Alexander Zverev scheidet bei US Open frühzeitig aus

Alexander Zverev verliert in zweiter Runde: „Sehr, sehr schlecht gespielt“

New York (SID) – Der als Mitfavorit gehandelte Alexander Zverev hat bei den US Open eine böse Überraschung erlebt und ist in der zweiten Runde von New York ausgeschieden. Der an Position vier gesetzte Hamburger unterlag dem Weltranglisten-61. Borna Coric (Kroatien) mit 6:3, 5:7, 6:7 (1:7), 6:7 (4:7).



Hier gibt es das Ende der Partie mit dem Originalkommentar von Matthias Stach und Boris Becker bei Eurosport.

„Ich habe im zweiten und dritten Satz sehr, sehr schlecht gespielt. Das ist einfach enttäuschend, aber mein Leben geht weiter“, sagte der sichtlich wütende Zverev in der Pressekonferenz und meinte: „Ich weiß, dass ich hier große Dinge hätte erreichen können. Dinge, die ich bislang noch nicht erreicht habe.“ Im vierten Durchgang vergab er beim Stand von 6:5 drei Satzbälle in Folge.

58 Fehler ohne Not

Nach 3:26 Stunden besiegelte auf dem Grandstand von Flushing Meadows ein Vorhandfehler das frühe Aus von Zverev. Es war sein 58. Unforced Error in einer wechselhaften Partie.

Der 20-Jährige war nach seinen Erfolgen bei den Hartlatzturnieren in Washington und Montréal als heißer Titelanwärter gehandelt worden. Auch weil Zverev in dieser Saison genauso viele Masters-Siege (2) auf dem Konto hat wie Rafael Nadal (Spanien/Nr. 1) und Roger Federer (Schweiz/Nr. 3).

Doch gegen den gleichaltrigen Coric, ebenfalls ein Gesicht der sogenannten „NextGen“ (nächsten Generation) im Welttennis, wirkte Zverev nicht auf der Höhe und nutzte nur eine von elf Breakchancen.

22 Asse halfen nicht

Auch 22 Asse konnten die Niederlage nicht verhindern. Damit wartet der Weltranglistensechste Zverev weiterhin auf sein erstes Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier.

Dafür erreichte sein Bruder Mischa Zverev (Hamburg/Nr. 23) ebenso wie Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 30) als erste deutsche Profis die dritte Runde von New York.

Mischa Zverev wieder in 5 Sätzen

Mischa Zverev musste beim 6:3, 6:2, 3:6, 6:7 (3:7), 7:5 gegen Benoit Paire aus Frankreich über die volle Distanz gehen. Görges indes erledigte ihre Aufgabe beim 6:2, 6:1 gegen Zheng Saisai (China) sehr souverän.

Während der ältere Zverev-Bruder nun auf den Aufschlagriesen John Isner (USA/Nr. 10) trifft, bekommt es Görges mit Aleksandra Krunic (Serbien) zu tun. Ausgeschieden ist in Runde zwei der Bayreuther Florian Mayer, der beim 3:6, 3:6, 3:6 gegen Wimbledonfinalist Marin Cilic (Kroatien/Nr. 5) auf verlorenem Posten stand.

Am Donnerstag können noch vier weitere Deutsche in die dritte Runde einziehen – elf sind bereits auf der Strecke geblieben.

Spiel, Satz, Sieg – großes Tennis hier bei uns im Livescore! Verpasst kein Match! Klickt Euch rein: http://www.tennismagazin.de/livescore/


  1. Stefan Höfel

    Best-of-5 ist eben nicht das Gleiche wie Best-of-3. Es ist schon überraschend, dass die Leistungen von Alexander Zverev bei den Grand-Slam-Turnieren so stark von den Leistungen bei anderen Turnieren abweichen. Platz 4 in der Weltrangliste vom 11.09.17 bleibt ja weiterhin möglich. Wobei natürlich die Frage berechtigt bleibt, ob jemand, der bei keinem der vier wichtigsten Turniere die Runde der letzten Acht erreicht hat, auf Platz 4 der Weltrangliste gehört? Aber immerhin hat er ja fünf Turniersiege in 2017 gefeiert. Aufgrund der Pausen von Djokovic, Wawrinka, Murray usw. ist zum Jahresende Platz 3 möglich, da nur Federer und Nadal noch unerreichbar sind.

  2. Henry Weidemann

    Auch wenn das frühe Aus natürlich schade ist, halte ich es im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung von Zverev hin zu einem echten Champion für gar nicht mal so ungünstig. Der Junge hat in diesem Jahr auf Tour-Level sein enormes Potenzial bereits mehrfach unter Beweis gestellt, hat mit gerade mal 20 Jahren schon zwei Masters 1000 gewonnen und sich langsam in den Top 10 etabliert. Möglicherweise käme da ein nächstes Ausrufezeichen bei den USOpen etwas zu früh. Der Hype wächst ja ohnehin schon stetig.

    Auch wenn dass jetzt natürlich abgedroschen klingt glaube ich dennoch, dass sich diese frühe Niederlage eher positiv auf den weiteren Reifeprozess auswirken kann. Eine schrittweise Annäherung an die absolute Weltelite – rankingtechnisch, titeltechnisch, mental – erscheint mir, wenn es auch zermürbend ist, sinnvoller. Da Zverev momentan genau diesen Weg zu gehen scheint, bin ich guter Dinge dass man in den kommenden Jahren noch einiges erfreuliches sehen wird.


Schreibe einen neuen Kommentar