der Spieler, der vor zwei Jahren bei den Australian Open ein Match ablieferte, von dem alle schwärmten. Ein echtes Drama war das. Eine Day-, die zur Night Session wurde. Die Lichter im Melbourne Park gingen an. Im Hintergrund leuchtete die Skyline. Und auf dem Court lieferten sich Brands und Gilles Simon ein unglaubliches Match.



Am Ende verlor der Mann aus Deggendorf im fünfen Satz. „Sieben Matchbälle habe ich vergeben“, sagt Brands, der jetzt auf einem Hocker im Schatten des Players Restaurant sitzt und so aussieht, als gehe er die Partie noch einmal in Gedanken durch.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber stoppt Brands

Inzwischen ist viel passiert. Nach der Performance galt Brands trotz Niederlage als einer, der „Damage“ anrichten kann, der große Spieler ärgern kann. Fast knackte er die Top 50 (Rang 51), er spielte sich ins Davis Cup-Team. Von ihm kann man noch Einiges erwarten, so die einhellige Meinung.

Aber es kam anders. Brands erkrankte an Pfeifferschem Drüsenfieber, konnte nicht mehr vernünftig trainieren, geschweige denn gute Leistungen auf Turnieren zeigen. In der Rangliste fiel er bis auf Platz 425. Er nahm sich Auszeiten, aber die Blutwerte blieben schlecht. Bei den Australian Open 2015 tauchte sein Name gar nicht auf.

Brands: „Wie eine zweite Karriere“

Jetzt ist er wieder da. Und wie: Vier Matches hat er schon gewonnen. In seinen drei Quali-Matches gab er einen Satz ab, gegen seinen Erstrundengegner Victor Estrella Burgos ebenfalls einen – Erfolg in vier Sätzen, Sprung in Runde zwei am Mittwoch (ab 1 Uhr deutsche Zeit) gegen Guillermo Garcia Lopez.

„Es ist wie eine zweite Karriere“, sagt Brands. Wobei diese nicht plötzlich da ist. Seit rund einem Jahr müht er sich auf Future- und Challenger-Turnieren. Als er ganz unten war, schrieb er eine Mail an Magnus Norman, den Coach von Stan Wawrinka. Der glaubte an ihn. Brands nennt Norman „meinen Mentor“. Seitdem reist er zum Training auch mal nach Schweden in die Akademie „Good to Great“, die Norman zusammen mit den Ex-Profis Niklas Kulti und Mikael Tillström betreibt.

Den Arbeitseifer von Norman legt auch Brands an den Tag. „Das Ziel ist, besser zu werden als 2014“, sagt der 28-Jährige. Es wird spannend, seinen weiteren Werdegang zu verfolgen. Denn eines ist klar: Brands brennt.

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