Austria’s Jurgen Melzer’s broken racket

Fünf verrückte Tennisprofis

Sportler sollen für die junge Generation als Vorbilder agieren. Im Tennis, dem Gentleman-Sport, zeigen sich Spieler wie Roger Federer, Rafael Nadal oder Novak Djokovic auch bei einer Niederlage von ihrer besten Seite. Es gibt jedoch auch die verrückten Tennisprofis, die Unangepassten. Sie lassen sich nicht verbiegen und machen ihr eigenes Ding. tennis MAGAZIN widmet sich fünf Spielern, die ihren Schläger auch mal zu Kleinholz verarbeiten oder sich nicht zu schade sind, durch die Luft zu fliegen.

 

Nick Kyrgios – Der Trotzige

MELBOURNE, AUSTRALIA - JANUARY 17: Nick Kyrgios of Australia looks at his racquet after breaking a string during his second round match against Andreas Seppi of Italy on day three of the 2017 Australian Open at Melbourne Park on January 18, 2017 in Melbourne, Australia. (Photo by Mark Kolbe/Getty Images)

In der Weltrangliste ist kein Spieler vor ihm jünger als der 21-Jährige, der momentan auf Platz 17 steht. In den Top 20 ist nur Alexander Zverev (19) jünger als der exzentrische Australier.

Sperre nach lustlosem Auftritt

Der Australier ist erst 21 Jahre alt und gilt als größtes Tennistalent seines Landes. Das Problem ist nur, dass Kyrgios sich von niemandem etwas vorschreiben lassen will und er seinen Emotionen freien Lauf lässt. Im letzten Jahr zeigte er gegen Mischa Zverev einen Lustlos-Auftritt bei den Shanghai Open. Er maulte den Schiedsrichter an, früher „time“ zu sagen, damit er endlich nach Hause könne. Für dieses Verhalten wurde ihm von der ATP eine Sperre von acht Wochen verhängt.

Eklat gegen Wawrinka

In Wimbledon 2015 verweigerte er in der Viertrundenpartie gegen den Franzosen Richard Gasquet die Returns. Auf die Frage eines Journalisten, warum er sich im Spiel so verhalten habe, antwortete er: „Willst du versuchen, einen Aufschlag von Gasquet zu returnieren? Ich gebe dir gern mein Racket und dann sehen wir, wie oft du es schaffst“

Der Höhepunkt seiner Entgleisungen geschah 2015 in Montreal. Beim Seitenwechsel im zweiten Satz sagte er zu seinem Gegenspieler Stan Wawrinka: „Kokkinakis hat mit deiner Freundin geschlafen, es tut mir leid, dir das zu sagen, Kumpel!“ Der Satz war auch über die Außenmikrofone gut hörbar. Mit Kokkinakis ist der australische Tennisspieler Thanasi Kokkinakis gemeint, der zur Clique von Kyrgios gehört. Stan Wawrinka und seine Freundin, die 20-Jährige Kroatin Donna Vekic, waren über diese Entgleisung von Nick Kyrgios entsetzt. Wawrinka äußerte sich zu dem Vorfall auf Twitter. „Was gesagt wurde, würde ich nicht einmal zu meinem schlimmsten Feind sagen. Sich so abfällig zu äußern ist unakzeptabel und ferab jeden Glaubens.“ Auch Topspieler wie Roger Federer und Andy Murray, die sich vorher noch an die Seite des Exzentrikers stellten und sein Verhalten auf sein junges Alter schoben, rügten Kyrgios für dieses Verhalten gegenüber Wawrinka.

Großes Talent

Neben seinem flegelhafen Benehmen hat Kyrgios jedoch außergewöhnliche Fähigkeiten und steht nicht umsonst in den Top 20 der Weltrangliste. Durch sein unangepasstes Verhalten macht er die Sportart Tennis auch interessant für Menschen, die keine Lust auf phrasengefüllte Interviews haben. Nick Kyrgios lässt sich nicht verbiegen, doch wenn er sich in Zukunft mehr auf seine sportlichen Fähigkeiten und weniger auf Skandale fokussiert, hat der Australier durchaus das Potential, in die Top 10 vorzudringen.

 

Gael Monfils – Der Artist

Gael Monfils steht für spaktakuläres Tennis. Mit seinen artistischen Einlagen begeistert der Franzose jedes Publikum.

Gael Monfils steht für spektakuläres Tennis. Mit seinen artistischen Einlagen begeistert der Franzose jedes Publikum.

Auch in wichtigen Momenten keine Beherrschung

Gael Monfils ist ein wahrer Artist mit seiner Spielweise. Seine Hechtsprünge sind überragend, seine gesprungene Vorhand spektakulär. Doch selbst bei einem Satzball, wie im Zweitrundenmatch bei den diesjährigen Australian Open gegen den Ukrainer Alexandr Dolgopolov, kann der Franzose sich nicht beherrschen und spielt lieber einen Schlag hinter dem Rücken, als den sicheren Return zu spielen.

Beim ATP Turnier in Tokio zeigten die beiden Entertainer Nick Kyrgios und Gael Monfils, wie erfrischend ihre Art Tennis zu spielen sein kann. Nach 29 Schlägen, unzähligen Stoppbällen und einem Tweener-Shot holte sich der Australier den Punkt. Ganze 49 Sekunden dauerte diese Rally und war wohl eine der ansehnlichsten Ballwechsel aus dem letzten Jahr.

Bei den US Open 2016 musste sich Monfils viel Kritik anhören. Im Halbfinale gegen Novak Djokovic lag der Franzose im ersten Satz mit 0:5 hinten und änderte plötzlich seine Spielweise. Er kam lust- und kraftlos daher, in den entscheidenden Momenten drehte er jedoch voll auf. An diese Spielart musste der sich Serbe erst einmal gewöhnen und so konnte Monfils im ersten Satz noch drei Spiele gewinnen. Am Ende setzte Djokovic sich jedoch durch. John McEnroe, der zu seiner aktiven Spielzeit selbst kein Kind von Traurigkeit war, echauffierte sich über die Spielweise und warf Monfils unprofessionelles Verhalten vor. Die Nummer zwölf der Welt setzte dem entgegen, dass er alles versuche, um ein Match zu gewinnen.

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