Juan Martin del Potro – Tennis French Open 2017

Post aus Paris: Adieu Delpo!

Juan Martin del Portro wurde bei seiner ersten Roland Garros-Teilname seit fünf Jahren gefeiert wie sonst nur französische Akteure. Der sanftmütige argentinische Riese ist einfach ein toller Sportsmann und ein cooler Hund.



Das wählerische Pariser Publikum im Stade Roland Garros verschenkte sein Herz in diesem Jahr an einen Turm von Mann, genannt „Delpo“. Wenn Juan Martin del Potro in seinen drei Matches eine seine Vorhand-Kanonen abfeuerte, dann machten die Zuschauer mitten im Ballwechsel „Oh“ oder „Hssssss“. „Das mag ich, das mag ich sehr“, sagte der Argentinier dazu sanft lächelnd. „Ich glaube, sie erschrecken sich ein bisschen.“ Man muss diesen Kerl einfach mögen. Nicht nur wegen seines Bombenspiels.

In Paris wird Juan Martin del Potro von den Fans gefeiert - auch, für seine krachende Vorhand.

Der Weltranglisten-30. ist nach seinen Handgelenks-Operationen immer noch nicht ganz der alte del Potro; er spielt auf der Rückhandseite hauptsächlich Slice.

Gäbe es einen Fairplay-Preis bei Grand Slam-Turnieren, dann hätte er ihn schon am Donnerstag gewonnen, als er seinen schwer am Knie verletzten und weinenden Gegner Nicolás Almagro von dessen Seite abholte. Er eskortierte den Spanier, trug ihm den Schläger und tröstete ihn in seinen großen Armen: „Ich habe versucht, gute Worte zu finden. Dass er an seine Familie und an sein Baby denken soll“, hatte del Potro später erzählt.

Adieu Delpo

Juan Martin del Potro (re.) tröstete den Spanier Nicolás Almagro, der in der 2. Runde aufgrund einer Verletzung bei Stand von 3:6, 6:3, 1:1 aufgeben musste.

Del Potro hatte drei Handgelenks-Operationen

Er kennt sich ja leider aus mit Verletzungen. Erstmals seit fünf Jahren konnte der drei mal am Handgelenk operierte US Open-Sieger von 2009 überhaupt wieder an den French Open teilnehmen. „Ich habe mich hier sogar verlaufen, weil alles neu ist“, merkte er dieser Tage mit seinem immer ein bisschen schläfrigen Blick an.

Seine weltweite Popularität erklärt sich der inzwischen 28-Jährige mit seiner Leidensgeschichte: „Ich glaube, all die Menschen mögen meine Story. Ich war lange draußen. Ich versuche, mein Handgelenksproblem in den Griff zu bekommen und ich gebe niemals auf. Natürlich weiß jeder wie meine Rückhand ist, wenn man das mit dem alten del Potro vergleicht. Ich muss jetzt sehr viel laufen in den ganzen Matches. Ich glaube, das sehen und honorieren die Menschen. Außerdem versuche ich immer ich selbst zu sein“, sagte er am Samstag.

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