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Friedsam und Otte gewinnen DM-Titel in Biberach

Am Finaltag der 44. Nationalen Deutschen Tennismeisterschaften in Biberach gab es schnelle Finalspiele. Zunächst hatte sich Anna-Lena Friedsam (BASF TC Ludwigshafen) mit einem souveränen 6:0, 6:1 gegen Katharina Hobgarski (Tenniszentrum Sulzbachtal) ihren zweiten Meistertitel nach 2013 gesichert, zum Abschluss drosch sich Oscar Otte gegen Jan Choinski (beide Kölner HTC Stadion Rot-Weiss) förmlich zum Sieg. Großen Zuspruch erfuhr aber auch das zwischengeschobene Endspiel der Deutschen Rollstuhltennisspieler. Hier verteidigte Steffen Sommerfeld (Berlin) seinen Vorjahrestitel. Obwohl die Deutschen Meisterschaften diesmal zwei Tage kürzer waren als 2014, konnte Turnierdirektor Rolf Schmid bei dieser siebten Ausgabe der Deutschen Meisterschaften in Biberach einen neuen Zuschauerrekord vermelden. Mehr als 4000 Besucher hatten den Weg in den WTB-Bezirksstützpunkt gefunden.

Hobgarski: „Ich wollte dieses Finale genießen“

Überraschungsfinalistin Hobgarski hat gewusst, welch schwere Aufgabe auf sie im Finale warten würde. „Ich hatte bisher zwei Mal gegen Anna-Lena Friedsam gespielt, und zwei Mal eine Klatsche bekommen“, gab sie nach ihrem umkämpften Halbfinalsieg gegen die Lokalmatadorin Anna Zaja (TEC Waldau Stuttgart) offenherzig zu Protokoll. Den Traum vom Double – nämlich dem Gewinn des nationalen U18-Titels vor wenigen Wochen und nun jenem bei den Aktiven – musste die Außenseiterin schnell begraben. Die drei Jahre ältere Friedsam (WTA 95), Deutsche Meisterin des Jahres 2013, machte von Beginn an mit viel Druck deutlich, dass sie heiß war auf ihren zweiten Titel. Hobgarski konnte einem da fast ein wenig leidtun. Auch wenn ihr erst im zwölften Spiel ein dadurch umso mehr bejubelter Spielpunkt gelang, sie kämpfte bis zuletzt. „Anna-Lena hat heute ihr bestes Tennis gespielt, und ich wollte dieses Finale genießen“, ließ Hobgarski nach einer für sie dennoch starken Woche in Biberach den Kopf keinesfalls hängen.

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Deutsche Meisterin: Anna-Lena Friedsam (li.) mit Finalgegnerin Katharina Hobgarski.

Rittner: „Der Sprung ins Fed-Cup-Team ist möglich“

Friedsam hat sich mit ihren Leistungen bei diesen Deutschen Meisterschaften nun für das Fed-Cup-Team empfohlen. „Wenn ich dieses Niveau halten kann, sehe ich optimistisch in meine Zukunft. Entscheidend wird sein, das zuletzt mit meinem Coach Sascha Müller Trainierte weiterhin auf den Platz zu bringen. Die Deutschen Meisterschaften hier waren jedenfalls eine gute Gelegenheit, vor den anstehenden Aufgaben in China und dann Australien Fahrt aufzunehmen. Das hat sich heuer sicherlich auch daran gezeigt, dass mit mir vier Top-100-Spielerinnen am Start waren“, sagte die 21-jährige. Das schwerste Match für sie war das Halbfinale gegen Julia Görges (7:6, 6:4). Friedsams Leistungen wurden von Bundestrainerin Barbara Rittner positiv registriert: „Der Sprung ins Fed-Cup-Team ist möglich“, sagte sie. Gefallen hat ihr aber auch das Auftreten der ebenfalls dem Porsche Talent Team Deutschland angehörigen Hobgarski.

Otte: „Das fühlt sich sehr gut an“

Nach den kurzfristigen Absagen von Matthias Bachinger (TK Kurhaus Aachen) und Maximilian Marterer (SC Uttenreuth) beherrschte der 22-jährige Kölner Oscar Otte (DTB 24/ATP 480) nicht nur die obere Hälfte des Herren-Tableaus, sondern am Ende auch das Finale gegen seinen 19-jährigen Vereinskameraden Jan Choinski (DTB 30/ATP 447), der unter anderem Philipp Petzschner (TK Kurhaus Aachen) ausgeschaltet hatte. Otte machte nicht nur mit seinen geschätzt durchschnittlich weit über 200 km/h schnellen Aufschlägen Druck, sondern drückte auch während der Ballwechsel dem Spiel seinen Stempel auf. Nach Verwandlung seines zweiten Matchballs zum 6:3, 6:1 schrie er sich seine Freude heraus. „Das fühlt sich sehr gut an“, meinte er zum erstmaligen Gewinn des Deutschen Tennis-Oscars. Nach drei Siegen bei ITF-Turnieren in Belgien und seiner aktuell guten Form ist Otte guter Dinge, 2016 auf der Challenger-Tour von sich reden zu machen und 2017 dann bei den Qualifikationsturnieren der Grand-Slam-Turniere dabei sein zu können. Dass im Endspiel kein Coach auf der Bank saß, hatte einen ganz simplen Grund: beide werden von Alexander Flock trainiert.

(SID, DTB, Red/timboe)

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