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Ana Ivanovic: Schöne neue Welt

Sie ist natürlich, hübsch und beliebt: Ana Ivanovic. Als Ehefrau von Bastian Schweinsteiger steht sie noch stärker im Fokus als zuvor. Sportliche Erfolge erscheinen für ihren Marktwert inzwischen zweitrangig.



Die folgende Geschichte ist eine Print-Übernahme aus unserem Magazin 9/2016, erschienen also einige Monate vor dem Rücktritt der Serbin.

Normalerweise ist ein Faux-pas nicht der optimale Einstieg in ein Interview. Beim Treffen mit Ana Ivanovic flätzt sich der Reporter sofort auf einen gepolsterten Sessel. Für die Serbin bleibt nur ein Stuhl ohne Kissen. Zum Glück ist tennis MAGAZIN-Fotograf Jürgen Hasenkopf ein Kavalier alter Schule. Er grätscht dazwischen und weist seinen jungen Kollegen zurecht. Die Plätze werden getauscht, Ivanovic kichert und findet das Reise-nach-Jerusalem-Spielchen durchaus amüsant. Das Eis  – falls es welches gab – ist gebrochen. Danach läuft das Aufnahmegerät exakt zwölf Minuten und 40 Sekunden. Ein äußerst entspannter Termin mit jener jungen Dame, die in den vergangenen Wochen durch die Hochzeit mit Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger zu einer der berühmtesten Ehefrauen im Profisport avancierte, Cover von Klatsch- und Tratschblättern zierte und tagelang in den Trendthemen der Suchmaschine Google gelistet war.

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„Keine privaten Fragen!“

Ihre Liebe zum ehemaligen Nationalspieler und Ex-Bayernstar ist allerdings ein Tabuthema. „Keine privaten Fragen, sonst breche ich sofort ab“, sagt ihr Presseagent Shem Jacobs direkt bei der Begrüßung. Jede Woche erhalte Jacobs, ein Engländer mit Maßanzug und mindestens so akkurant gestylten Haaren wie Milos Raonic, mehrere Interviewanfragen aus Deutschland. Er lehne alle ab, weil seine Klientin über ihr Privatleben ungern spricht, erzählt er. „Ihr seid das einzige deutsche Medium, bei dem wir derzeit eine Ausnahme machen. Also, versau‘ es nicht, Junge!“

Ivanovic: „Frauen sind emotionaler, uns werfen Dinge schneller aus der Bahn“

Es gibt genügend andere Themen, über die man mit Ivanovic plaudern kann. Sie ist eine angenehme Gesprächspartnerin, hält stets den Blickkontakt, registriert genau, ob ihr Gegenüber folgen kann oder nicht. Ihr Manager, Dan Holzman, ein Schweizer Unternehmer, erzählte vor einigen Jahren, Ivanovic habe nie ein Medientraining absolviert. Man kann es kaum glauben, aber zumindest darf man der Serbin attestieren, dass sie sich ihre größte Stärke, die Natürlichkeit, bewahrt hat. Ivanovic, weißes T-Shirt, lilafarbene Shorts, Pferdeschwanz, lehnt sich jetzt in ihrem gemütlichen Sessel zurück und spricht über die Veränderungen, seit ihre Profikarriere vor 13 Jahren begann. „Das Niveau ist deutlich gestiegen. Der Abstand zwischen Nummer zehn und Nummer 100 ist kleiner geworden“, sagt sie. Von Serena Williams schwärmt die 28-Jährige: „Sie ist ein toller Mensch. Ich wünsche ihr, dass sie noch viele Grand Slam-Titel gewinnt.“ Dann ergänzt sie: „Für Frauen ist es schwerer als für Männer, so lange an der Spitze zu stehen.“ Die Serbin kontert sofort den fragenden Blick des Reporters. „Wir sind viel emotionaler, uns werfen Dinge schneller aus der Bahn!“, erklärt sie energisch. Ein typischer Ivanovic-Moment, in dem sich ihr smartes Lächeln in ein lautes Lachen verwandelt.

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