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Mail aus Wimbledon: Kommt Tommy Haas noch einmal zurück?

Unser Reporter berichtet in seiner Mail aus Wimbledon über spezielle Momente beim traditionsreichsten Turnier der Welt und einen ebenfalls besonderen Auftritt von Tommy Haas in seinem Zweitrundenmatch gegen Milos Raonic.



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Hier geht’s lang: Der Weg zur berühmten Schlange von Wimbledon zwischen Southfields und der Church Road.

In Wimbledon gibt es eine Menge sogenannter „Must-Dos“. Diese speziellen Momente, die man erleben muss, wenn man dieses besondere Turnier besucht. Natürlich sollte man sich unbedingt einmal treiben lassen zwischen den vielen Nebencourts des All England Clubs, an denen man vorbeischlendert und stehen bleibt, wo es gerade spannend ist. Ähnlich wie bei den US Open und ganz anders als beispielsweise bei deutschen Tour-Events. Die Geräuschkulisse ist hier ebenfalls – abgesehen vom fehlenden Flugzeuglärm – vergleichbar mit der in Flushing Meadows. Man muss unweigerlich an lächerliche Szenen bei heimischen Punktspielen auf teils unterirdischem Niveau denken, bei denen sich Spieler in Bezirks- und Kreisklassen darüber echauffieren, wenn einer von drei treuen Zuschauern ein Niesen nicht unterdrücken kann.

Von Southfields nach Wimbledon

Die spezielle Wimbledon-Atmosphäre spürt man besonders gut, wenn man morgens zu Fuß zur Anlage läuft. Wer mit der U-Bahn anreist, steigt am besten an der Station Southfields aus. Zwar marschiert man dann eine gute Viertelstunde bis zur Church Road. Der Weg allerdings lohnt sich – vorbei an unzähligen kleinen Ständen, an denen  zum Beispiel handgemalte Bilder von Federer, Djokovic & Co. verkauft werden, oder an Shops, die typische Wimbledon-Souveniers anbieten. Und natürlich an Dutzenden grün-lilafarbenen Plakaten, die den ticketlosen Fans im Abstand von rund 50 Metern immer wieder den Weg zur „Queue“, der wohl berühmtesten Schlange der Welt, weisen. Seit ein paar Jahren stehen die Massen für Eintrittskarten nicht mehr an der Straße an, sondern schieben sich auf einer zum Campingplatz umfunktionierten Wiese neben dem All England Club Meter für Meter weiter an die Tickethäuschen heran.

Die Hoffnung auf den letzten Coup

Speziell war auch der Zweitrundenauftritt von Tommy Haas an diesem Mittwoch. Weil man vor seinem Match gegen den letztjährigen Halbfinalisten und Weltranglisten-8. Milos Raonic zumindest vermuten musste, dass es sein letzter Auftritt auf dem Rasen von Wimbledon werden könnte. Klar, die Diskussionen um ein nahendes Karriereende des erfolgreichsten deutschen Tennsspielers seit der Becker-Stich-Ära sind inzwischen so selbstverständlich wie der Linksverkehr in Großbritannien. Und doch wird man seit seinem Comeback vor ein paar Wochen beim Rasenturnier in Stuttgart den Eindruck nicht los, Haas’ gefühlt zehnte Rückkehr auf die Tour in seiner nun 19 Jahre währenden Karriere, könnte lediglich ein verzweifelter Versuch werden, noch einen letzten Coup zu landen, um ein würdiges Ende einer langen Laufbahn zu finden.

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