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Fed Cup in Rumänien: Nicht im TV, nur im Livestream

Die ersten Anrufer meldeten sich in der tennis MAGAZIN-Redaktion zu Beginn der Woche. „Ich finde den Fed Cup gar nicht im Fernsehprgramm“, klagten sie. Stimmt – weil er dort auch nicht läuft!

Am Wochenende findet das Relegationsspiel der deutschen Damen gegen Rumänien in Cluj-Napoca statt. Nach der 2:3-Niederlage in Leipzig gegen die Schweiz kämpft das Team von Barbara Rittner um den Klassenerhalt in der ersten Weltgruppe. Rittner nominierte Angelique Kerber, Andrea Petkovic, Annika Beck und Julia Görges, aber ihre Matches werden nur im Livestream bei ran.de gezeigt.

Auswärtsspiele können im TV gezeigt werden – müssen sie aber nicht

Die Entscheidung traf die Pro7SAT.1-Gruppe, die 2013 einen Deal über zehn Jahre mit dem Deutschen Tennis Bund für die Übertragungen der Fed/Davis Cup-Partien eingegangen ist. Bestandteil des Vertrags: Heimspiele müssen im TV gezeigt werden, Auswärtsspiele können dort ausgestrahlt werden. Im September 2015 wurde bereits das Davis Cup-Abstiegsspiel in der Dominikanischen Republik mit Kohlschreiber und Co. nicht auf einem Sender der Pro7Sat.1-Gruppe übertragen. Stattdessen lief es auf der hauseigenen Webplattform ran.de – wie nun auch das Fed Cup-Abstiegsspiel.

Allerdings ist die Ausgangslage eine komplett andere als vor gut einem halben Jahr bei den deutschen Herren. Mit Angelique Kerber tritt in Rumänien die amtierende Australian Open-Siegerin auf, dem gesamten deutschen Team werden seit Jahren gute Chancen auf den Fed Cup-Triumph eingeräumt – trotzdem wird die schwere Begegnung in Rumänien noch nicht einmal auf dem Kleinstsender SAT.1 Gold gezeigt, wo in der Vergangenheit die meisten Auftritte der deutschen Nationalmannschaften zu verfolgen waren.

SAT.1 Gold-Chefin: „Tennis beim Zuschauer nicht angekommen“

„Diagnose Mord“, „Mord ist ihr Hobby“, „Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft“ – Serienklassiker in der Dauerschleife zeigt Sat.1 Gold etwa am Samstagnachmittag statt Live-Tennis. Warum? „Die Zuschauer haben die Tennis-Übertragungen bei SAT.1 Gold noch nicht wie erhofft angenommen. Deshalb haben wir unsere Programmstrategie angepasst und zeigen die Partien am Wochenende im Live-Stream auf ran.de“, antwortet Michaela Kiermaier, Senderchefin von SAT.1 Gold, auf Anfrage von tennismagazin.de.

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  1. Franzi

    bin auch ziemlich enttäuscht… mord ist ihr hobby und den ganzen scheiss kann man sich ständig reinziehn, jede woche…
    die anderen nationen kriegens auch auf die reihe ihre jungs und mädels zu übertragen, warum die deutschen sender nicht?! immer das gleiche wenns nicht um diesen unattraktiven männerfußball geht…

    • Kai

      Sat1/Pro7 ist ein kommerzieller Fernsehsender und dadurch kein öffentlich-rechtlicher Sender. Wenn keine gute Quote mit Tennis erzielt wird, bleibt es bei den alten Serienklassikern. Andere Länder übertragen die Spiele ihrer Mannschaften im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Das wäre auch bei uns wünschenswert, ist aber dank einer unzureichenden Nachfrage vor einigen Jahren nicht machbar. Zu fragen bleibt aber, ob ARD und ZDF den Auftrag zur Grundversorgung noch erfüllt, warum das üppige und demnächst steigende Entgelt für ARD/ZDF für Tennisübertragungen der DTB Mannschaften nicht ausreicht(e) und wie sie zukünftig in diesem Markt auftreten wollen (Stichwort Zukunftsplanung).

  2. Harald Friedel

    Es ist eigentlich beschämend wenn Deutsche Tennismanschaften im Ausland spielen keine
    TV Sender die Spiele übertragen.Als früher Boris und Stefani spielten, war dies selbstverständlich.
    Wird da zu wenig bezahlt oder zuviel verlangt um sich einig zu werden?
    Ich kann das alles nicht nachvollziehen,da wird leider jeder andere Mist zur Übertragung
    herangezogen .

  3. Alex

    Wirklich schade. Hätte es gerne im TV verfolgt. Serien kann man jeden Tag sehen, wären da 2 Tage mit Tennis wirklich so schlimm in Bezug auf die Quoten? Kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Es geht da wohl eher um den Aufwand einer Liveübertragung, wo dann die Experten und Kommentatoren vor Ort sein müssten, wie ja auch im Artikel erwähnt wurde.


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