Off Court At The 2016 Australian Open

Zuversicht dank Zverev-Brüdern

Wenn Deutschland an diesem Wochenende gegen Belgien in der Frankfurter Fraport Arena aufläuft, werden die Zverev-Brüder für eine Premiere sorgen. Nie zuvor gehörte ein Bruderpaar einer DTB-Auswahl an. 



Mischa rückt in den Fokus

Wenn bislang von Zverev die Rede war, ging es in der Regel um Alexander. Den 19-Jährigen, das Supertalent, der kommenden Nummer eins. Inzwischen hat sich das geändert. Genauer gesagt seit den Australian Open. Es gibt da nämlich noch einen Bruder, zehn Jahre älter, der auch noch ganz gut Tennis spielt. Endlich darf er es auch dauerhaft zeigen, weil ihn keine Verletzung mehr daran hindert, wie in den Jahren zuvor. Mischa Zverev, der Murray-Bezwinger von Melbourne hat sich seine zweite Davis Cup-Nominierung nach 2009 (2:3-Niederlage im Viertelfinale gegen Spanien) redlich verdient. Nun steht er gemeinsam mit seinem „kleinen“ Bruder in der Nationalmannschaft. „Davon haben wir immer geträumt“, sagt er.

Die Vorfreude ist spürbar, besonders bei Mischa. Und sie tut allen Beteiligten gut, vor allem auch dem DTB. Selten gab es in jüngerer Vergangenheit so viel Harmonie und Zuversicht rund um eine Partie der deutschen Herren. Den Brüdern sei dank.

Logisch, beide gönnen sich gegenseitig den Erfolg, unterstützen sich. Man gewinnt bisweilen den Eindruck, „Sascha“ ist beinahe dankbar, nicht ständig wiederkehrende Fragen zu seiner Person beantworten zu müssen – wann denn der erste Grand Slam-Titel drin sei oder die Top Ten. Er freut sich, wenn er auch mal über seinen erfolgreichen Bruder mit der herrlich gnadenlosen Serve & Volley-Strategie reden kann. Mischa seinerseits nimmt den neu entfachten Rummel mit einer großen Portion Gelassenheit. Stets freundlich, stets verbindlich. Und einfach nur dankbar, ein solches Comeback geschafft zu haben.

Zverev-Brüder könnten im Doppel spielen

Kapitän Michael Kohlmann hat für das samstägliche Doppel Jan-Lennard Struff an die Seite von Mischa Zverev beordert. Was aber noch nicht endgültig heißt, dass es nicht doch noch zur Brudervereinigung auf dem Platz kommen kann. Kohlmann darf sich kurzfristig noch umentscheiden. Und vielleicht ändert er seine Wahl noch, denn Struff war am Freitag nicht in der Fraport Arena, da er sich krank meldete. Zum Auftakt verlor Philipp Kohlschreiber unerwartet gegen Steve Darcis. Zverev junior machte den Patzer durch seinen glatten Erfolg gegen Arthur de Greef wett. 1:1, alles auf Null nach Tag eins.

Zverev-Brüder

Bei einem Vorbereitungsturnier für Wimbledon hat es das Zverev-Doppel schonmal gegeben. Am Samstag könnten die Brüder Alexander (r.) und Mischa erstmals für den DTB gemeinsam antreten.

Hoffnung auf das Viertelfinale

Die Aussichten bei der DTB-Herrenauswahl sind jedenfalls so vielversprechend wie lange nicht mehr. Endlich mal keine Querelen und Störfeuer im und rund um das Team (Stand Freitag-Vormittag). Sollte Belgien geschlagen werden – und das ist, vor allem nach der Absage David Goffins auf Gästeseite, durchaus machbar – heißt es nach drei Jahren endlich wieder Viertelfinale statt Relegation. Und – Bruderpaar hin oder her – nur das zählt. Das verdeutlichte Alexander höchstpersönlich: “ Es geht darum, dass wir als Mannschaft weiterkommen.“ Klar würde er gerne mit seinem Bruder auflaufen, aber bei seiner ersten Pressekonferenz am Dienstag in der Fraport-Arena demonstrierte er vor allem Teamspirit. Recht hat er. Klar ist aber auch: Die Zverev-Brüder können  einen großen Beitrag zu einem erfolgreichen Wochenende leisten. Alexander hat am Freitag den ersten Schritt gemacht.

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