Germany v Czech Republic – Davis Cup Day 1

Alexander Zverev: Ein grandioses Debüt!

Nach dem ersten Tag in Hannover steht es zwischen Deutschland und Tschechien 1:1. Den Punkt für Deutschland holte Philipp Kohlschreiber. Die Story gehört trotzdem Alexander Zverev – weil der 18-Jährige ein grandioses Debüt feierte.



Was wäre gewesen, wenn? Zum Beispiel, wenn Alexander Zverev beim Stand von 6:5 im Tiebreak des ersten Satzes keinen Lob, sondern stattdessen einen Passierball riskiert hätte? Oder wenn im gleichen Ballwechsel einer der zwei Netzroller von Tomas Berdych ins eigene Feld zurückgesprungen wäre?

Vielleicht würde sich der Autor dieser Zeilen dann an einem Vergleich mit Sindelfingen 1985 versuchen. Als ein gewisser Boris Becker im Alter von 18 Jahren sein Debüt im Davis Cup gab – und am Ende der Partie zwei Punkte zum 3:2 Erstrundensieg gegen Spanien beisteuerte.

Zverev – da gibt es keine Zweifel – hat in seinem ersten Match für Deutschland trotz seiner 6:7, 6:1, 6:4, 6:7, 3:6-Niederlage nach 4:20 Stunden eine grandiose Leistung vollbracht. Ja, starke deutsche Youngster im Davis Cup gab es in den vergangenen Jahren einige: Cedrik Marcel Stebe gegen Australien in Hamburg 2012; Peter Gojowczyk gegen Frankreich in Nancy 2014; Jan-Lennard Struff ebenfalls gegen Frankreich in Frankfurt 2015. Alle drei sind danach in der Versenkung verschwunden.

„Er fordert die große Bühne“

HANOVER, GERMANY - MARCH 04:  Alexander Zverev of Germany in action in his match against Tomas Berdych of Czech Republic during Day 1 of the Davis Cup World Group first round between Germany and Czech Republic at TUI Arena on March 4, 2016 in Hanover, Germany.  (Photo by Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Starke Waffe: Zverev servierte mit weit über 220 km/h.

Bei Zverev aber liegen die Dinge anders. „Er ist einer, der diese große Bühne mag – und auch fordert“, sagte Michael Kohlmann am späten Freitagvormittag, während der 1,98 Meter-Schlacks zusammen mit Philipp Petzschner die letzte Trainingseinheit absolvierte. Dabei blickte der Teamchef auf die noch leeren Ränge der Arena.

Als Zverev einige Stunden später vor gut 6.000 Fans unten auf dem blauen Hardcourt stand, wurde deutlich, was Kohlmann meinte. Nervosität? Fehlanzeige. Philipp Kohlschreiber hatte nach seinem Fünfsatz-Sieg im Auftakteinzel gegen Lukas Rosol erzählt, er habe seinen jungen Teamkollegen am Tag zuvor mental ein wenig auf seinen großen Auftritt vorbereiten wollen. „Ich bin so gut drauf, ich spüre überhaupt keine Anspannung“ habe ihm der Youngster trocken entgegnet. Damit hatte sich der Austausch mit der deutschen Nummer eins erledigt.

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