Antonia Lottner

„Jetzt ist alles möglich“: Fed-Cup-Team träumt vom Halbfinale

Antonia Lottner fiel dem deutschen Teamchef Jens Gerlach lachend um den Hals und jubelte nach ihrem Überraschungscoup ausgelassen. Ausgerechnet die Debütantin hatte dem stark ersatzgeschwächten Fed-Cup-Team beim Erstrundenmatch in Weißrussland den Ausgleich zum 1:1 beschert und neue Hoffnung gebracht.

„Ich bin super glücklich und stolz, dass ich bei meinem ersten Auftritt direkt den Sieg geholt habe und meinem Team helfen konnte“, sagte Lottner, nachdem sie die weißrussische Spitzenspielerin Alexandra Sasnovich mit 7:5, 6:4 bezwungen hatte: „Ich war super nervös und hatte einen Puls von 200 oder so. Ich habe mich einfach aufs Atmen konzentriert und Punkt für Punkt gespielt. Am Sonntag wird es wieder hart!“

Zum Auftakt hatte Tatjana Maria (Bad Saulgau), in Abwesenheit von Angelique Kerber (Kiel) und Julia Görges (Bad Oldesloe) Deutschlands Nummer eins, gegen Arina Sabalenka 6:4, 1:6, 2:6 verloren. Ärgerlich, denn gegen Sabalenka wäre durchaus mehr möglich gewesen, sagte Maria: „Der dritte Satz war enger, als es das Ergebnis aussagt.“

Doch weil Lottner die Nerven behielt, wog die Niederlage nicht so schwer. Die 20-Jährige ließ sich auch von der Kulisse in Minsk und einer Verletzungsunterbrechung der augenscheinlich angeschlagenen Sasnovich nicht verunsichern. Nach 1:37 Stunden verwandelte Lottner ihren ersten Matchball. Das deutsche Team hat somit weiter alle Chancen auf den Einzug ins Halbfinale.

„Das war ein großartiges Match von Antonia“, sagte Gerlach, der seine Spielerinnen immer wieder lautstark anfeuerte und taktisch herausragend eingestellt hatte: „Jetzt ist alles offen – und erst recht alles möglich.“

Am Sonntag benötigt Deutschland zwei weitere Siege, um den Einzug in die nächste Runde zu sichern. Andernfalls muss Gerlachs Auswahl wie im Vorjahr in die Relegation. Den Auftakt macht ab 11.00 Uhr (DAZN) Maria gegen Sasnovich, anschließend trifft Lottner auf Sabalenka.

Für das Doppel nominierte Gerlach bei seinem Debüt auf der Bank die erfahrene Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) und die junge Anna-Lena Friedsam (Neuwied) in ihrem ersten Match für Deutschland. Das Duo trifft auf Wera Lapko und Lidija Marozawa.

Weißrussland, das im Vorjahr im Finale gegen die USA verloren hatte, tritt beim Duell mit Deutschland ebenfalls nicht in Bestbesetzung an. Die zweimalige Australian-Open-Siegerin und ehemalige Weltranglistenerste Viktoria Azarenka ist am Wochenende in Minsk nicht dabei.

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