BNP Paribas Open – Day 12

Milos Raonic – Auf dem Weg zurück in die Weltspitze?

Ein Muskelfaserriss im Oberschenkel, eine Operation am Handgelenk, eine langwierige Wadenzerrung: Das Jahr 2017 wurde für Milos Raonic zum Seuchenjahr. Nach Startschwierigkeiten zu Beginn des Jahres hat der Kanadier in den letzten Wochen zu alter Stärke zurückgefunden.

Harte erste Aufschäge, druckvolle Vorhand-Topspins und eine unglaubliche Sicherheit am Netz: Wenn Milos Raonic gut in Form ist, dann ist es fast unmöglich, ihm den Aufschlag abzunehmen.

Bei den Miami Open stellt der Kanadier das gerade wieder unter Beweis. Im kompletten Turnierverlauf ist es noch keinem Gegner gelungen, ein Break gegen Raonic zu erzielen. Im Achtelfinale gegen Jeremy Chardy ließ er bei neun Aufschlagsspielen gerade einmal 14 Punkte des Franzosens zu und gewann ohne größere Probleme mit 6:3, 6:4.

Aufschlag ließ Raonic zu Beginn der Saison im Stich

Von dieser Dominanz beim eigenen Aufschlag war zu Beginn der Saison allerdings nichts zu sehen. Vor dem Masters in Indian Wells hatte der Kanadier erst vier Matches bei drei Turnieren gespielt und nur in Delray Beach die erste Runde überstanden. Bei allen drei Niederlagen ließ Raonic vor allem sein Service in Stich. Der erste Aufschlag kam nur zu 55 Prozent, und so kassierte der 27-Jährige in Spielen gegen schlagbare Gegner wie Alex de Minaur, Lukas Lacko und Steve Johnson jeweils drei Breaks.

Eine ungewohnte Situation für Raonic, der über seine Karriere 90,7 Prozent seiner Aufschlagsspiele gewonnen hat und damit bei den aktiven Spielern nur hinter Ivo Karlovic (92.1 Prozent) und John Isner (91.4 Prozent) liegt.

Mit etwas Glück zu neuem Selbstbewusstsein

Für den formschwachen Raonic war der Weltranglisten-169 Felix Auger-Aliassime zum Auftakt in Indian Wells ein dankbarer Gegner. Im Spiel gegen seinen Landsmann zeigte sich Raonic verbessert und gewann mit 6:4, 6:4. Da Alexander Zverev bereits in der zweiten Runde überraschend gegen Joao Sousa verloren hatte, war der Weg in seinem Tableau-Viertel auf einmal frei. Durch einen Dreisatzsieg gegen Sousa zog er ins Achtelfinale ein, wo er eigentlich auf Marcos Baghdatis hätte treffen sollen, aber der Zypriote erkrankte und trat gar nicht erst an.

Mit zurückgewonnenem Selbstbewusstsein schlug Raonic im Viertelfinale nach hartem Kampf den Weltranglisten-21. Sam Querrey mit 7:5, 2:6, 6:3. Dadurch erreichte er zum ersten Mal seit 2016 das Halbfinale eines Masters-Turniers. Gegen den späteren Sieger Juan Martin del Potro war er jedoch chancenlos.

Rematch gegen del Potro

In Miami knüpfte Raonic nahtlos an seine Leistungen aus Kalifornien an. Gegen Mikael Ymer, Diego Schwartzman und Jeremy Chardy gab er weder einen Satz noch ein Aufschlagsspiel ab. Lediglich gegen den Weltranglisten-16. Schwartzman musste der Kanadier einmal in den Tiebreak.

Im Viertelfinale trifft er diese Nacht um 3.00 Uhr deutscher Zeit wieder auf del Potro. „Sein Körper und sein Spiel sehen jeden Tag besser aus. Ich glaube, dass das eine schwierige Aufgabe für mich wird“, sagte der Argentinier gegenüber der ATP, der mit einem Turniersieg in Miami das „Sunshine Double“ perfekt machen kann. Raonic schätzt die Situation nach seinem Sieg gegen Chardy realistisch ein: „Del Potro war in den letzten vier bis fünf Wochen der beste Spieler der Welt. Ich muss mein bestes Tennis spielen, wenn ich eine Chance haben will.“

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