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Geburtstag einer Tennis-Ikone und Frauenrechtlerin

Am 20. September 1973 nahm Billie Jean King Rache für ihre Freundin Margaret Court. Die hatte wenige Wochen zuvor einen Tennis-Schaukampf gegen den dreifachen Wimbledonsieger Bobby Riggs verloren, und weil die ganze Sache in einer knappen halben Stunde erledigt war, nannten es die US-Gazetten kurzerhand das Muttertags-Massaker.



Danach bekam Riggs endlich, was er wollte, denn Margaret Court war für ihn nur ein schlechter Ersatz für seine Wunschgegnerin Billie Jean King gewesen. Die war damals 29 Jahre alt, die Nummer eins der Welt und hatte unter anderem bereits zehn Grand-Slam-Titel im Einzel gewonnen. Riggs war 55 Jahre alt und der festen Überzeugung, dass Frauen im Sport nichts zu suchen haben.

Im Astrodome von Houston verfolgte die bis heute nicht übertroffene Tennis-Rekordkulisse von 30.472 Menschen das als „Battle of the Sexes“ apostrophierte Match, das der alternde Riggs gegen die Queen namens King mit 4:6, 3:6, 3:6 verlor.

Viel wichtiger als die sportliche Komponente aber war für die engagierte Frauenrechtlerin Billie Jean King, die am 22. November 1943 in Long Beach als Billie Jean Moffitt zur Welt kam und als Kind viel lieber Softball als Tennis spielte, die Tatsache, dass sie den Männern eine Lektion erteilt und den Frauen im Sport zu mehr Anerkennung verholfen hatte.

Kampf für Frauenrechte und Mitbegründerin der WTA

Heute wird Billie Jean King 65 Jahre alt. Ebenso unwiderstehlich offensiv wie ihr Tennis, das auf Rasen am besten zur Geltung kam und ihr insgesamt 20 Titel in Wimbledon einbrachte, war ihr lebenslanger Kampf für die Gleichbehandlung der Frauen nicht nur im Sport.

1970 war sie eine der Gründerinnen der Womens Tennis Association WTA, die sie zweimal ebenso wie den US-Verband USTA als Präsidentin anführte. Landesweit baute sie unzählige Sportcamps vorzugsweise für Mädchen aus sozial schwachen Verhältnissen auf, engagiert sich nach wie vor für die nationale Aids-Hilfe und ist Vorstandsmitglied der von Superstar Elton John ins Leben gerufenen und weltweit operierenden Aids-Stiftung.

Nachdem sie 1981 von einer früheren Freundin auf Unterhaltszahlung verklagt wurde und sich daraufhin öffentlich zu ihrer Bisexualität bekannte, wurde Billie Jean King auch noch zur Ikone der Lesben- und Schwulenbewegung in den USA.

Eintrag in den Tennis-Annalen

Die unauffällige kleine Person mit den dicken Augengläsern wurde mit Auszeichnungen überhäuft. 1972 gewann sie als erste Frau die von der US-Sportbibel Sports Illustrated durchgeführte Wahl zur „Sportperson of the Year“, 1973 wurde sie „Athletin des Jahres“, 1987 folgte die Aufnahme in die Tennis-Ruhmeshalle in Newport.

Billie Jean King war die erste Sportlerin, die in einer Saison über 100.000 Dollar Preisgeld gewann, und die erste Frau, die in der von ihr und ihrem Ex-Mann Lawrence King gegründeten US-Turnierserie World Team Tennis eine Männer-Mannschaft trainierte. Das Wimbledon-Finale 1970 gegen Margaret Court, das King 12:14, 9:11 verlor, wird nicht selten als das beste Frauenmatch aller Zeiten bezeichnet.

King zu Ehren wurde im Jahre 2006 in ihrer Wahlheimat New York das Gelände in Flushing Meadows, auf dem alljährlich die US Open stattfinden, in USTA Billie Jean King National Tennis Center umbenannt. New York ist zurzeit auch der erste Wohnsitz von Billie Jean King und ihrer Lebensgefährtin Ilana Kloss.

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