Day Nine: The Championships – Wimbledon 2016

Match des Tages am Freitag: Federer gegen Raonic

Federer gegen Raonic: Unser Match des Tages



Das Match des Tages am Halbfinaltag der Herren bestreiten Roger Federer, 34, und Milos Raonic, 25. Es ist das erste Match um 14 Uhr deutscher Zeit auf dem Centre Court.

Direkter Vergleich:

Roger Federer führt im direkten Vergleich mit 9:2. Allerdings konnte der Kanadier das letzte Duell gewinnen. Beim Vorbereitungsturnier auf die Australian Open in Brisbane zu Beginn des Jahres besiegte Raonic den „Maestro“ im Finale glatt mit 6:4, 6:4. Auf Rasen treffen die beiden zum dritten Mal aufeinander. 2012 gewann Federer in Halle in drei knappen Sätzen, während er im Wimbledon-Halbfinale 2014 überhaupt keine Schwierigkeiten hatte und mit 6:4, 6:4, 6:4 siegte. Auch das zweite Duell bei einem Major in Australien gewann der Schweizer in drei Sätzen.

Die Vorbereitung:

Roger Federer spielte in diesem Jahr – anders als in der Vergangenheit – zwei Vorbereitungsturniere auf Rasen: Stuttgart und Halle. Jeweils folgte das Aus im Halbfinale gegen einen Youngster. Bei seinem ersten Auftritt auf dem Stuttgarter Rasen schlug er Taylor Fritz und Florian Mayer in zwei knappen Begegnungen, bevor der Schweizer in der Vorschlussrunde gegen den späteren Sieger Dominic Thiem unterlag. In Halle auf, wo er bereits achtmal den Titel geholt hatte, startete er mit souveränen Siegen gegen Jan-Lennard Struff, Malek Jaziri und David Goffin. Im Halbfinale unterlag er Alexander Zverev. Raonic beschränkte sich auf das Turnier in Queen’s. Gleich in der ersten Runde hatte er mit Nick Kyrgios eine schwere Aufgabe, die er in drei Sätzen löste. Mit glatten Siegen gegen unter anderem Roberto-Bautista Agut und Bernard Tomic spielte er sich ins Finale gegen Andy Murray und unterlag in drei Sätzen.

Milos Raonic nach dem verlorenen Finale von Queen´s gegen Andy Murray

Milos Raonic nach dem verlorenen Finale von Queen´s gegen Andy Murray

Der Weg ins Halbfinale:

Bis zum Viertelfinale hatte Federer keine großen Probleme. Zwar musste er direkt in seinem Auftaktspiel gegen den Argentinier Gudio Pella in zwei Tiebreaks, doch der Schweizer hielt sich trotzdem unbeschadet. Nach glatteren Siegen gegen Sensationsmann Marcus Willis und Daniel Evans, schlug der Weltranglistendritte Steve Johnson ebenfalls in drei Sätzen. Gegen Marin Cilic, der ihm im Halbfinale der US Open 2013 eine empfindliche Niederlage zugefügt hatte, lag Federer wie schon in New York mit 0:2 Sätzen zurück und musste Breakbälle im dritten Satz abwehren, im vierten waren es sogar drei Matchbälle. Der Schweizer befreite sich aus diesen Situationen und gewann am Ende doch in fünf Sätzen. Eine Leistung, die auch John McEnroe staunen ließ: „Ich kann es nicht glauben, dass er dieses Spiel noch gewonnen hat. Es ist einfach unglaublich, was Federer hier gezeigt hat, denn Cilic war herausragend.“ Auch sein Schützling Milos Raonic sah lange Zeit sehr souverän aus. Auf glatte Erfolge gegen Pablo Carreno Busta, Andreas Seppi und Jack Sock folgte mit David Goffin im Achtelfinale der erste echte Herausforderer für den Aufschlagriesen Raonic. Nach einem 0:2-Satzrückstand kam er ebenso wie Federer gegen Cilic zurück und gewann mit 4:6, 3:6, 6:4, 6:4, 6:4. Im Viertelfinale brauchte er gegen den Djokovic-Bezwinger Sam Querrey nur vier Sätze, um seinen zweiten Halbfinaleinzug perfekt zu machen. Insgesamt stand Raonic (11 Stunden 39) fast zwei Stunden länger auf dem Court als Federer (9 Stunden 50)

Die Bilanz in Wimbledon:

Im letzten Jahr war für Raonic bereits in der dritten Runde Endstation. Nachdem er in der zweiten Runde gegen Tommy Haas in vier Sätzen gewonnen hatte, scheiterte der Kanadier an Nick Kyrgios, der im Achtelfinale dann Richard Gasquet unterlag. Seinen größten Erfolg feierte er in 2011. Nach Siegen über Nick Kyrgios und Kei Nishikori verlor er im Halbfinale gegen seinen heutigen Gegner. Dessen Wimbledon-Bilanz ist nur beeindruckend. Mit einem Sieg würde Federer in seinem elften Finale an der Church Road stehen, es wäre sein 85. Sieg in Wimbledon, dem gegenüber stehen nur zehn Niederlagen.

Der Faktor McEnroe:

Milos Raonic stellte am 28. Mai den ehemaligen Weltranglistenersten John McEnroe als seinen neuen Trainer für die Rasensaison vor. Und das, obwohl der Kanadier mit dem Spanier Carlos Moya und Riccardo Piatti bereits zwei Coaches an seiner Seite hatte. Carlos Moya sagte damals: „Milos will sich immer verbessern. Deshalb fragte er uns, was wir davon halten würden, wenn wir eine weitere Person in unser Team integrieren. John und ich kennen uns schon lange und sind gute Freunde.“ Das Halbfinale ist bereits eine Bestätigung für Raonic und seine Entscheidung. Doch John McEnroe ist noch nicht zufrieden: „Das reicht nicht, denn ich habe klare Ziele: Ich will Grand-Slam-Turniere gewinnen,“ sagte der BBC-Experte nach dem Viertelfinale. Auch die Taktik gab McEnroe ganz eindeutig vor: „Der Fokus in unserer ersten Trainingswoche lag darin, keine Gelegenheit zu verpassen, nach vorne zu kommen, den Gegner immer unter Druck zu setzen.“ Auch am Auftreten des Kanadiers habe man gearbeitet, erzählte McEnroe.

John McEnroe betreut Milos Raonic während der Rasensaison.

John McEnroe betreut Milos Raonic während der Rasensaison.

Die Prognose:

McEnroe sagt zwar, es sei „Zeit für jemand anderen“ im Wimbledon-Finale. Wir glauben dennoch, dass Roger Federer in sein 28. Grand Slam Finale, sein elftes im All England Club, einziehen wird. Unser Tipp: Der Schweizer gewinnt in vier engen Sätzen: 7:6, 5:7, 6:4, 6:4.

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