Kult-Ausraster im Video: Disqualifikation von John McEnroe

Man müsste John McEnroe ganze Homepages widmen. Wegen seiner zahlreichen sportlichen Erfolge. Aufgrund seiner vielen großartigen Matches. Ganz sicher aber auch wegen seiner Ausraster. McEnroe ging zweifelsohne als einer der größten Bad Boys in die Tennisgeschichte ein. Zerbrochene Schläger gehörten zur Tagesordnung. Pöbeleien gegen Linienrichter und Stuhlschiedsrichter ebenso. Der US-Amerikaner trug Dr. Jekyll und Mr. Hyde in sich. Positiv ausgedrückt, könnte man auch sagen, dass McEnroe seine Emotionen auf dem Tennisplatz bis auf das Äußerste auslebte. An einen legendären Auftritt wollen wir hier und im Video (siehe oben) erinnern.

McEnroe pöbelt: „F… deine Mutter!“

Australien Open 1990: John McEnroe im "Gespräch" mit dem Stuhlschiedsrichter

Australian Open 1990: John McEnroe im „Gespräch“ mit dem Stuhlschiedsrichter

Unvergessen die Australian Open 1990: „Big Mac“ wird als erst zweiter Spieler überhaupt in der Grand Slam-Historie wegen Fehlverhaltens disqualifiziert. Was war passiert?

Im Achtelfinalmatch gegen den Schweden Mikael Pernfors regt sich John McEnroe im dritten Satz über eine Entscheidung der Linienrichterin auf und beschimpft diese wüst. Stuhlschiedsrichter Gerry Armstrong spricht eine Verwarnung wegen unsportlichen Verhaltens aus. In McEnroe brodelt es weiter. Als ein Baby im Publikum zu schreien beginnt, giftet McEnroe: „Gib ihm einen Drink, um Himmels Willen.“ Wenig später steht es im vierten Satz 2:3 und 30:30 bei Aufschlag von McEnroe. Es folgt der zweite Schritt in Richtung Disqualifikation. Der US-Amerikaner verschlägt eine Vorhand, ärgert sich, wirft seinen Schläger auf den Boden und kassiert wegen Schlägermissbrauchs die zweite Verwarnung, die einen Punktabzug bedeutet. Jetzt bricht der Vulkan aus. Er ruft nach dem Oberschiedsrichter. Dieser erklärt McEnroe, dass die Entscheidung mit dem Strafpunkt bestehen bleibe. Auf dem Weg zurück zur Grundlinie keift McEnroe:  „F… deine Mutter!“ Verwarnung Nummer drei bedeutet die Disqualifikation. „Code violation, verbal abuse. Default, Mr. McEnroe. Game, set and match, Pernfors“, sagt der Stuhlschiedsrichter ins Mikrofon. John McEnroe ist raus!

McEnroe wurde Regeländerung zum Verhängnis

Amüsanter Nebenaspekt: McEnroe wurde eine Regeländerung zum Verhängnis, die erst zu Jahresbeginn 1990 in Kraft getreten war. Die Schritte für die Disqualifikation wurden von vier auf drei reduziert. McEnroe weiß davon offenbar nichts. Obwohl er doch Experte in Sachen Verwarnung ist. Der damals 30-Jährige bleibt ungläubig und auffallend wortlos auf dem Platz zurück…

Kurz vor Ende seiner Karriere sagte John McEnroe in einem Interview: „Ich möchte in Erinnerung bleiben als ein großer Spieler, aber ich denke, ich werde für viele immer der Spieler sein, der wütend wurde auf dem Platz.“ Heute wissen wir, dass er da nicht ganz falsch lag.

Bad Boy der Moderne: Stinkefinger von Fognini hier im Video

Bildergalerie: Die Bad Boy des Welttennis

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