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Halep vs. Wozniacki – Wer holt den Titel in Australien?

Halep vs. Wozniacki: Um halb zehn Uhr morgens deutscher Zeit spielen Simona Halep und Caroline Wozniacki am Samstag im Finale der Australian Open gegeneinander – um den Turniersieg und um die Führung in der Weltrangliste. Wir vergleichen die beiden, um eine Prognose für das Finale zu wagen.

  1. Weltrangliste

Die Ausgangssituation ist klar: Halep ist die Nummer eins, Wozniacki die Nummer zwei der Weltrangliste. Auch Wozniacki kennt allerdings das Gefühl ganz oben zu stehen: Von November 2010 bis Januar 2012 stand die Dänin fast ununterbrochen an der ersten Position. Nachdem sie zwischendurch etwas abgerutscht war, hat sich Wozniacki im Verlauf von 2017 wieder die Top 10 hinauf und bis auf Position zwei geschoben. Wer sich nun den Titel in Melbourne sichert, wird am kommenden Montag die Weltrangliste anführen.

  1. Tuniersiege

In punkto Tuniersiegen hat Wozniacki die Nase vorne: 27 mal triumphierte sie bereits in einem Finale, Halep hingegen nur 20 Mal. Bei Grand Slam Titeln tun sich die beiden allerdings schwer: Keine von ihnen konnte bis jetzt eines der vier großen Tuniere gewinnen. Wozniacki verlor bereits zweimal im Finale (US Open 2014, 2009), ebenso wie Halep (French Open 2017, 2014).

Halep im Finale

Halep bei den French Open 2017

  1. Preisgeld

Da die Preisgelder Hand in Hand mit den Tuniererfolgen gehen, ist es wenig überraschend, dass Wozniacki auch hier vorne liegt. Die Dänin hat insgesamt knapp 26,9 Millionen US-Dollar in ihrer Karriere gewonnen. Halep hingegen gewann bisher „nur“ 20.912.291 US-Dollar. Für den Gewinner des Finales am Samstag werden übrigens knapp 3 Millionen Dollar ausgeschüttet, der Zweitplatzierte erhält immerhin noch die Hälfte davon.

  1. Bisheriges Jahr

An sich verläuft das Jahr bisher für beide Spielerinnen sehr gut: Halep hat 2018 alle ihre 11 Spiele gewonnen. Wozniacki schafft diese Quote nicht ganz: Sie verlor eines ihrer 11 Spiele. Beim verlorenen Spiel handelte es sich um das Finale des ASB Classics in Auckland. Dies passt symptomatisch zu Wozniacki, die im letzten Jahr bei acht Finalteilnahmen sechs mal verlor.

  1. Weg ins Finale

In der ersten Runde schlug Simona Halep die Australierin Destanee Aiava (Nr. 193) ohne Satzverlust, hatte aber dennoch mit einigen kleineren Unsicherheiten im ersten Satz zu kämpfen. In der zweiten Runde eliminierte sie ohne Probleme Eugenie Bouchard (Nr. 112). In Runde drei lieferte die Rumänin sich ein packendes Duell mit Lauren Davis (Nr. 76). Teil des Duells waren ihr erster Satzverlust im Tunier und ein dritter Satz, der mit einem spektakulären 15:13 für Halep endete. Halep wehrte in diesem Spiel drei Matchbälle der Amerikanerin ab. In den folgenden Runden rückte Halep ohne größere Probleme und ohne Satzverlust gegen die Japanerin Naomi Osaka (Nr. 72) und die Tschechin Karolina Pliskova (Nr. 6) in die jeweils nächste Runde vor. In einem mitreißenden Halbfinale gegen Angelique Kerber erwischte Halep den besseren Start und konnte den ersten Satz gewinnen. Den zweiten Satz musste Halep an die wiedererstarkte Deutsche abgeben, bevor sie im dritten Satz nach zwei vergebenen und zwei abgewehrten Matchbällen dann schließlich ihr Finalticket lösen konnte.

Wozniacki besiegte zum Auftakt des Tuniers mit Mihaela Buzarnescu (Nr. 44) eine Landsfrau von Halep ohne Probleme. In der zweiten Runde gab sie allerdings gegen Jana Fett (Nr. 119) den ersten Satz ab. Im zweiten Satz musste sie beim Stand von 1:5 zwei Matchbälle abwehren, bevor es ihr gelang das Blatt zu wenden und das Spiel zu gewinnen. In den beiden Folgerunden setzte Wozniacki sich allerdings ohne Satzverlust gegen Kiki Bertens (Nr. 32) und sehr souverän gegen Magdalena Rybarikova (Nr. 21) durch. Im Viertelfinale gegen die Spanierin Navarro (Nr. 39) gab Wozniacki einen weiteren Satz ab, wobei sie ihre beiden Gewinnsätze jeweils deutlich mit 6:0 und 6:2 für sich entschied. Im Halbfinale setzte sich die 27-jährige Dänin schließlich in einem umkämpften Spiel ohne Satzverlust gegen die belgische Elise Mertens durch.

Wozniacki schreit die Freude über ihren Finaleinzug heraus

  1. Gewonnene und verlorene Spiele

Im Tunierverlauf gaben beide Spielerinnen jeweils zwei Sätze ab. Bei der Menge der gewonnen und abgegebenen Spiele gibt es allerdings kleine Unterschiede: Wenig überraschend ist, dass Halep, die immerhin fünf Matchbälle gegen sich und ein ausgedehntes drei Stunden-Match in Runde drei hinter sich hat, insgesamt mehr Spiele verloren hat als Wozniacki. Insgesamt gab Halep 60 Spiele ab, während sie 93 gewann (+33). Wozniacki hingegen verlor nur 46 Spiele – also 14 weniger als Halep. Jedoch gewann sie aufgrund der kürzeren Matches auch weniger Spiele als ihre Konkurrentin, sodass sich die Differenz von +37 nur minimal von der von Halep unterscheidet.

  1. Dauer der Matches

Durch die doch recht unterschiedlichen Verläufe der Spiele der beiden Spielerinnen unterscheidet sich auch die Zeit, die sie jeweils auf dem Platz verbracht haben recht stark: Halep brauchte für ihre sechs Siege bei der Open 11 Stunden und 30 Minuten. Insbesondere die Spiele gegen Kerber (2:20) und Davis (3:44) waren sicherlich kräfteraubend. Im Vergleich verbrachte Wozniacki rund 90 Minuten weniger auf dem Platz, lediglich in der zweiten Runde brauchte sie mehr als zwei Stunden, um zu gewinnen (2:31).

  1. Direkter Vergleich

Insgesamt spielen Simona Halep und Caroline Woznicaki schon sechs mal gegeneinander. Vier dieser Duelle entschied die Dänin für sich, das letzte vor knapp zwei Monaten in der Vorrunde der WTA Tour Championships, wo Wozniacki in aller Deutlichkeit 6:0, 6:2 gewann. Aber: Auf Hartplatz steht es zwischen den beiden insgesamt unentschieden – beide gewannen auf diesem Untergrund je zwei mal.

Wozniacki bei den WTA Finals

Prognose:

Beide Spielerinnen hatten im Verlauf des Tuniers kritische Momente, die durchaus auch in die andere Richtung hätten kippen können. Übrigens ist es das erste Mal, dass beide Finalisten in einem Grand Slam bereits Matchbälle gegen sich abwehren mussten. Wozniacki wackelte zwar im Halbfinale und besonders in der zweiten Runde gegen Fett – bei beiden Situationen schaffte sie es jedoch den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Auch Halep bewies jedoch in den kritischen Situationen gegen Kerber und Davis, dass sie Nerven aus Stahl hat. Mit ihrem starken Return-Spiel schaltete Halep bereits zwei Top-Spielerinnen aus: Die wiedererstarkte Angelique Kerber und die aktuelle Nummer sechs der Weltrangliste, Karolina Pliskova. Die langen Matches könnten sich zwar hinten heraus bemerkbar machen, bis dato scheint Halep aber auch über eine eiserne Kondition zu verfügen.

Wozniacki kämpft offenkundig weiterhin mit ihrer Schwäche in Finalspielen, zumindest verlor sie auch 2018 bereits wieder ein Finale. Weiterhin dürfte Halep noch eine Rechnung mit Wozniacki offen haben: Die Vorrunden-Niederlage bei den Weltmeisterschaften letztes Jahr hätte die Rumänin schon damals fast die Weltranglistenführung gekostet.

In Angesichts der Nervenstärke von Halep und der Finalschwäche von Wozniacki tippen wir daher darauf, dass Halep ihre Position in der Weltrangliste verteidigt und endlich ihren ersten Grand Slam Triumpf feiern wird.

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