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Maria Sharapova: Sie ist wieder da!

Am Ende des Tages war sogar ihr Pressekonferenz-Outfit perfekt durchkomponiert. Maria Sharapova trug eine schwarze Lack-Jacke ihres Sponsors Nike, dazu farblich abgestimmt die Leggins, die Turnschuhe und die überdimensionale Handtasche. Das Haar streng nach hinten gebunden. Ein Look passend zu ihrem coolen, trotzigen Auftritt, der ganz anders war als die reumütige Bekanntgabe ihrer Doping-Sperre im März 2016. Damals, in einem Hotel in Los Angeles, dessen  hässlicher Teppich ins Auge stach, trug sie ein dunkles Kostüm mit offenen Haaren. Ihr Blick war gesenkt.



Günthardt: „Die halbe Welt schaut nach Stuttgart“

Aber jetzt, an diesem 26. April 2017, als „die halbe Welt nach Stuttgart schaute“, wie Centre-Court-Moderator Heinz Günthardt ein wenig übertrieb, wurde eines deutlich: SIE ist wieder da. Und Sharapova nahm die pickepackevolle Pressekonferenz in der Porsche-Arena wie eine zweite Matchhälfte ihres Comebacks an. Sie war bestens vorbereitet auf jede kritische Frage, die der „Sünderin“ von Medien wie der New York Times oder der Sun gestellt wurde. Auf die Anwesenheit des britischen Boulevard-Blatts reagierte sie schlagfertig und amüsiert: „Ich glaube nicht, dass die Sun jemals in Stuttgart war! Wow, zum ersten Mal! Jungfrauen!“

Die 30-Jährige ging in dem Frage-und-Antwort-Spiel sehr fokussiert, professionell und mit Härte zur Sache – genau wie zuvor bei ihrem 7:5, 6:3-Sieg gegen die Italienerin Roberta Vinci. Die Frage aller Fragen, welches erlaubte Mittel sie statt Meldonium nun wegen ihrer Diabetes-Familienhistorie und der angeblichen Herzprobleme zu sich nehme, retournierte sie mit dem Verweis: „Diese Information bleibt zwischen mir, der WTA und meinem Doktor.“ Ob sie hoffe, dass sie zu einigen mit Misstönen ihr gegenüber aufgefallenen Kolleginnen nun wieder ein besseres Verhältnis aufbauen könne? „Wozu? Damit sie nettere Sachen über mich in Pressekonferenzen sagen? Was wird das an meinem Tennis ändern?“

DAS STYLING PASST: Maria Sharapova bei der Pressekonferenz in Stuttgart nach ihrem Comeback-Sieg.

Sharapova: „Kontrolliere nicht die Wörter meines Managers“

Sie distanzierte sich auch nicht von der Äußerung ihres Agenten Max Eisenbud, der Agnieszka Radwanska und Caroline Wozniacki zuletzt als „journeymen players“, also als „Mitläuferinnen“, bezeichnet hatte. Sie würden gern ihren ersten Grand-Slam-Titel gewinnen und Sharapova deshalb nicht bei den French Open haben wollen. „Ich kontrolliere nicht die Wörter meines Managers. Ich bin mir sicher, dass er die Kommentare von allen in den vergangenen 15 Monaten verfolgt hat und ein Recht hat auf eine eigene Meinung.“

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