Ab Montag führt Angelique Kerber die Weltrangliste an

Fragen und Antworten zu Angelique Kerber

Angelique Kerber löst am Montag Serena Williams (USA) an der Spitze der Tennis-Weltrangliste ab. Die Kielerin tritt damit in die Fußstapfen ihres Idols Steffi Graf. Die 22-malige Grand-Slam-Siegerin hatte als bislang einzige Deutsche im Ranking Platz eins belegt – zuletzt im März 1997. Der Sport-Informations-Dienst (SID) beantwortet die wichtigsten Fragen zur Situation:

1. Kommt Kerbers Sprung an die Spitze der Weltrangliste überraschend?

Nein, wenn man sich ihre Bilanz 2016 ansieht. Als einzige Spielerin stand sie in drei der vier Grand-Slam-Finals. Außerdem hat die Linkshänderin in dieser Saison bereits 53 Matches (14 Niederlagen) gewonnen – so viele wie keine andere. Zum Vergleich: Die bisherige Branchenführerin Serena Williams (USA) kommt auf eine Bilanz von 38:6.

2. Wie wahrscheinlich ist es, dass Kerber am Samstag (16.00 Uhre Ortszeit/22.00 MESZ/Eurosport) das Endspiel der US Open gewinnt und ihren zweiten Grand-Slam-Titel holt?

Kerber geht im Arthur Ashe Stadium (23.771 Zuschauer) als Favoritin in das Match gegen die Weltranglistenelfte Karolina Pliskova. Die 1,86 Meter große Tschechin, die im Halbfinale Serena Williams bezwang, war zuvor noch nie über die dritte Runde eines Major-Turniers hinausgekommen. Vor knapp drei Wochen besiegte Pliskova Kerber im Finale von Cincinnati/USA, die Deutsche ist also gewarnt: „Ich glaube nicht, dass ich die Favoritin bin, ich mag das Wort nicht. Jede, die im Finale steht, spielt gutes Tennis.“

3. Warum schaffte Kerber erst in dieser Saison den großen Durchbruch?

„Es sollte wohl so sein, dass ich mit 28 Jahren mein bestes Tennis spiele und nicht schon mit 18“, hat sie selbst dazu gesagt. In jungen Jahren war sie körperlich nicht fit. 2011 wollte sie nach elf Erstrundenpleiten im ersten Halbjahr sogar schon den Schläger an den Nagel hängen und liebäugelte mit einer Ausbildung zur Physiotherapeutin. Unter anderem ihre polnische Oma Maria hielt sie davon ab. Kerber brachte sich dann in der „Schüttler Waske Tennis-University“ in Offenbach in physische Topform – und erreichte zwei Monate später erstmals das Halbfinale der US Open.

3. Ist das Talent Kerber in die Wiege gelegt worden?

Schon. Vater Slavek ist Tennistrainer, auch Mutter Beata ist eine sehr gute Spielerin. Praktisch zudem: Die Familie wohnte ab Kerbers drittem Lebensjahr lange Zeit in Kiel direkt über einer Tennishalle. Schwester Jessica führt übrigens in Kiel ein Kosmetik- und Nagelstudio mit Namen „Schönsinn“.

5. Wie hat sich Kerber seit ihrem ersten Grand-Slam-Triumph im Januar in Australien verändert?

Sie ist reifer und selbstsicherer geworden – die Bodenständigkeit aber ist geblieben. „Ihre Persönlichkeit ist enorm gewachsen“, lobte Bundestrainerin Barbara Rittner. Kerber trifft in ihrem Team nun viel mehr Entscheidungen selbst und präsentiert sich als mitteilsame und humorvolle Gesprächspartnerin: „Früher war ich oft zerrissen und unsicher. Mittlerweile sage ich meine Meinung – und stehe dazu.“

6. Wird ihr Erfolg einen Tennis-Boom auslösen?

Kaum, schon nach ihrem Australian Open-Triumph hatte man im Verband und in den Vereinen vergeblich auf den „Ker-boom“ gehofft. Fest steht aber, dass der Bekanntheitsgrad von „Angie“ weiter steigen wird. Die bereits nach Melbourne erwarteten neuen Sponsoren-Verträge sollten nun endlich geschlossen werden können. Und: Bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres ist Kerber die haushohe Favoritin. (SID)

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  1. Stefan Höfel

    Typisch SID. Da bereits die erste Frage falsch beantwortet wurde, habe ich nicht weitergelesen. Denn Kerber ist nicht die einzige Spielerin , die drei der vier Grand-Slam-Finals 2016 erreichte. Das gelang auch Serena Williams!


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