BNP Paribas Open – Day 1

„Ein Sechser im Lotto“: Haas wird Turnierdirektor

Beim Turnier in Indian Wells gibt der frühere Weltklassespieler aus Hamburg sein Debüt als Funktionär und freut sich riesig.

Noch immer einer von ihnen

Der neue Job im kalifornischen Paradies der Millionäre ist für Tommy Haas wie „ein Sechser im Lotto“. Was nicht nur daran liegt, dass der 38-Jährige auch im urbanen Outfit mit weißem Hemd und langer Hose eine klasse Figur abgibt. Der Spitzname Sonnyboy, er passt auch jetzt noch perfekt zu dem stets gut gebräunten Familienvater. Haas fremdelt nicht, wenn er in diesen Tagen durch den mit Palmen besäumten Indian Wells Tennis Garden geht und das lockere Gespräch mit den Tennis-Profis sucht. Er ist immer noch einer von ihnen, das spürt man.

Dennoch steht der „ewige Tommy“, die Nummer 1024 im ATP-Ranking, in den nächsten zwölf Tagen doch irgendwie auf der anderen, der Funktionärsseite. Für den Wahl-Amerikaner Haas ist es so etwas wie ein erster Schritt in die eigene Zukunft, wenn er ausgerechnet bei dem mit insgesamt 15,7 Millionen Euro dotierten Großevent im malerischen Coachella Valley sein Debüt als Turnierdirektor gibt.

Haas wird Turnierdirektor

Tommy Haas vor dem Gemälde des Künstlers Mike Sullivan, das die Vorjahressiegerin Victoria Azarenka zeigt.

Reizvolle Aufgabe

Der Ort, aber auch die Strahlkraft der Veranstaltung passen bestens zu einem stets groß denkenden Menschen wie Haas. „So, wie es jetzt läuft, habe ich es mir immer vorgestellt. Diese Aufgabe reizt mich sehr, ich bin sehr gespannt“, sagte der frühere Weltranglistenzweite und verriet dem „tennis Magazin“: „Indian Wells liegt mir schon lange am Herzen“. Nervosität vor der Feuertaufe in der Wüste? Haas, der Mann von Welt, zeigt sie zumindest nicht. Er selbst darf als Spieler nicht am „fünften Grand Slam“, wie das größte kombinierte Männer- und Frauenturnier nach den vier Majors genannt wird, teilnehmen. Das untersagen die ATP-Statuten den Turnierdirektoren.

Funktionär in Tennis-Shorts

Also wird Haas sich in Ruhe all den anderen Dingen wie beispielsweise der Gestaltung des Spielplans widmen können. Und dabei natürlich seine Erfahrungen als Profi einfließen lassen. Bereits bei den Australian Open im Januar war der gebürtige Hamburger von den Kollegen als Funktionär in Tennis-Shorts wahrgenommen worden. Zu seinem Engagement in dem 5000-Einwohner-Städtchen mit den anteilig meisten Millionären in den USA kam Haas durch seinen „guten Freund“ Larry Ellison (72). „Wir teilen eine große Liebe, nämlich die zum Tennis. Larry möchte das Turnier immer weiter entwickeln und für alle zu einem Erlebnis machen“, sagte Haas über den Gründer des US-Softwareriesen Oracle. Vor acht Jahren hatte Ellison den Tennis Garden in Indian Wells gekauft.

Haas wird Turnierdirektor

Als Spieler auf dem Court wird man Tommy Haas nicht sehen können. Als Turnierdirektor ist es ihm untersagt, selbst teilzunehmen.

Die Rahmenbedingungen sind also perfekt für das Debüt von Haas als Event-Boss. Die Zukunft des dreimaligen Melbourne-Halbfinalisten scheint bereitet. Seinen Abschied als Profi wird er wohl bei den US Open im August geben – auf der großen Bühne von Flushing Meadows. sid

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