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Becker: Kühnen macht einen „unglaublich guten Job“

Boris Becker schaute einmal kurz in die Runde, kniff in bekannter Manier die Augen zusammen und grinste über das ganze Gesicht. „Dem Dawydenko ging es ja beim Davis Cup in Moskau plötzlich auch so schlecht, dass er am Sonntag nicht mehr spielen konnte“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger in nicht ganz ernst gemeinter Anspielung auf die aktuelle Diskussion um einen möglichen Giftanschlag auf Tommy Haas: „Nicht, dass die da auf einmal die Spieler verwechselt haben. Das geht ja im Moment drunter und drüber.“

Trotz der kleinen Frotzelei nimmt Becker die derzeitige Situation rund um das deutsche Tennis und seine Spieler durchaus ernst. Im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag in Düsseldorf, wo er für sein Turnier „Masters of the Legends“ vom 19. bis 22. Dezember im Burgwächter Castello warb, gab Becker zu, dass ihn die negativen Schlagzeilen der letzten Tage grämen. „Ich bin ja immer froh, wenn über meinen heißgeliebten Sport gesprochen wird, aber so nun wieder auch nicht“, sagte er: „Viel lieber würde ich über die Chancen deutscher Spieler beim Masters Cup reden, aber leider ist ja mal wieder keiner dabei.“

Mr. X soll „Ross und Reiter nennen“

Ganz klar bezog Becker Stellung zu den diversen Themen. In Moskau habe die deutsche Mannschaft ein Davis-Cup-Halbfinale gespielt, was aller Ehren wert gewesen sei: „Es war schade, dass Tommy Haas krank geworden ist, aber das passiert nun mal im Sport. Es ist jetzt sechs Wochen her, und es sollte endlich jeder akzeptieren, dass Russland uns 3:2 geschlagen hat. Ende.“

Keinerlei Verständnis hat Becker für den anonymen Mr. X, der deutsche Tennisspieler ohne Namen zu nennen der Wettmanipulation beschuldigte und damit alle unter einen Generalverdacht stellte. Das findet Becker „extrem feige und ganz schwach. Er soll Ross und Reiter nennen oder den Mund halten. Solche Jungs sind einfach ganz schlecht beraten.“

Übrigens auch Martina Hingis würde Becker nach ihrer positiven Kokainprobe einen anderen Rat geben als den, sich zurückzuziehen: „Sie war die beste Tennisspielerin der Welt, so ein Abgang ist unwürdig. Sie muss mehr Licht in diese Sache bringen, das ist sie sich selbst schuldig.“

Unter dem Strich ist Becker mit Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen einer Meinung. Es sei ein gutes, ein sehr gutes Jahr für das deutsche Tennis gewesen, und Kühnen mache einen „unglaublich guten Job“. Junge Spieler wie Philipp Kohlschreiber oder Benjamin Becker seien in den Vordergrund gerückt, Tommy Haas habe die Hürde Masters Cup nur ganz knapp verpasst, und Nicolas Kiefer habe nach mehr als einem Jahr Pause ein phantastisches Comeback hingelegt: „Was er da im Halbfinale von Madrid gespielt hat, das war wieder ganz der alte Kiwi. Beeindruckend.“

Die große Musik als oberstes Ziel

Kühnens Aufgabe sei es nun, aus einem stetig größer werdenden Kreis von guten Spielern immer wieder eine kompakte Mannschaft zu formen. Die Spieler selbst fordert Becker auf, mit einem Weltranglistenplatz 30 oder 35 nicht zufrieden zu sein: „Das Ziel sollten immer die Top 10, noch besser die Top 5 sein. Erst da spielt die wirklich große Musik.“

Am 22. November wird Boris Becker 40 Jahre alt, einen Monat später lädt er seine Anhänger noch einmal zu einer Reise in die glorreiche Vergangenheit ein. Beim „Masters of the Legends“ in Düsseldorf schlagen neben Becker unter anderem Michael Stich, John McEnroe, Goran Ivanisevic, Henri Leconte und „meine ganz persönliche Legende Björn Borg“ auf.

Der Schwede, fünfmaliger Wimbledonsieger und einer der ganz Großen seines Sports, war das Idol des jungen Boris Becker: „Ich glaube, weil ich ihn so bewundert und verehrt habe, wollte ich vor allem in Wimbledon immer ganz besonders gut sein.“ Das, wie man weiß, ist Boris Becker gelungen.

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