Tennis-Turnier: Monica Puig steht im Endspiel

Monica Puig aus Puerto Rico steht im Finale von Rio

Die ungesetzte Monica Puig ist völlig überraschend ins Finale in Rio de Janeiro eingezogen. Die Weltranglisten-34., die am Donnertag im Viertelfinale Laura Siegemund ausgeschaltet hatte, setzte sich in der Vorschlussrunde mit 6:4, 1:6, 6:3 gegen die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova aus Tschechien (Nr. 11) durch. Im Endspiel trifft die 22-jährige Puig am Samstag entweder auf Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber (Kiel/Nr. 2) oder Madison Keys aus den USA (Nr. 7).

Puig hat Olympiageschichte geschrieben

Schon jetzt hat Puig Olympiageschichte geschrieben: Sie wird die erste Frau sein, die für Puerto Rico eine Medaille holt. Die Frage ist nur, ob es Silber oder Gold wird. Feststeht: Bisher haben nur Männer Edelmetall für Puerto Rico gewonnen. Sollte Puig auch noch das Finale gewinnen, wäre es die erste Goldmedaille für die kleine Nation von der Tropeninsel 1.800 Kilometer südöstlich von Florida.

Moment, war da nicht etwas mit der Doppelspezialistin Gigi Fernandez? Richtig, die wurde tatsächlich in Puerto Rico geboren, gewann zwei Goldmedaillen im Damen-Doppel – allerdings unter US-Flagge, was an der engen Verbundenheit zu den USA liegt. Puerto Rico ist streng genommen nämlich kein unabhängiger Staat, sondern gehört zu den US-amerikanischen Außengebieten. Das IOC allerdings lässt Puerto Rico gemäß seiner Olympischen Charta als eigene Nation bei den Olympischen Spielen starten.

Egal, wie das Damen-Finale ausgeht: Monica Puig wird die neue Volksheldin Puerto Ricos,. Und das gewissermaßen mit Beistand von oben. „Vor dem Halbfinale bin ich in der Kabine auf die Knie gegangen und habe gebetet“, berichtete die 22-Jährige. Puig bat Gott aber nicht etwa um magische Kräfte, sondern lediglich darum, „dass ich in diesem Spiel einfach das große Talent nutzen kann, was er mir mitgegeben hat.“ Das tat sie eindrucksvoll.

Wie ein Flummi über den Platz

Nach dem Matchball hüpfte Puig wie ein Flummi über den Platz. Auch 20 Minuten danach wirkte sie noch völlig entgeistert. „Ich kann nicht glauben, wo ich jetzt stehe“, sagte sie. Gold würde für sie „die Welt“ bedeuten. „Aber bei Olympia geht es ja nicht um mich, sondern um Puerto Rico“, meinte Puig mit Blick auf das von wirtschaftlichen und sozialen Problemen gebeutelte Land, in dem Baseball Volkssport ist. Die Rio-Finalistin weiß: „Zu Hause gibt es immer so schlimme Nachrichten, aber wenn jemand im Sport Erfolg hat, dann steht die Zeit still.“ Kaum auszudenken, was im Karibik-Staat passiert, wenn Puig ihren olympischen Erfolg am Samstag vergoldet.

(SID, Red/timboe)

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