TENNIS-AUS-OPEN

Miami, die Marke Federer und der Manager

Früher als geplant kehrt Roger Federer nach seiner Knie-OP in Miami zurück auf die Tour. In welchem Stadium seiner Karriere ist er? Wie plant er für die Zukunft? Wer hält ihm den Rücken frei? Am besten man spricht mit jemandem, der ihn richtig gut kennt – mit seinem Manager Tony Godsick.

„You got me“, sagt Tony Godsick bei der Begrüßung grinsend – ich habe ihn erwischt. Denn: Er gebe „sehr selten“ Interviews. Da spielt es auch keine Rolle, dass man sich schon seit 1997 kennt. Damals betreute Tony Godsick Tommy Haas. In einem Haus in Wimbledon fand unser erstes Treffen statt. Inzwischen ist der 46-jährige New Yorker der Mann, der über die Marke Federer wacht.

Godsick selbst ist schon eine Story. Er, der bereits als 20-jähriger IMG-Praktikant Monica Seles betreuen durfte. Es habe sofort „klick“ gemacht und so wurde Godsick, die Notlösung, der Manager einer der Stars der Tour, einer Spielerin, die zu diesem Zeitpunkt schon sieben Grand Slam-Turniere gewonnen hatte. In den Folgejahren legte der studierte Politikwissenschaftler Anthony Lewisohn Godsick beim Marketingriesen IMG eine atemberaubende Karriere hin – als Schattenmann hinter den Stars.

Miami, die Marke Federer und der Manager

Seit 2005 geschäftlich verbunden: Roger Federer und sein Manager Tony Godsick (re.).

Seine Vita liest sich für einen, der nicht im Rampenlicht steht, ziemlich prominent: Sein Urgroßvater Richard Lewisohn, in Deutschland geboren, hatte als Mediziner die spektakuläre Entdeckung gemacht, wie bei Transfusionen die Gerinnung von Blut verhindert werden kann, sein Großvater mütterlicherseits war Mitglied im Finanzsektor der Stadtverwaltung New York. Verheiratet ist Godsick mit der früheren Nummer vier der Welt und heutigen US-Fed Cup-Teamchefin Mary-Joe Fernandez. Der Miterfinder der Internet-Plattform Periscope, Kayvon Beykpour, ist ein Freund von ihm. Wenn Godsick über die App für Videodirektübertragung in Echtzeit erzählt, gerät er ins Schwärmen: „Mein Sohn Nicholas ist verrückt nach Tennis. Er hat ein Match gespielt, ich habe es live über mein Handy gestreamt und meine Frau, die beim Fed Cup war, konnte sich alles ansehen – Wahnsinn!“

Ins Schwärmen gerät der Manager auch, wenn er über Roger Federer spricht. Klar, dass Federer für Godsick der größte Spieler der Geschichte ist und dass er, Godsick, sich glücklich schätzen darf, mit ihm zusammenzurarbeiten – „Es ist die goldene Ära des Tennis und ich bin froh, dass ich in der ersten Reihe sitze.“

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