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Marcus Willis 2014: Snickers und Cola beim Seitenwechsel

Es ist schon jetzt die schönste Story in Wimbledon 2016: Marcus Willis, der britische Nobody mit Weltranglistenplatz 772, steht in der zweiten Runde des größten Tennisturniers der Welt und spielt heute auf dem Centre Court gegen Grand Slam-Rekordsieger Roger Federer (bei uns im Liveticker!)– und das alles nur, weil seine Freundin ihn davon abhielt, Anfang des Jahres seine mehr oder weniger erfolglose Profikarriere zu beenden. Es ist, nun ja, ein Sportmärchen: Marcus Willis der „Miracle Man“. Und wenn nicht die englische Fußball-Nationalmannschaft Montagabend bei der EM gegen Island sensationell verloren hätte, wäre Willis am Dienstag auf allen englischen Tageszeitungen der Titelheld gewesen.

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Ein von Marcus Willis (@willbomb90) gepostetes Foto am

Eine Karriere wie Jamie Vardy?

So reichte es „nur“ zu großen Geschichten im Sportteil. Alles wurde dabei über ihn ausgegraben. Mutter Cathy etwa verriet, dass ihr Sohn früher zu viel Party machte und sie nun auf eine Wandlung im Stil von Jamie Vardy hofft. Der englische Fußballprofi war ebenfalls lange bei jedem Drink dabei, besann sich dann aber seiner Stärken und schoss Leicester City 2016 völlig überraschend zum Meister in der Premier League.

Was ebenfalls auftauchte: Ein Video aus dem November 2014, als Willis beim Challenger in Knoxville (USA) den bis dahin größten Triumph seiner Karriere feierte. Er bezwang Tennys Sandgren und erreichte das Viertelfinale. Das Highlight: Willis, mit mindestens zehn Kilo zu viel unterwegs, holt sich zu Beginn des dritten Satzes ein Snickers und eine Cola, um sich für den entscheidenden Durchgang zu stärken.

Hier das Video: Willis vs. Sandgren, Challenger Knoxville, Nov. 2014

Der Kommentator, der den übergewichtigen Willis völlig schmerzfrei als „Cartman“ nach der dicken „Southpark“-Figur benennt, kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, als der Engländer seinen Pausensnack herausholt (ab Minute 1:10!). „Das muss ein Witz sein. Das kann nicht sein. Der will uns doch verarschen“, staunt er. Als Willis am Ende tatsächlich 6:7, 6:4, 6:2 gewinnt, sagt er: „Cartman ist durch, der Wahnsinn geht weiter.“

Später taucht Willis als Interviewpartner noch einmal auf (ab Minute 3:40) und stellt sich den Fragen des Kommentators. Dazu werden die Sequenzen eingespielt, in denen Willis die Cola trinkt und sich das Snickers reinhaut – auch in Super-Zeitlupe.

Ivanisevic: „Willis soll sich betrinken“

Wer diese Bilder sieht, kann einfach nicht glauben, dass der gleiche Spieler heute, also etwa anderthalb Jahre nach dem Knoxville-Match, auf dem Centre Court von Wimbledon stehen wird, um Roger Federer herauszufordern. Aber vielleicht ist es ja wirklich ein Erweckungserlebnis für ihn, wie seine Mutter Cathy hofft.

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Ein von Marcus Willis (@willbomb90) gepostetes Foto am

Ex-Profi Goran Ivanisevic, Wimbledon-Sieger von 2001, sieht das anders. Er sagte der englischen Boulevard-Zeitung „Express“: „Willis soll sich vor dem Match gegen Federer betrinken und danach seine Karriere beenden. Besser wird es sowieso nicht mehr für ihn.“

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