Nach den jüngsten Erfolgen: Alles zu A. Kerber

Fragen und Antworten zu Angelique Kerber

Angelique Kerber (28) hat die US Open gewonnen und steht ab Montag an der Spitze der Tennis-Weltrangliste. Die Kielerin tritt damit in die Fußstapfen ihres Idols Steffi Graf. Der Sport-Informations-Dienst (SID) beantwortet die wichtigsten Fragen zur Situation:

Kommt Kerbers Sprung an die Spitze der Weltrangliste und der Sieg bei den US Open überraschend?

Nein, wenn man sich ihre Bilanz 2016 ansieht. Als einzige Spielerin stand sie in vier der großen fünf Finals (dreimal Grand Slam, einmal Olympia). Außerdem hat die Linkshänderin in dieser Saison bereits 54 Matches (14 Niederlagen) gewonnen – so viele wie keine andere. Zum Vergleich: Die bisherige Branchenführerin Serena Williams (USA) kommt auf eine Bilanz von 38:6.

Warum schaffte Kerber erst in dieser Saison den großen Durchbruch?

„Es sollte wohl so sein, dass ich mit 28 Jahren mein bestes Tennis spiele und nicht schon mit 18“, hat sie selbst dazu gesagt. In jungen Jahren war sie körperlich nicht fit. 2011 wollte sie nach elf Erstrundenpleiten im ersten Halbjahr sogar schon den Schläger an den Nagel hängen und liebäugelte mit einer Ausbildung zur Physiotherapeutin. Unter anderem ihre polnische Oma Maria hielt sie davon ab. Kerber brachte sich dann in der „Schüttler Waske Tennis-University“ in Offenbach in physische Topform – und erreichte zwei Monate später erstmals das Halbfinale der US Open.

Ist das Talent Kerber in die Wiege gelegt worden?

Schon. Vater Slawomir ist Tennistrainer, auch Mutter Beata ist eine sehr gute Spielerin. Praktisch zudem: Die Familie wohnte ab Kerbers drittem Lebensjahr lange Zeit in Kiel direkt über einer Tennishalle. Schwester Jessica führt übrigens in Kiel ein Kosmetik- und Nagelstudio mit Namen „Schönsinn“.

Wie hat sich Kerber seit ihrem ersten Grand-Slam-Triumph im Januar in Australien verändert?

Sie ist reifer und selbstsicherer geworden – die Bodenständigkeit aber ist geblieben. „Ihre Persönlichkeit ist enorm gewachsen“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner. Kerber trifft in ihrem Team nun viel mehr Entscheidungen selbst und präsentiert sich als mitteilsame und humorvolle Gesprächspartnerin: „Früher war ich oft zerrissen und unsicher. Mittlerweile sage ich meine Meinung – und stehe dazu.“

Was ist in den kommenden Jahren noch drin für die Linkshänderin?

Eine Menge. Kerber ist mit 28 Jahren im besten Tennisalter – und blieb bislang von langwierigen Verletzungen verschont. Die bisherige Branchenführerin Serena Williams (USA) wird in wenigen Tagen 35 Jahre alt. Und eine weitere große Rivalin, Wiktoria Asarenka (Weißrussland), fällt wegen ihrer Schwangerschaft mindestens ein Jahr aus.

Wird Kerbers Erfolg einen Tennis-Boom auslösen?

Kaum, schon nach ihrem Australian-Open-Triumph hatte man im Verband und in den Vereinen vergeblich auf den „Ker-boom“ gehofft. Fest steht aber, dass der Bekanntheitsgrad von „Angie“ weiter steigen wird. Die bereits nach Melbourne erwarteten neuen Sponsoren-Verträge sollten nun endlich geschlossen werden können. Und: Bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres ist Sympathikus Kerber die haushohe Favoritin.

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  1. Stefan Höfel

    Immerhin wurde der Fehler in der alten Meldung durch eine neue Formulierung jetzt beseitigt. Und noch eine grundsätzliche Bitte, nicht nur an den SID. Bitte objektiv berichten! Bitte patriotisch sein, nicht nationalistisch! Als Tennisfan, aber nicht fanatisch informieren. Bitte nicht wieder die einseitige, übertriebene Berichterstattung wie zu Becker und Graf-Zeiten! Saubere, ehrliche Arbeit! Interessante, wahre Infos sind gefragt.
    Danke!


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