Wimbledon: Kerber scheitert im Achtelfinale an Muguruza

Trotz starker Leistung: Kerber verliert Achtelfinale und Rang eins

Angelique Kerber ist in Wimbledon im Achtelfinale trotz ihrer bislang besten Saisonleistung ausgeschieden und wird nach dem Turnier die Führung in der Weltrangliste verlieren. Die 29-Jährige aus Kiel unterlag der früheren Finalistin Garbine Muguruza aus Spanien nach 2:20 Stunden 6:4, 4:6, 4:6. Im vergangenen Jahr hatte Kerber im All England Club das Endspiel erreicht.



Kerber ab Montag Nummer drei

Kerber kassierte ihre fünfte Niederlage nacheinander gegen Muguruza. Auch bei den Australian Open zu Beginn der Saison war sie im Achtelfinale ausgeschieden, bei den French Open im Mai unterlag sie bereits in Runde eins. Am kommenden Montag wird Kerber nach insgesamt 34 Wochen an der Spitze nur noch auf Platz drei der Tenniswelt geführt werden.

Vorwürfe machen musste sie sich allerdings keine – und das wird Kerber (29) aufmuntern, wenn sie die erste Enttäuschung verdaut hat. In einem hochklassigen Achtelfinale über 2:20 Stunden fehlten der Kielerin nur wenige Punkte zum bislang größten Saisonsieg. Sie brachte die frühere Finalistin aus Spanien, die bis dato im Turnierverlauf keinen Satz abgegeben hatte, an den Rand der Niederlage, schubste Muguruza jedoch nicht hinunter. „Sie hat extrem gut gekämpft, nach einem herausragenden Spiel die Belohnung aber verpasst“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner.

Dass Kerber überhaupt wieder in die Nähe des Viertelfinals kam, war vor dem Match nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Bei ihren drei Zittersiegen zuvor hatte sie allenfalls kämpferisch überzeugt. Zudem hatte sie die letzten vier Matches gegen Muguruza allesamt verloren. Angst besaß sie deswegen nicht vor ihrer Gegnerin – und auch nicht vor der eigenen Courage. Kerber traute sich sogar immer wieder, ihre Komfortzone hinter der Grundlinie zu verlassen und in die Offensive überzugehen.

Auftritt erinnerte an 2016

Ihr gesamtes Auftreten erinnerte an ihre herausragenden Matches aus dem vergangenen Jahr, als sie erst im Finale von der großen Serena Williams (USA) gestoppt worden war. Nichts mehr zu sehen war von der zaghaften Kerber, die nach ihrem Traumjahr 2016 jegliches Selbstvertrauen verloren hatte.

Der Comeback-Sieg in der dritten Runde am Samstag hatte ihr offensichtlich Auftrieb verliehen. „Vielleicht“, hatte sie nach dem Erfolg über Shelby Rogers (USA) gesagt, „ist das der Wendepunkt“.

Ganze zwei Fehler produzierte Kerber im ersten Durchgang, dem mit weitem Abstand besten in ihrer gesamten Saison. Muguruza griff an, Kerber konterte – und die Zuschauer auf Court 2, dem drittgrößten Platz der Anlage, waren froh, keine teureren Ticktes für den Centre Court oder Court 1 gekauft zu haben.

Momentum bei Muguruza

Im zweiten Durchgang vergab Kerber früh zwei Chancen zum Break, allerdings konnte sie sich kaum etwas vorwerfen, Muguruza hatte den Kampf längst angenommen. Kerbers erster Aufschlagverlust der Partie führte zum Satzausgleich. Im dritten erlebten beide Spielerinnen ein Auf und Ab: Kerber führte jeweils mit einem Break Vorsprung 2:0 und 3:2, vergab jedoch vier Chancen zum 4:3. Muguruza hatte das Momentum nun endgültig auf ihrer Seite. Am Ende machten beide Spielerinnen 101 Punkte – ein Zeichen, wie diese Partie verlief.

Am kommenden Montag fällt Kerber auf den dritten Platz des WTA-Rankings zurück, entweder Simona Halep (Rumänien) oder Karolina Pliskova (Tschechien) übernehmen die Führung. Kerber wird den Verlust nach insgesamt 34 Wochen an der Spitze verschmerzen können. Sie hat in Wimbledon bewiesen, dass es endlich wieder aufwärts geht. (SID/Red)

Quelle: sport.ladenzeile.de

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  1. Bonhomme Richard

    Kerber hatte 10 Breakchancen, nur 3 davon konnte sie nutzen. Das ist bei einem so engen Match zu wenig. Muguruzas Breakquote lag bei 60%. Jetzt geht’s vermutlich erstmal zurück ins heimische Kuschelkowo, die Wunden lecken. Nach Wimbledon wird Angies Rückstand auf Halep und Pliskova mehrere hundert Punkte betragen. Die Hartplatzturniere der nächsten Wochen (Stanford, Toronto, Cincinnati, New Haven) werden zeigen, ob sie sich dennoch an deren Fersen heften kann indem sie eine Aufholjagd startet, oder ob es lediglich bei der Verfolgerrolle bleibt. Dann kommt Flushing Meadows, und bekanntlich hat Kerber wie in Wimbledon, so auch bei den US Open eine Menge Punkte zu verteidigen. Bleibt zu hoffen, dass sie sich bis dahin noch genügend steigern kann, um in der WTA-Rangliste nicht weiter nach hinten durchgereicht zu werden.


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