Danielle Collins

Danielle Collins – 5 Dinge über die Durchstarterin

Danielle Collins sorgt nach Indian Wells auch bei den Miami Open für Furore und steht als Qualifikantin im Halbfinale. Die 24-jährige US-Amerikanerin hat einen ungewöhnlichen Karriereweg eingeschlagen.

Danielle Collins? Nie gehört. Wer über diese Dame vor einem Monat bereits viel wusste, gehört zu den absoluten Tennis-Insidern. Mit 24 Jahren hat sich die US-Amerikanerin, Nummer 93 der Damen-Weltrangliste, in beeindruckender Manier ins Rampenlicht gespielt. Bei den Miami Open steht sie sensationell im Halbfinale. Kann Collins tatsächlich die letzte Ausgabe im Crandon Park auf der Halbinsel Key Biscayne gewinnen? Es wäre eine der größten Tennissensationen der jüngeren Vergangenheit. Im Halbfinale in Miami trifft Collins Donnerstagnacht auf French Open-Siegerin Jelena Ostapenko.

Was man über Danielle Collins wissen sollte: Hier sind fünf Fakten über den Shootingstar.

Rekord in Miami mit Sieg gegen ihr Idol

Collins musste sich für die Miami Open zunächst qualifizieren und hat mit dem Halbfinaleinzug bereits sieben Spiele in Folge gewonnen. Die 24-Jährige ist die erste Qualifikantin in der Turniergeschichte, die es in die Vorschlussrunde geschafft hat. Im Viertelfinale fand für die Rechtshänderin aus St. Petersburg in Florida ein ganz besonderes Match statt. Sie traf auf Venus Williams. „Das erste Mal, als ich Venus in der Umkleide sah, musste ich fast weinen. Ich habe sie mein ganzes Leben vergöttert. Sie war immer meine Lieblingsspielerin“, sagte Collins. Trotz der Liebe zu Venus Williams kannte sie keinerlei Erbarmen mit ihrer Landsfrau und gewann 6:2, 6:3 – ihr erster Sieg gegen eine aktuelle Top-10-Spielerin. In der Form ist sogar der Titelgewinn für die Noch-Weltranglisten-93. drin. „Ich beginne endlich damit, alle Teile zusammenzuführen“, sagte sie nach ihrem Sieg.

Studium statt Profitennis

Collins entschied sich erst mit 22 Jahren, Tennisprofi zu werden. Zunächst konzentrierte sie sich auf ihren Studienabschluss in Medienwissenschaften an der University of Virginia. Die US-Amerikanerin galt bereits im Jugendbereich als hoffnungsvolles Nachwuchstalent und gewann mehrfach die amerikanischen Jugendmeisterschaften in ihrer Altersklasse. Allerdings: Sie konnte nicht früh die Weichen in Richtung Profikarriere mit Reisen zu internationalen Jugendturnieren stellen – dafür fehlte ihren Eltern das Geld. „Ich bin etwas autodidaktisch. Ich musste einige Sachen selbst herausfinden und erfinderisch sein, weil meine Eltern nicht das das Geld hatten. Das hat mich taffer gemacht.“

Collins konzentrierte sich also erst einmal auf Schule und Studium. „Ich wollte nicht nur eine Tennisspielerin sein. Ich wollte auf die Welt vorbereitet sein und nicht nur von meinem Tennis abhängig sein. Es wäre furchtbar, wenn du dich verletzt und keine Ausbildung hast, auf die du zurückgreifen kannst.“  Zudem hatte sie in ihrer Zeit am US-College mit einer Handgelenksverletzung zu kämpfen. „Es gab Zeiten, in denen ich mir nicht sicher war, ob ich wirklich professionell Tennis spielen wollte“, sagte die 24-Jährige. Im Sommer 2016 stieg Collins schließlich auf die Profitour ein und gewann seitdem vier ITF-Turniere.

Preisgeld abgelehnt

Da sich Collins wie ihre Landsfrau CiCi Bellis zunächst gegen eine Profikarriere entschied, musste sie ihr auf ihr Preisgeld verzichten, um als Studentin am US-College zugelassen werden zu können. „Ich habe bei den US Open 2014 Halep einen Satz abgenommen. Dann wurde ich gefragt, ob ich Profi werden möchte, weil es so viel Geld für das Erreichen der ersten Runde bei den US Open gibt. Aber ich habe ehrlich gedacht, mein Unterricht für ein ganzes Jahr ist mehr als das Geld für die erste Runde. Also ich habe das Geld nicht genommen und bin zurück zur Schule gegangen. Ausbildung ist so wichtig!“, erzählte Collins. Durch ihre starken Auftritte in Indian Wells und Miami hat die 24-Jährige in knapp vier Wochen mehr als 400.000 US-Dollar erspielt.

Noch kein Sieg bei einem Grand Slam

Collins gewann bislang noch kein Hauptfeldmatch bei einem Grand Slam-Turnier. Für die US Open 2014 und 2016 bekam sie eine Wildcard und verlor in der ersten Runde. Immerhin nahm sie Simona Halep bei ihre Grand Slam-Premiere einen Satz ab und deutete ihr großes Potential an. Bei den diesjährigen Australian Open scheiterte Collins im Quali-Finale. Dank ihrer starken Leistungen in Indian Wells und Miami wird die US-Amerikanerin nun bei vielen Turnieren direkt ins Hauptfeld reinkommen.

Riesensprung in der Weltrangliste

Collins ist in der Form ihres Lebens. Und das macht sich in der Weltrangliste bemerkbar. Vor Indian Wells belegte sie Platz 117 im WTA-Ranking, danach kletterte sich auf Position 93 – ihr vorläufiges Career-High. Diese Bestmarke wird nach Miami fallen. Dank des Halbfinaleinzugs in Key Biscayne wird sich Collins bis mindestens auf Platz 54 verbessern. Gewinnt sie gar den Titel in Miami, würde sie sogar auf Platz 28 springen.

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