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Michael Stich: „Es gibt eine Vereinbarung mit Alexander Zverev“

Alexander Zverev wird nicht am Hamburger Rothenbaum 2017 antreten – ganz zum Verdruss von Turnierdirektor Michael Stich, der nun auf eine Vereinbarung mit dem Jungstar pocht.



Alexander Zverev ist die Zukunft des deutschen Herrentennis – darüber herrscht Einigkeit. Diskussionen löst jedoch seine Turnierplanung aus, weil er nur bei zwei von vier deutschen ATP-Events an den Start geht. Das enttäuscht nicht nur die deutschen Fans, sondern vor allem die Turnierorganisatoren.

Während sich Zverev und sein Management nicht mit MercedesCup-Macher Edwin Weindorfer über ein Antrittsgeld in Stuttgart einigen konnten und der 20-Jährige stattdessen im niederländischen ’s-Hertogenbosch antrat, wo er bis ins Halbfinale kam, flammt nun der Streit über seine Absage für das Hamburger Rothenbaum-Turnier neu auf.

Kein Titel vor Heimpublikum

Alexander Zverev reaches his first ATP World Tour quarter-final by defeating Santiago Giraldo in Hamburg.

ALS TEENIE INS HALBFINALE: Alexander Zverev bei seinem denkwürdigen Auftritt am Hamburger Rothenbaum 2014.

In seiner Geburtsstadt Hamburg machte Zverev 2014, als 17-Jähriger, erstmals international auf sich aufmerksam und drang sensationell bis ins Halbfinale vor. Er erhielt damals eine Wildcard von Turnierdirektor Michael Stich. Anstatt aber 2017 (22. bis 30. Juli) vor Heimpublikum um den Titel zu kämpfen, legt er eine Pause ein und bereitet sich lieber in Übersee auf das Hartplatzturnier in Washington (ab 31. Juli) vor. Für Michael Stich ist das ein Vertragsbruch. Der Wimbledon-Sieger von 1991 erläutert: „Mit Alexander haben wir eine Fünfjahresvereinbarung, dass er bei seinem Heimatturnier startet. Die gilt noch bis 2018.“

Zverev indes sieht die Situation komplett anders. In Halle wurde er mit den Aussagen Stichs konfrontiert und beteuerte, dass es nie eine feste Vereinbarung gegeben hätte. „Ich habe nie etwas unterschrieben und Michael auch nicht. Ich weiß nicht, woher das kommt. Wenn es einen Vertrag geben würde, würde ich auch spielen. Da es den aber nicht gibt, muss ich sehen, was für mich und meine Karriere am besten ist“, sagte Zverev.

Auf Anfrage von tennismagazin.de meldet sich nun wieder Michael Stich zu Wort. „Es gibt eine Vereinbarung mit Alexander Zverev“, ließ er ausrichten. Es steht also Aussage gegen Aussage. Die Frage ist nun, ob es sich um einen schriftlich fixierten Vertrag oder um eine mündliche Vereinbarung handelt. Stich will die mit Zverevs Manager Patricio Apey getroffenen Absprachen derzeit aber nicht weiter konkretisieren. In einem Beitrag von 2014 auf der Website der German Open liest es sich jedenfalls so, als gebe es dem damals eingefädelten Deal nichts zu rütteln. Zitat Stich: „Alexander Zverev erhält bis 2018 einen Platz im Hauptfeld der bet-at-home Open. […] Der Vertrag mit Alexander Zverev soll aber auch ein Signal für andere junge deutsche Spieler sein.“

Schon 2016 gab es Unstimmigkeiten

Schon im vergangenen Jahr gab es leichte Unstimmigkeiten zwischen Stich und Zverev. 2016 verabschiedete sich Zverev bereits in Runde eins aus dem Turnier am Rothenbaum. Im Doppel mit seinem Bruder Mischa agierte er sichtlich lustlos. Er konnte damals gar nicht schnell genug aus Hamburg wegkommen, um sich in den USA auf Hartplatz vorzubereiten. Beim anschließenden Turnier in Washington kam er dann bis ins Halbfinale.

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FRÜHES AUS: 2016 schied Zverev in Runde 1 aus – genauso wie 2015.

Stich fand 2016 deutliche Worte für den Auftritt seines Aushängeschildes: „Im Einzel hat er seine Leistung nicht gebracht, mit seinem Auftritt im Doppel  hat er sich selbst am meisten geschadet.“ Für sein Turnier 2017 wäre Zverev eine Bereicherung – nicht nur aus deutscher Sicht. Aktuell ist der Spanier Pablo Carreno Busta mit Weltranglistenplatz 17 der Top-Mann in Hamburg. Zverev, seit Montag auf Platz 12 im Ranking geführt, würde also die Spitzenposition der Setzliste einnehmen.

Aber dazu wird es nicht kommen. In Halle verdeutlichte Zverev jüngst, warum ihm das Hamburger Sandplatz-Event nicht in die Planung passt. Der Wechsel von Rasen (Wimbledon) auf Asche (Hamburg) und dann auf Hartplatz (USA) sei nur sehr schwer zu verkraften. „Deshalb habe ich in den vergangenen Jahren in Hamburg auch immer in der ersten Runde verloren“, meinte Zverev. „Mein Ziel in diesem Jahr ist es, und das sage ich ganz klar, im November bei den ATP-Tour-Finals in London dabei zu sein.“

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