6. Auf tiefe Slicebälle kann ich nicht gut kontern. Was hilft gegen diese fiesen „Schnibbler“?
Grundsätzlich gilt, dass es den „Schnibblern“ dann leichter fällt,
einen Slice anzusetzen, wenn der Ball schnell auf sie zukommt. Deswegen
sollten Sie manchmal das Tempo aus Ihren Schlägen nehmen, dann werden
die Slicebälle Ihres Gegners nicht mehr ganz so unangenehm. Und es
ergibt sich daraus die Chance, den Gegner unter Druck zu setzen. Wenn
ein Sliceball langsam oder kurz ist, müssen Sie das als Gelegenheit
auffassen, um zu attackieren.
7. Das Spiel meines Gegners ist
unorthodox: mal kurz, mal lang, Topspin, Slice. In meinen Rhythmus
komme ich so nie. Wie finde ich ihn trotzdem?
Bewahren Sie unbedingt Ruhe und suchen Sie nach dem „roten Faden“ in
Ihrem eigenen Spiel. Spielen Sie Ihre Stärken aus und lassen Sie sich
nicht davon verunsichern, dass Ihr Gegner so viel variiert. Meine
Notlösung: Bälle bevorzugt in die Mitte spielen. Damit lässt sich
weniger anfangen, und er kann seine Varianten nicht mehr so gut
ausspielen.
8. Der zweite Aufschlag meines Rivalen
ist schwach, ich kann aber nicht viel mit ihm anfangen. Was soll ich
mit solchen Einwürfen machen?
Nur weil der Gegner einen vermeintlich schwachen Schlag spielt, heißt
das nicht, „volles Rohr“ auf den Ball gehen zu müssen. Von dieser
Einstellung müssen Sie sich befreien, weil dadurch zu viele Fehler
provoziert werden. Gehen Sie nicht auf direkte Gewinnschläge, sondern
achten Sie darauf, den Return lang zu platzieren. Halten Sie die eigene
Return-Quote hoch; Steigern Sie langsam Tempo und Risiko bei den
Returns.
9. Mein Doppelpartner ist schwächer als ich. Wie können wir dennoch gemeinsam unser Match gewinnen?
Sie müssen Ihren Partner durch positives Zureden stark machen.
Irgendetwas muss er gut beherrschen, konzentrieren Sie sich auf diese
Stärke. Parallel dazu müssen Sie mehr Initiative übernehmen und Präsenz
auf dem Platz zeigen. Das hält Ihrem Partner den Rücken frei, und er
fühlt sich besser. Aber Achtung: Werden Sie mit Ihren Aktionen nicht zu
übermütig! Dann schwächen Sie sich selbst.
10. Im Doppel bleiben die Gegner nur hinten. Was machen mein Partner und ich gegen ein Defensivdoppel?
Variieren Sie ständig Ihre Angriffe, indem Sie Positions- und
Seitenwechsel einstreuen. Für die Gegner werden Passierbälle
komplizierter, wenn sie in der Mitte angespielt werden, weil dann die
Winkel kleiner sind. Deswegen: Oft über die Mitte angreifen. Und durch
kurze Bälle in die Mitte können Sie die Gegner nach vorne locken. Denn:
Am Netz sind sie sicher nicht so gut.
Aufgezeichnet von Tim Böseler