2016 French Open – Day Fourteen

Endgültig: Becker und Djokovic trennen sich

Die deutsche Tennis-Ikone Boris Becker und der serbische Ausnahmespieler Novak Djokovic haben ihre Zusammenarbeit beendet. Das erklärte der Serbe auf seiner Homepage und in sozialen Medien. Djokovic gewann mit Cheftrainer Becker in drei Jahren sechs Grand-Slam-Titel und feierte insgesamt 25 Turniersiege. 



„Nach drei erfolgreichen Jahren haben Boris und ich einvernehmlich entschieden, unsere Zusammenarbeit zu beenden“, erklärte Djokovic: „Wir haben unsere gemeinsamen Ziele vollends erreicht. Ich möchte ihm für seine Kooperation und Leidenschaft, sein Teamwork und Engagement danken.“ Becker reagierte später via Twitter und schrieb: „Danke! Wir hatten die beste Zeit unseres Lebens.“ Dazu postete er ein gemeinsames Foto nach Djokovics erstmaligen Gewinn der French Open im Juni.

Verlust der Spitzenposition

An Beckers Seite hatte Djokovic zweimal bei den Australian Open, zweimal in Wimbledon sowie je einmal bei den French Open und US Open triumphiert. In der zweiten Saisonhälfte 2016 verspielte Djokovic, geplagt von persönlichen Problemen und Verletzungen, jedoch seinen großen Vorsprung und rutschte in der Weltrangliste auf Platz zwei hinter Olympiasieger Andy Murray (Großbritannien) ab.

Während Becker als Markenbotschafter vorerst an den Pokertisch zurückkehrt, setzt Djokovic voraussichtlich mit dem spanischen Mentaltrainer Pepe Imaz seine Reise fort, die ihn zurück an die Weltspitze und zu innerem Frieden führen soll. An seiner Seite soll außerdem sein langjähriger Coach Marian Vajda bleiben.

Trennung bahnte sich an

Djokovics Nähe zu Imaz, einem Ex-Profi mit eigener Akademie in Marbella, soll das Ende der Zusammenarbeit mit Becker beschleunigt haben. Die „Sport Bild“ berichtete, dass Becker nicht bereit war, Seite an Seite mit Imaz zu arbeiten. Dessen Konzept von „Liebe und Frieden“, Spiritualität und Meditation hat Djokovic jedoch offensichtlich stärker angezogen als Beckers leistungsorientierter Ansatz.

Die Trennung bahnte sich schon seit Wochen an. Djokovic vermied Aussagen zur gemeinsamen Zukunft. Becker, dessen Vertrag auslief, zog im Gespräch mit englischen Medien bereits eine Art Fazit. „Ich habe die vergangenen drei Jahre sehr genossen“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger: „Ich war in meinem Element und werde auch zukünftig in meinem Element sein. Ich bereue nichts. Es war eine unglaubliche Zeit.“

Autorität für den Leimener

Becker und Djokovic. Das war anfangs überraschend, lange rätselhaft, aber fast immer erfolgreich. Bis zum letzten halben Jahr ihrer Partnerschaft nach dem historischen Triumph in Roland Garros, bis Djokovic in Wimbledon, bei Olympia und einigen anderen Turnieren auf Normalmaß schrumpfte, seinen riesigen Vorsprung in der Weltrangliste verspielte.

Becker

ZIEL ERREICHT: Nach dem Sieg bei den French Open 2016 fielen sich Djokovic und Becker in die Arme.

Den Absturz konnte auch Becker nicht verhindern, obwohl der Mentor, so bezeichnet er sich selbst, früh warnte. Nach Djokovics Aus in Wimbledon kritisierte Becker die lasche Trainingseinstellung seines Schützlings, zeigte gleichzeitig aber auch Verständnis, immerhin hatte Djokovic kurz zuvor in Paris seinen letzten noch fehlenden Grand-Slam-Titel gewonnen.

Als sich seine Konkurrenten in Halle/Westfalen und im Londoner Queen’s Club auf den Saisonhöhepunkt vorbereiteten, besuchte Djokovic Imaz in Marbella, um in der Meditation nach „Liebe, Glück und Harmonie“ zu suchen. Becker schien diese Art der Vorbereitung auf sein Wimbledon zu irritieren.

Kurz nach der Trennung wurde bekannt, dass Becker als TV-Experte für Eurosport bei den Australian Open im Einsatz sein wird.

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