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Europas Festspiele – endlich wieder Sandplatztennis

Sommer, Sonne, Sand – die Freiluftsaison ist für die meisten Tennisspieler die schönste Zeit des Jahres. Auch im Profi-Circuit spielt das Sandplatztennis nach wie vor eine große Rolle, obwohl immer mehr auf Hardcourt gespielt wird. 



Wer in Europa Tennis spielt, wächst auf Sandplätzen auf. Gut, je weiter nördlich man lebt, desto länger ist die Hallenphase im Winter. Aber dann, wenn es wärmer wird, der Frühling kommt und die Freiplätze öffnen, wächst die Euphorie der Spieler jedes Jahr aufs Neue: endlich wieder Sonne, Sand und Rutschen – herrlich.

Sandplatztennis

BLICK INS EDLE MONTE CARLO: Jedes Jahr die Auftaktstation für die europäische Sandplatzsaison.

Parallel dazu machen die Profis auf den europäischen Sandplatzturnieren Halt. Diese Events sind, zusammengenommen mit der Rasenserie im Vorfeld von Wimbledon, das Herzstück der Tour in Europa. Die Tradition der Turniere reicht zum Teil bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück, die Siegerlisten sind ewig lang. Aufgeplusterte Retortenevents gibt es kaum, sieht man von dem Turnier in Madrid einmal ab, das seit 2008 in der futuristischen Caja Magica ausgetragen wird. Wer einmal über die mondäne Anlage von Monte Carlo lustwandelt oder im 1899 gegründeten Real Club de Tenis de Barcelona Matches auf der roten Asche verfolgt, den umweht ein Hauch von Nostalgie. Es ist ein bisschen so, als würde die Zeit an diesen Orten stillstehen.

Nadals Ärger über die „Hardcourtisierung“

Es ist dieses Gefühl, das Rafael Nadal meint, wenn er sich als erfolgreichster Sandplatzspieler der Welt über sein Lieblingsthema in Rage redet. Nadal echauffiert sich regelmäßig über die zunehmende „Hardcourtisierung“ auf der Tour und beklagt sich über die geringe Wertschätzung gegenüber dem altehrwürdigen Sandplatztennis. Auf dem „Golden Swing“, womit die Februar-Turniere auf Sand in Südamerika gemeint sind, setzte Nadal im vergangenen Jahr gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erneut zu einer Wutrede an. „Wenn nichts gemacht wird, verschwinden die Sandplatzturniere. Sie müssen geschützt werden, sie sind wichtiger Teil unserer Geschichte“, mahnte er.

Sandplatztennis

ENDE EINER SERIE: 2014 und 2015 gewann Kei Nishikori in Barcelona – als erster „Nicht-Spanier“ seit 2002.

Und weiter: „Ich will nach meiner Karriere noch mit Freunden Fußball spielen. Aber wenn immer mehr Turniere von Sand auf Hardcourt wechseln, wird das nicht mehr gehen. Hardcourts sind schädlich für den Körper, durch sie verletzen sich immer mehr Profis.“ Konkret meinte Nadal das Turnier in Acapulco, das zunächst auf Sand, seit 2014 aber auf Hardcourt ausgespielt wird. Unbegreiflich für Nadal: Das Olympische Tennisturnier 2016 in Rio findet auf Hardcourt statt – „in einem Land mit so großer Sandplatztradition“, mokierte er sich.

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  1. Josef

    „Die Erklärung: Auf Teppich, gängiger Belag für Hallenturniere bis in die 90er Jahre, wird nicht mehr gespielt. Er wurde im Lauf der Jahre durch Indoor-Hardcourts ersetzt. Dadurch stieg die Anzahl der Hartplatzevents insgesamt.“ (Zitat Tennismagazin)

    Und Tennis auf Teppich (auf Beton) zählt nicht zu den Hardcourts, oder wie?

  2. Josef

    Richtig, Tim! – Die Bälle sind viel schneller und flacher.

    Aber, Nadal ging es doch in seiner Rede gegen die Hardcourtisierung um die Belastung der Gelenke (Fuß, Knie, etc.), nicht wahr? – Und die ist bzw. war auf Teppich mit Betonuntergrund eher noch schlechter als auf modernen Hardcourts, oder irre ich mich da?

  3. Tim Böseler

    In der von dir zitierten Stelle des Textes geht um etwas anderes, nämlich um die Gründe für die steigende Anzahl von Turnieren auf Hartplatz. Aus Events auf Teppich wurden häufig Veranstaltungen auf Hardcourt. Und diese Entwicklung ging NICHT zu Lasten der Sandplatzturniere, was Nadal oft anders darstellt. Zur Verletztungsanfälligkeit auf Sand/Hartplatz werden weiter unten im Text die Ergebnisse einer umfassenden Studie wiedergegeben. Fazit: Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass Hartplatz tatsächlich „schädlicher“ für die Profis ist. Ob nun Teppich in den 80er und 90er Jahren erwiesenermaßen schlechter für die Athletenkörper war als die heutigen Hardcourts, wäre zwar möglich, aber mir sind derzeit keine fundierten Erhebungen zu dem Thema bekannt.


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