IM VIDEO: Wie Novak Djokovic als kleiner Knirps spielte

Djokovic

1993: So sah der kleine Novak mit sechs Jahren aus.

Seine Gegner sind fast doppelt so groß wie er, nach erfolgreichen Punkten ballt er dezent die Faust und wenn es mal nicht so gut läuft, setzt er sich einfach mitten auf die Grundlinie und vergießt ein paar Tränen: Novak Djokovic als Sechseinhalbjährigen in diesem Video zu sehen, ist nicht nur ziemlich amüsant. Allein die überdimensionalen weißen T-Shirts, die beim schmächtigen Novak aussehen wie Pullis, sind ein Hingucker. Aber insbesondere am Ende des dreiminütigen Films lässt sich auch erahnen, welch Talent damals in ihm schlummerte. Seine Beinarbeit in dem frühen Alter war beeindruckend und seine Schläge, die in ihren Bewegungsmustern noch stark an sein heutiges Spiel erinnern, waren schon verdammt zügig.

Die Aufnahmen sind von 1993 – dem Jahr, das wegweisend war für den heutigen Weltranglisten-Ersten, der die Tour so stark dominiert wie nur wenige Spieler vor ihm: drei Grand Slam-Titel, dazu eine Major-Finalniederlage in Paris in diesem Jahr. Nur ein Sieg fehlte im Nachhinein und „Nole“ hätte den Grand Slam eingetütet. Dass er es mal so weit bringen würde, konnte im Sommer 1993 noch niemand ahnen. Selbst die erfahrene Trainerin Jelena Gencic nicht, die in jenem Jahr den kleinen Novak in ihre Obhut nahm und damit eine Weltkarriere einleitete. Gencic hatte zuvor schon Monica Seles und Goran Ivanisevic entdeckt und auch ihnen den Weg nach oben geebnet. „Ziemlich viel von dem, was ich heute auf dem Patz mache, kommt noch von ihr“, hat Djokovic einmal gesagt. Wer weiß, was aus ihm geworden wäre, hätten sich ihre Wege damals im Kopaonik nicht zufällig getroffen.

„Ihr habt da ein goldenes Kind!“

Der Kopaonik ist ein Mittelgebirge in Südserbien. Die Eltern von Djokovic betrieben dort 1993 eine Pizzeria und einen Sport-Shop. Gencic war in jenem Sommer erstmals dort oben und gab Kindern Tennis-Unterricht. Eines Tages stand Novak am Zaun und schaute ihrem Training zu. Die erfahrene Trainerin fragte ihn, ob er mitspielen wollte. Einen Tag später erschien Novak zum Training – mit perfekt gepackter Tasche. Später erinnerte sich Gencic ganz genau an diese Tasche: „Ein Schläger, Handtuch, Wasserflasche, Banane, frisches T-Shirt, Schweißband, Kappe – es war alles drin, was man brauchte. Ich fragte ihn, wer denn seine Tasche gepackt hätte – Mama vielleicht? Da wurde er böse und antwortete: `Nein, ich bin derjenige, der Tennis spielt!´“ Nachdem Gencic drei Tage mit Novak trainiert hatte, ihm ihre Idee vom Tennis, die beidhändige Rückhand (anfangs spielte Djokovic wie sein Idol Pete Sampras einhändig!) und den richtigen Griff für die Topspin-Vorhand lehrte, sagte sie zu seinen Eltern den viel zitierten Satz: „Ihr habt da ein goldenes Kind.“

Wer das Video aus dieser Zeit sieht, kann diese Einschätzung absolut nachvollziehen.

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