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Serve & Drive: Tag 4 – Inselleben und Beach Tennis

Ein Road Trip durch Florida. In dieser Woche steuert tennis MAGAZIN drei Ziele an: den im Januar eröffneten USTA National Campus in der Nähe von Orlando, die IMG Academy in Bradenton und die Miami Open auf der Millionärsinsel Key Biscayne mit Blick auf Downtown Miami.

Sand wie Puderzucker

Anna Maria Island ist eigentlich keine Insel. Der Küstenstreifen vor Bradenton am Golf von Mexiko ist mit dem Festland durch Brücken verbunden. Er heißt auch Bradenton Beach. Fährt man von der IMG Academy die Cortez Road nach Westen taucht nach etwa 15 Minuten eine Brücke auf, von der sich ein malerischer Blick bietet: weiße Yachten, Pelikane, Angler, schmucke Häuser, Stege, die ins Meer ragen. Zwei Minuten später ist man da, auf Anna Maria Island.

Serve & Drive: Tag 4

Ausblick von der Brücke der Cortez Road – hier trennt sich Bradenton von Bradenton Beach.

Die Insel, genauergesagt das Tortuga Beach Resort, ist für zwei Tage unsere floridianische Heimat. Ein paar Kilometer ist sie lang. Im Norden gibt es einen Steg und ein Fischrestaurant, von wo aus man wunderbar beobachten kann, wie Pelikane nach Fischen tauchen. Gen Süden reiht sich Longboat Key an, ein weiterer vorgelagerter Küstenstreifen, der so spektakulär ist wie sein Name. Beide Orte ziehen sich über Kilometer lang. Und beide sind nur ein Lächeln breit.

Feine Adresse und unsere Heimat für zwei Tage – das Tortuga Beach Resort auf Anna Maria Island.

Feine Adresse und unsere Heimat für zwei Tage – das Tortuga Beach Resort auf Anna Maria Island.

Der Sand am Strand fühlt sich an wie Puderzucker. Und so ist es kein Wunder, dass Anna Maria Island zu den beliebtesten Zielen im Westen Floridas gehört. Für Besucher der IMG Academy, dieses durch Nick Bollettieri weltberühmt gewordene Camp, ist Anna Maria Island ein Must. Weil es so nah ist und weil es die perfekte Abwechslung vom Tennis ist.

Beach Tennis inklusive Abkühlung

Wobei: Man kann auch wunderbar am Strand Bälle schlagen. „Morgen braucht ihr eigentlich nicht zu kommen“, sagt Johnny Esfeller IV., der PR-Mann bei IMG. Wir hatten eigentlich noch ein paar Storys in der Akademie eingeplant. Aber es ist Spring Break. „Morgen“, sagt Johnny, „fahren fast alle runter nach Miami.“ Klar, das Gigantenturnier ist praktisch um die Ecke, keine 400 Kilometer entfernt.

Also, was tun heute? Die Antwort: Wenn in der Academy nichts los ist, holen wir die Academy zu uns. Und spielen Beach Tennis! Um 15 Uhr hole ich Coach Pete Van Lieshout in der Academy ab. Als der 31-Jährige hörte, wir drehen ein Video am Strand, war er sofort Feuer und Flamme. „Ich habe mit Red Ayme darüber geredet, er wollte nicht“, erzählt Pete später am Strand beim Bier. Red Ayme? Genau, der Ex-Coach von Tommy Haas. Als er vor rund zehn Jahren mit Haas auf Tour war, war auch Red, der Mann mit den feuerroten Haaren, ein bekannter Mann in der Szene.

Um es kurz zu machen: Pete und ich haben richtig Spaß beim Beachtennis am Strand. Die Passanten, Schwimmer, Surfer nehmen wir nicht wahr. Wir vollieren, Fotograf Olli dreht das Video, fotografiert, setzt uns in Szene. Am Ende gehen wir beide baden. Der Ozean hat zu dieser Jahreszeit noch keine Badewannen-Temperatur, ist vielleicht 20 Grad warm – die perfekte Abkühlung.

What a Match: Nach dem Beachtennis mit Pete Van Lieshout, Coach der IMG Academy.

What a Match: Nach dem Beachtennis mit Pete Van Lieshout, Coach der IMG Academy.

Der vorerst letzte Sonnenuntergang in Anna Maria Island

Seit sechs Jahren arbeitet Pete fest in der Akademie, davor war er auch schon mal da. „On and Off“, wie er das formuliert. Aber weil der Mann, der ursprünglich aus Wisconsin kommt, mit seiner Frau in Bradenton wohnen wollte, ist das Reich von Bollettieri seine Heimat. Morgens um sechs fängt er an Training zu geben, manchmal ist erst spät abends Schluss. Was er liebt: „Die Begegnungen mit Nick“, sagt Pete. Wenn er morgens an dem Hallenplatz vorbeigeht, auf dem die Trainerlegende Bollettieri auch mit 85 Jahren noch Unterricht gibt, quatschen sie manchmal über Gott und die Welt. „Dieser Mann ist unglaublich“, sagt Pete über Nick.

Pete hat sein Guinness ausgetrunken – „Ich liebe dunkles Bier“ – und wir werden den sympathischen Coach jetzt wieder bei der IMG Academy abliefern. Es ist das perfekte Timing. Denn plötzlich schüttet es wie aus Eimern. Aber ein halbe Stunde später, als der Autor des Tagebuchs diese Zeile hackt, scheint schon wieder die Sonne.

Und tschüss: Nächste Station Miami Open, Key Biscayne.

Und tschüss: Nächste Station Miami Open, Key Biscayne.

Es wird unser letzter Sonnenuntergang in Anna Maria Island sein. Morgen geht es nach Miami, genauer gesagt nach Key Biscayne. Zum großen Tennis.

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